Schönenberg ZH

29. April 2015 10:51; Akt: 29.04.2015 11:53 Print

Ku-Klux-Klan in einer Zürcher Gemeinde aktiv?

Seit Wochen kursieren in Schönenberg Flugblätter gegen Politiker und Drohbriefe gegen Anwohner. Der Absender schreibt, dass er zum Ku-Klux-Klan gehöre.

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Dieser Brief wurde an einen Anwohner geschickt, der sich öffentlich über die Flugblatt-Aktion beschwerte. Unterzeichnet von der Geheimbrüderschaft Ku-Klux-Klan. (Bild: Kapo)

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Rund 1800 Einwohner hat das Dorf Schönenberg, das zwischen dem Zürichsee und dem Zimmerberg liegt. Die idyllische Lage täuscht aber. In den letzten Wochen und Monaten wurden in alle Haushalte Flugblätter geschickt, die ehemalige und aktive Gemeindepolitiker persönlich angreifen. Hintergrund ist dabei offenbar die sofortige Freistellung eines langjährigen Mitarbeiters der Gemeinde vor drei Jahren, wie die «Zürichsee-Zeitung» schreibt. Diese Kündigung soll nämlich missbräuchlich gewesen sein.

Genervt über die anonymen Flugblätter, gingen drei Anwohner in die Offensive und beschwerten sich mit einem Leserbrief in der «Zürichsee-Zeitung» über die Autoren der Flyer. «Der Mensch darf gerne zu seinen Ansichten und seiner Meinung stehen – aber bitte mit Namen!», schreibt beispielsweise FDP-Gemeinderätin Monika Schärer. Ein weiterer Leser schreibt: «Verschonen Sie uns mit Ihrem Geschreibe, oder stehen Sie wenigstens mit Ihrem Namen dazu.» Die Angriffe auf die Politiker werden als hinterhältig und feige betitelt.

Drohschreiben des Ku-Klux-Klans

Diese Botschaft zeigte nun Wirkung. Vor Kurzem erhielten die Verfasser ein handgeschriebenes Drohschreiben in schlechtem Deutsch – Absender: der Ku-Klux-Klan. Warum sich die Schreiber auf den rassistischen Geheimbund aus den amerikanischen Südstaaten bezieht, ist nicht ersichtlich. Dafür werden aber konkrete Drohungen ausgesprochen, wie etwa: «Wir werden dir deine Gwundernase so vollstopfen, dass du sie schleunigst wieder einziescht und in dein Eigenheim steckscht!»

Die Anwohner in Schönenberg sind geschockt. Der Adressat eines Schreibens hat bei der Polizei bereits Anzeige gegen unbekannt eingereicht wegen Ehrverletzung. Dies bestätigt Carmen Surber, Sprecherin der Kantonspolizei Zürich. Weitere Auskünfte könne sie aufgrund der laufenden Ermittlungen aber nicht machen.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.Stark am 29.04.2015 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Rückgrat,nur Feige!

    Feiges Verhalten und erbärmlich.Wir haben die Freiheit in diesem Land unsere Meinung zu sagen und wer nicht den Mut hat zu seiner Meinung zu stehen soll am besten den ruhig bleiben!

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  • james am 29.04.2015 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einzeltäter

    Von wegen. Es handelt sich bestimmt einen psychisch kranker Einzeltäter! Normalerweise sollten solche Personen einfach ignoriert werden, aber in der heutigen Zeit gibt es genug Beispiele fpr Einzelne die zu Wahsinnstaten fähig sind.

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  • Tobi am 29.04.2015 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja und?

    die einen tragen mützchen, die andern tücher. beide haben von anders denkenden die gleiche niedrige meinung und beide drohen und sind gefährlich. jetzt duldet man die von ausserhalb wie bisher und die eigenen sind die bösen.tataa..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno am 30.04.2015 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Handschriftprobe im Familien-/Freundeskreis des entlassenen Mitarbeiters einholen und vergleichen. Der Täter ist dann schnell gefunden.

  • Mister Joggeli am 29.04.2015 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schönenberg

    Meine Gedanken sind bei euch, liebe Schönenbergler. Auch ihr steht diese schwere Zeit durch, zweifellos. Als nächstes kümmert ihr euch dann bitte um eure Internetleitungen, die sind ja noch grauenhafter als die Taten des Ku-Klux-Klans.

    • Oberst Joggeli Atomar am 29.04.2015 16:30 Report Diesen Beitrag melden

      Hässiger niedergeschlagener Anwohner

      Gruezi, ich schätze ihre Gedanken sehr und danke ihnen. Die Internetleitung ist wirklich aus Lehm und darum können wir nie richtig Online Spiele spielen. Jetzt haben wir den Ku-Klux-Klan und ein Lehminternet also doppelt bech. Ich hoffe die Zeiten werden wieder besser für Schönenberg denn ich wohne schon lange hier und ich kann sagen dass der Schönenberg einfach ein schöner Berg ist. Wir versuchen hier täglich zu überleben aber das Schicksal meint es nicht gut mit uns, wahrscheinlich sind einfach alle neidisch auf den schönen Berg.

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  • Dr. Schulz am 29.04.2015 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    KKK in CH...?

    Erinnert sich einer an diese lustige Szene mit dem Ku-Klux-Klan in Django Unchained? Musste grad daran denken. Es gibt Leute, die haben einfach zu viel Zeit!

  • u.m. am 29.04.2015 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles klar

    Eine andere Meinung haben ist gefährlich. Den eigenen Namen nennen ist noch gefährlicher.

  • Baba Africa am 29.04.2015 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KKK in Zürich...

    Was wollen die "KKK" beweisen oder bewirken? Das ich nicht lache...Die Welt hat schon genug probleme. Die Welt braucht kein "KKK". Liebe Grüsse von Afrika