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26. September 2017 11:27; Akt: 26.09.2017 11:27 Print

Lachs soll im Zürichsee wieder heimisch werden

Mit Fischtreppen und der Zucht von Jungtieren will der Bund den Lachs zurück in die Schweiz locken. Der WWF ist erfreut, bei Fischern hingegen ist das Projekt umstritten.

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Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts war der Lachs in den Schweizer Gewässern zu Hause, doch seit den 1950er-Jahren gilt er als ausgestorben. Das soll sich nun ändern: Ziel ist, dass der Lachs dereinst wieder den Rhein, die Aare und die Limmat bevölkert.

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«Bis der Lachs hier wieder heimisch ist, dürften nicht Jahrzehnte, sondern eher hundert Jahre vergehen», sagt der Fischbiologe Werner Dönni zur NZZ. Setzte man jedoch die Tiere gezielt in Schweizer Flüssen aus, würde der Fisch wohl immer wieder zum Laichen in die Schweizer Flüsse und Seen zurückkehren.

«Schon vor 30 Jahren versprochen»

Damit der Raubfisch die Strecke von mehreren hundert Kilometern von der Nordsee bis in den Zürichsee wieder auf sich nehmen kann, müssen Aufstiegshilfen bei Kraftwerken saniert werden. Diese sogenannten Fischpässe erlauben es Fischen, Turbinen und andere Hindernisse zu überbrücken, wie die «Zürichsee-Zeitung» schreibt. Auch die Aufzucht und das Einsetzen von Jungtieren stellt ein Kostenpunkt dar, weshalb das Projekt nicht ganz unumstritten ist.

«Klar, wäre es toll, wenn der Lachs zurückkäme, aber das wurde uns schon vor 30 Jahren versprochen», sagt der Fischer Arthur Wespe aus Schmerikon SG. Für Fischpässe in Basel habe der Bund Millionen ausgegeben und trotzdem haben nur wenige Lachse diese auch benutzt. Die meisten seien in die Turbine gekommen.

«Gewässer profitiert vom Lachs»

Mehr erfreut ist der Betreiber der Fischerei Wollishofen, Adrian Gerny: «Wir würden gern wieder Lachse fangen. Das Interesse an regionalem Lachs wird gross sein.» Doch auch Gerny sagt, dass es noch ein weiter Weg sei, bis der Fisch wieder in grossen Stückzahlen im Zürichsee zu sehen und fangen sei.

Das Interesse ist aber nicht nur vonseiten der Fischer und Gastronomie vorhanden. Denn: «Vom Lachs würden zahlreiche andere Fischarten und das Gewässersystem als Ganzes profitieren», sagt Ruedi Bösiger, Leiter der aquatischen Biodiversität beim WWF zur «Zürichsee-Zeitung». Zusätzlich sei der Lachs auch eine Leitart. Bösiger: «Wenn es dem Lachs gut geht, kann man davon ausgehen, dass es auch dem Gewässer gut geht.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • eriem am 26.09.2017 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entlich

    Rettet den Lachs und die Bienen, um die Schweiz nachhaltig zu renaturieren!

  • PS;L am 26.09.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Ob ich die Investitionen langfrisitig auch lohnen - da kommt mir sofort die Galle hoch - Biologische Diversität brauchen wir dringend! Mehr als alles Geld auf der Welt!

  • Der Interessierte am 26.09.2017 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Fischarten profitieren?

    Der Bericht ist recht interessant. Aber auf die Bemerkung wieso andere Fischarten profitieren würden wenn der Lachs auch wieder hier wäre (was erfreulich wäre und ein Hinweis für saubere Gewässer ist) wird nicht erklärt. Also, warum sei das so?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erich M. am 27.09.2017 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld sinnvoll ausgeben

    Was nützt der Lachs der AHV?

