Zürich

13. Januar 2011 19:11; Akt: 13.01.2011 19:21 Print

Kundengelder im Casino verjubelt

Statt Vermögen deutscher Kunden nach Zürich zu bringen, hat ein Thurgauer 65 000 Franken im Casino verprasst. Trotz Vorstrafen erhielt er nur eine bedingte Geldstrafe.

Fehler gesehen?

Das Bezirksgericht Zürich hat am Donnerstag einen 52-jährigen Kundenberater aus dem Kanton Thurgau zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Das Gericht verurteilte ihn zu 300 Tagessätzen à je 50 Franken, bei einer Probezeit von vier Jahren. Der geständige Angeklagte sollte zwischen Januar und Dezember 2008 diverse Bargeldbeträge von deutschen Kunden an eine Vermögensverwaltung mit Sitz in Zürich vermitteln, hauptsächlich für Versicherungsanlagen.

Dort kamen sie jedoch in mehreren Fällen nie an: Der Mann verspielte das Geld beim Poker und Roulette. Als der Familienvater aufflog, betrug die gesamte Deliktsumme rund 65 000 Franken.

Beim Prozess vom Montag stellte sich heraus, dass der Angeklagte keineswegs ein unbeschriebenes Blatt war: Er wurde bereits 1993 und 20003 wegen Veruntreuung von geleasten Personenwagen zu bedingten Gefängnisstrafen von drei und vier Monaten verurteilt.

Der zuständige Staatsanwalt verlangte deshalb eine hohe, teilbedingte Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu je 100 Franken. Die Hälfte davon sollte der Angeklagte zahlen.

Bei humanitärer Organisation angestellt

Das Gericht folgte jedoch den Anträgen des Verteidigers und liess es bei einer bedingten Geldstrafe bewenden. Strafmildernd wirkten das Geständnis und dass die Vorstrafen schon lange zurücklagen.

Der Verurteilte ist heute bei einer humanitären Organisation als Kundenbetreuer tätig und verdient rund 100 000 Franken pro Jahr. Er versicherte, seine Spielsucht mittlerweile im Griff zu haben.

(sda)