Bei der Quaibrücke

25. April 2014 10:37; Akt: 25.04.2014 15:12 Print

Kursschiff Limmat in Mauer gekracht

Beim Zürcher Bürkliplatz ist am Donnerstag das Kursschiff Limmat in die Quaimauer geknallt. Der Sachschaden beträgt rund 50'000 Franken.

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Das Motorschiff Limmat war am Donnerstagabend auf dem Zürichsee von Rapperswil zum Bürkliplatz unterwegs. Als das 700 Personen fassende Kursschiff kurz vor der Anlegestelle bremsen und anhalten sollte, hatte der Kapitän möglicherweise die Kontrolle darüber verloren. Es kam zu einer Kollision mit der Quaimauer, wie Sprecher Marco Cortesi von der Stadtpolizei bestätigte.

«Mein Mann stand kurz vor 18.30 Uhr beim Schiffsanlegesteg, als das Kursschiff immer näher und näher kam», berichtet Jennifer Lane*. Er habe Fotos gemacht und sich gefragt, wieso es nicht endlich abbremse. «Auf einmal war es zu spät zum Bremsen – das Schiff knallte gegen den Beton.» Es habe einen Moment gedauert, bis die Schiffsbesatzung gekommen sei und gefragt habe, ob sich jemand verletzt habe, wie Lane's Mann ihr danach erzählte.

Mehrere Schiffspassagiere sind gestürzt, wie Conny Hürlimann von der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) auf Anfrage sagte. «Von den 93 Passagieren wurden fünf leicht verletzt».

Bug wurde teils aufgeschlitzt

Beim Aufprall drückte die 223 Tonnen schwere Limmat die Betonmauer ein und verschob ein im Boden verankertes Bänkchen. Am Schiff hinterliess der Zwischenfall ebenfalls deutliche Spuren: Der Bug wurde eingedrückt und an einigen Stellen gar aufgeschlitzt, dazu ist der Bugmast mit Laterne und Zürich-Fahne geknickt. Der Sachschaden am Schiff beläuft sich laut Cortesi auf 50'000 Franken.

Schliesslich hat es die Limmat doch noch an den Anlegesteg geschafft, wo die Passagiere aussteigen konnten. Wieso der Kapitän nicht rechtzeitig bremsen konnte, ist noch unklar. «Es könnte auch an der Technik gelegen haben», so Hürlimann. Die Polizei führte bei ihm einen Atem-Alkoholtest durch. Dieser sei negativ ausgefallen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Zürich wird der Vorfall nun durch die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) sowie Spezialisten der Wasserschutzpolizei der Stadtpolizei abgeklärt.

*Name geändert

(blu)