  • fredi gurtner am 27.09.2017 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Lachse in den Schweizerseen

    Es wäre wirklich schön, wenn die Lachse, wieder in allen Seen, heimisch wären. Doch bis jetzt wird immer noch zu wenig unternommen, dass die Lachse, wandern können. Noch immer gibt es zuviele Hürden, bei welchen Sie nicht durchkommen. Dort liegt der grösste Hacken dieser Sache

  • Barcelona am 27.09.2017 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Renaturieren

    Langfristig lohnt es sich sicher die Schweiz wieder zu renaturieren. Egal wie und wo. Auch wer "lohnen" in Franken rechnet, MUSS hier einen Wertzuwachs sehen.

  • Ohjemine am 26.09.2017 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gruss aus Kanada

    Realität: «Wenn es dem Lachs gut geht, kann man davon ausgehen, dass es auch keine anderen Fische mehr im Gewässer gibt.» Bravo Experten... Das funktioniert nur in grossen Gewässer die es in der Schweiz nicht gibt! Auf so kleinem Raum werden die kleineren Fische verdrängt und wir haben bald gar nichts mehr nur weil ein paar "Spezialisten" Lachs essen wollen...

    • Fritz de Fischer am 26.09.2017 17:19 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt!

      Ich stimme da zu. Die Gewässer in der Schweiz sind zu klein. Besser wäre es die Egli und Hechte besser zu kontrollieren, die essen den kleineren alles weg und Fische wie Forellen haben keine Chance. Lachse auszusetzen machts nur noch schlimmer...da sie gut schmecken ist das den Herrn Politiker aber egal...

    • LUZ93 am 26.09.2017 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz de Fischer

      Das ist nun mal so und total Natur eben ... und Egli Hechte und Zander sind halt nun mal die drei heimischen Raubfische in Europa und daran kannst du nichts machen und die waren schon in diesen Seen bevor dein Urgrossvater lebte... und zweitens so ist halt die Natur und die Nahrungskette. Es braucht Räuber wie auch Friedfische und man weiss es gibt zu viele Raubfische und deshalb sind auch in unseren Gewässern keine Schonzeiten oder Schonmasse bekannt bezüglich den Hechten und Eglis.

    • Fritz de Fischer am 26.09.2017 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      @LUZ93

      Da Sie schon mein Urgrossvater erwähnen.. er war auch Fischer. Damals gab es noch ein Gleichgewicht zwischen den Fischarten und das kenn ich sehr gut und brauche ihre Belehrung nicht. Meine Aussage ist das man dieses Gleichgewicht nicht noch mehr falsch beeinflussen soll. Diese Fakten lernt man in der Lehre als Fischer, was heute kaum einer mehr macht...

    • Fischer ZH am 26.09.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LUZ93

      Also dort wo ich Fische hat der Hecht ein schon mas und eine schonzeit Besser man hollt mal die ausgesetzten welse di nicht in jedem gewässer heimish sind raus

    • LUZ93 am 26.09.2017 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz de Fischer

      Ein Gleichgewicht wird es nie geben den Hechte z.b mit einer Grösse von mehr als 60 Zentimeter sind bereits fast ganz oben an der Nahrungskette heist nichts wirds sie noch angreifen und jetzt kannst du mal vorstellen es gibt hunderte wenn nicht tausende grosse Hechte die keiner Gefahr mehr ausgesetzt sind und die alle Jagt auf kleinere Fische machen. Die einzige Lösung wäre die Hechte auszurotten oder extrem zu dezimieren aber willst du das ? Denke nicht also eben die Natur macht was sie will und daran ändert sich nichts. Kannst froh sein das man noch fischen darf den wenn das auch noch verboten wird dann wird es früher oder später nur noch Hechte geben da die logischerweise alles fressen was kleiner ist als sie.

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  • Ruedi am 26.09.2017 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Pflicht für Rückkehr!

    Aber bitte fragt den Lachs zuerst ob er wirklich auch im Zürichsee schwimmen will und auch verspricht dorthin zurück zu kehren. Es nützt nichts, wenn wir ihn für teures Geld aussetzen und er dann in ein Nachbarland zurückwandert und dort zu Geld gemacht wird.

    • LUZ93 am 26.09.2017 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi

      Das passiert nur wenn man den Lachs den Rhein heimisch macht.

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