Zoo Zürich

15. Januar 2020 12:17; Akt: 15.01.2020 15:06 Print

Krokodil biss Tierpflegerin durch Trennwand

Ein Philippinen-Krokodil musste nach einer Attacke auf eine Pflegerin im Zoo Zürich erschossen werden. Die internen Untersuchungen zum Zwischenfall sind nun abgeschlossen.

Nach der Erschiessung eines Krokodils, erzählt Zoodirektor Alex Rübel, wie die Notfallkonzepte aussehen und was er Zoo-Kritikern entgegnet. (Video: 20M)
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Im Zoo Zürich musste kurz vor Weihnachten ein männliches Philippinen-Krokodil erschossen werden. Es hatte eine Tierpflegerin während Reinigungsarbeiten in die Hand gebissen und minutenlang nicht mehr losgelassen. Gemäss Notfallkonzept für solche Fälle entschied der Zoo, das rund 12 Jahre alte Krokodil zu erschiessen.

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Wie es nun in einer Mitteilung des Zoos heisst, seien die internen Untersuchungen zum Zwischenfall abgeschlossen. Der Vorfall werde als tragischer Arbeitsunfall eingestuft.

Vorschriftsgemäss Gehegeteil abgetrennt

Die zuständige Tierpflegerin habe, nachdem sie das einzelne Philippinen-Krokodil vorschriftsgemäss im einen Gehegeteil abgetrennt hatte, den benachbarten Gehegeteil für die auszuführenden Arbeiten betreten. «Die Trennung zwischen den beiden Teilen besteht aus einem Netzwerk aus künstlichen Mangrovenwurzeln», erklärt Zoo-Direktor Alex Rübel. «Man kann sich das wie ein Netz aus Beton vorstellen. Dazwischen gibt es ein paar Zentimeter grosse Zwischenräume.»

Wie Rübel sagt, sei es bei Arbeiten in der Nähe dieser Trennwand dem Krokodil gelungen, durch einen Zwischenraum hindurch mit der Schnauzenspitze die Hand der Pflegerin zu fassen und durch den Zwischenraum hindurchzuziehen: «Wie das genau im Detail ablief, ist unklar.»

Da die Gefahr bestand, dass das sich im Wasserteil befindliche Krokodil sich um die eigene Achse drehte – was den Verlust der Hand bedeutet hätte – fixierte einer der zu Hilfe geeilten Tierpfleger vom sicheren Grund aus das Krokodil an dessen Vorderbeinen.

Notfallmässig operiert

Doch das schien nichts zu nützen: «Alle Versuche scheiterten, das Krokodil zum Loslassen der Hand zu bewegen.» Zudem hätte eine Narkose unter den gegebenen Umständen kaum in nützlicher Zeit die gewünschte Wirkung erzielt. «Deshalb wurde der Entscheid getroffen, das Tier zu töten.» Dazu sagt Rübel: «Dies ist aber mit allen nötigen Sicherheitsvorkehrungen durch einen Schuss aus einer Pistole aus der Notfallausrüstung des Zoos Zürich erfolgt.»

Die Pflegerin wurde mit unbestimmten Handverletzungen ins Spital gebracht und notfallmässig operiert. Sie ist laut Rübel wieder zu Hause: «Es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Sie arbeitet zurzeit nicht und ist sich am erholen.» Der von Therapien begleitete Heilungsprozess werde längere Zeit in Anspruch nehmen, so der Zoo-Direktor.

Ob die Trennwand, durch die das erschossene Krokodil die Hand der Pflegerin durchziehen konnte, weiterhin genutzt wird, steht laut Rübel noch nicht fest: «Es kommt darauf, was für ein Tier in die Anlage kommt. Ein künftiger Besatz der Krokodilanlage ist zurzeit in Diskussion.»

Krokodil beisst Pflegerin und wird erschossen

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Meier am 15.01.2020 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Kommentar der keiner ist...

    Wieso hier Kommentare zulassen? Erst werden ein paar Krokodil GIF Bildchen erscheinen die nicht lustig sind, und dann wird obwohl im Artikel Tatsachen erwähnt sind, wieder gejammert wie schlimm es ist, was alles falsch gemacht wurde, viel Besserwissereien, wie böse Zoos generell sind usw. Es ist nun so passiert wie es passiert ist, das Tier tut mir auch leid, der Pflegerin wünsche ich gute Besserung mit der Hand.

  • Manu am 15.01.2020 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Trennwand aus Mangrovenwurzeln... Wollt ihr gebissen werden ? Da gehört ein ordentliches Metallgitter oder 5cm Sicherheitsglas hin.

  • Sontag am 15.01.2020 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Professionelle Trennwand?

    Ein Netzwerk aus künstlichen Mangrovenwurzeln sollte als Trennwand dienen? Sorry , das nenne ich keine Trennwand. In der freien Wildnis kann ich das verstehen , da es kein Baumarkt um die Ecke gibt. Aber für einen Zoo , da wo andere Ressourcen zur Verfügung stehen, sollte es doch möglich sein eine professionelle Vorrichtung zu konstruieren, um Tier und Mensch im Gehege zu trennen. Mit soviele Spendengeldern sollte das auch kein Thema sein.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Spaniel am 15.01.2020 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Wünsche der Pflegerin gute Besserung und vollständige Genesung.

  • Eidgenossin am 15.01.2020 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung für die Tierpflegerin

    Der Zoo musste so handeln,das war richtig,der verletzten Tierpflegerin wünsche ich gute Besserung und ich hoffe Sie können sich von diesem schrecklichen Trauma erholen!

  • Bluvampir am 15.01.2020 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Geni am 15.01.2020 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    eng ist gut

    Die künstliche Trennwand wurde wohl den Mangrovenwurzeln nachempfunden, damit sie nicht auffällt und kann aus Stahl oder Kunststoff hergestellt sein. Eng genug geformt kann auch ein Krokodil da nicht durch beissen.

  • Nelson King am 15.01.2020 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aggressive

    Wenn ich Krokodil wäre hätte ich auch zugebissen! Ohne Kriminell zu sein und ohne Anklage in einem (Tier) Gefängnis zu sitzen, wird mich sich sehr Aggressiv machen. Vollpension hin oder her...