Dübendorf

09. September 2019 18:38; Akt: 10.09.2019 07:53 Print

«Jugendgangs richten massive Schäden an»

Sieben Personen hat die Polizei nach Krawallen in Dübendorf festgenommen. Die fünf Erwachsenen sind wieder auf freiem Fuss.

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In der Nacht auf Samstag kam es beim Bahnhof Dübendorf zu diversen Scharmützeln. Die Polizei hatte die Meldung erhalten, dass sich dort etwa 20 lärmende Jugendliche aufhalten. «Es sah aus wie im Bürgerkrieg», sagte ein Anwohner zu 20 Minuten. Die Polizei nahm beim Einsatz sieben Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren aus der Schweiz, Syrien, Spanien, Serbien und der Türkei fest.

Zu einem weiteren Vorfall am Bahnhof Dübendorf kam es am Montag um die Mittagszeit. Ein Journalist des Zürcher Oberländers wurde laut einer Meldung auf dessen Onlineportal Züriost.ch von Unbekannten angegriffen und geschlagen, als er eine Umfrage zu den Ausschreitungen vom Wochenende machte. Auch sei seine Kamera entwendet worden. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt auf Anfrage, dass eine entsprechende Meldung eingegangen ist. Man ermittle derzeit.

«Jugendgruppen richten massive Schäden an»

Bei einer Umfrage vor Ort sagen mehrere Personen zu 20 Minuten, dass es am Bahnhof immer wieder zu gewalttätigen Vorfällen komme. «Es gibt einige Jugendgangs, die hier am Wochenende abhängen und teilweise etwas aggressiv sind», sagt etwa ein 22-Jähriger. Ein Mann, der aus Angst anonym bleiben will, wird konkreter: «Immer wieder randalieren Jugendgruppen. Vor allem abends und am Wochenende richten sie massive Schäden an.» Sie würden Steine auf Züge oder in Glasscheiben werfen, Säulen und Wände vollsprayen und hätten auch schon Holzlatten von Bänken am Bahnhof gerissen.

Gegen die fünf Erwachsenen hat die Staatsanwaltschaft Zürich ein Verfahren eröffnet, wie Sprecher Erich Wenzinger auf Anfrage mitteilt. Es bestehe der Verdacht, dass sie an den Krawallen beteiligt gewesen seien und sich der Sachbeschädigung, des Landfriedensbruchs sowie der Gewalt und Drohung gegen Beamte schuldig gemacht hätten. Die fünf Personen sind am Sonntag aus der Haft entlassen worden. Im Rahmen weiterer Ermittlungen wird geprüft, ob sich der Anfangsverdacht der Tatbeteiligung erhärtet.

Keine weiteren Verhaftungen

Zu weiteren Verhaftungen sei es in der Zwischenzeit nicht gekommen. «Es sind aber weitere Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft im Gang.» Gegenstand davon ist unter anderem die Eruierung weiterer Personen, die sich an den Krawallen beteiligt haben und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen sind. Zu den Motiven der beteiligten Personen könne man derzeit keine Angaben machen.

Für die beiden Jugendlichen, die noch nicht 18 Jahre alt sind, ist die Jugendanwaltschaft zuständig. Dort heisst es auf Anfrage ebenfalls, dass sich die beiden Jugendlichen wieder auf freiem Fuss befinden. Bei einem Jugendlichen scheine sich der Tatverdacht nicht erhärtet zu haben. Gegen den anderen Jugendlichen führe man eine Strafuntersuchung wegen Landfriedensbruchs.

(jen/tam/rol)