280 Wohnungen

02. Juni 2014 13:55; Akt: 02.06.2014 14:04 Print

Labitzke-Areal: Mobimo reicht Baugesuch ein

Die Mobimo AG hat das Baugesuch für ihr Projekt auf dem Labitzke-Areal bei der Stadt Zürich eingereicht. Der letzte Mieter des teilweise besetzten Geländes zieht Anfang August aus.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Labitzke-Areal in Zürich-Altstetten wurde am 7. August 2014 geräumt. Auch die Feuerwehr war vor Ort. Die Beamten versuchten sich durch ein Nebengebäude einen Zugang zum Areal freizuschweissen ... ... einige Polizisten nahmen den Weg durch die Büsche. Andere kamen übers Dach und verhafteten dort erste Besetzer. Auch er sass hier wohl nicht mehr allzu lange. Die letzten Besetzer hatten sich auf einem Turm verschanzt. Mit Sprechgesängen und Barrikaden versuchten die Besetzer die Räumung zu verhindern. Die Polizei forderte jene auf dem Turm auf, herunterzukommen. Vorerst ohne Erfolg. Zwischendurch gaben die Besetzer Rauchzeichen vom Turm. Einer der Besetzer wurde von einem 12 Meter hohen Holzturm geholt und abgeführt. Ein weiterer Aktivist wurde abgeführt. Auch für diesen Herrn war das Abenteuer vorerst beendet. Hier liessen sich drei Polizisten mit einer Drehleiter in die Höhe fahren, um die Besetzer auf dem Turm zu beobachten. Nun näherten sich die Polizisten dem Turm (links) auch über das Dach des Nebengebäudes. Um kurz nach 11.30 Uhr holte die Polizei einen Besetzer nach dem anderen vom Turm herunter. Auch für sie hatte nun das letzte Stündchen auf dem Areal geschlagen. Hier wurden die letzten Besetzer des Turms von der Polizei abtransportiert. Nun wurden grosse Fahrzeuge in Position gebracht, um das Gebäude zu räumen. Die Journalisten mussten sich mittlerweile hinter den Wasserwerfer begeben. Sympathisanten der Besetzer reagierten mit einer unbewilligten Demo auf der Hohlstrasse - sechs Personen wurden deswegen festgenommen. Die Polizei ist auf das Labitzke-Areal vorgedrungen. Eine erste Person wurde von der Polizei abgeführt. Auch die Feuerwehr und die Sanität waren vor Ort. Die ehemalige Farbfabrik war seit Jahren besetzt. Die letzten verbleibenden Mieter hätten im März 2014 das Gebäude verlassen müssen - gegangen sind sie schliesslich am 4. August. Das Labitzke-Areal am Tag der Räumung. Mit einem Grossaufgebot rückte die Zürcher Polizei in Altstetten an, um das Labitzke-Areal zu räumen. Die Polizei formierte sich auf der Hohlstrasse. Die Hohlstrasse war für jeglichen Verkehr gesperrt. Das Areal wurde grossräumig abgesperrt. Am Dienstag hatte ein besonders hartnäckiger Demonstrant seine Arme für Stunden in zwei mit Beton gefüllte Container gesteckt. Bereits letzten Winter begannen die Abrissarbeiten auf dem Labitzke-Areal. Dies störte die Besetzer und führte zu Demonstrationen. Das Labitzke-Areal war vom Autonomen Beauty Salon besetzt. Auf dem Areal der ehemaligen Farbenfabrik Labitzke sollen acht Hochhäuser mit 245 Wohnungen gebaut werden. 750 bis 800 Menschen werden einst auf dem Gelände leben und arbeiten. Die Besetzer störten im Juni 2013 die Medienkonferenz, an der das Bauprojekt präsentiert wurde. Mobimo betreibe hier Abriss auf Vorrat, kritisieren die Besetzer: «Es geht doch nur darum, dass wir möglichst schnell ausziehen.»

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Überbauung wird von den Architekten Annette Gigon und Mike Guyer realisiert. Seit dem 2013 durchgeführten Studienwettbewerb sei das Projekt qualitativ noch verbessert worden, schreibt Mobimo in der Mitteilung.

Auf dem rund 10'000 Quadratmeter grossen Areal sollen insgesamt acht Gebäude entstehen, darunter zwei Hochhäuser von 47 und 64 Metern Höhe. Das Angebot umfasst rund 40 verschiedene Wohnungstypen mit einer Grösse von 1,5 bis 4,5 Zimmern im Mittelpreissegment. Zudem sind Flächen für Gewerbe und Läden vorgesehen. Die sechs Plätze sind laut Mobimo öffentlich zugänglich und können flexibel genutzt werden.

Derzeit lebt noch eine Mietpartei auf dem Areal in Zürich-Altstetten. Diese hatte sich gerichtlich gegen ihre Ausweisung zur Wehr gesetzt, war damit jedoch beim Obergericht abgeblitzt. Darauf kam es vor der Schlichtungsbehörde zu einer Einigung. Anfang August werden die Mieter das Gelände verlassen.

(sda)