Langstrasse

29. Mai 2018 13:27; Akt: 29.05.2018 13:27 Print

Anwohner klagen erfolgreich gegen Lärm

Zwei Anwohner kämpfen gegen den Lärm an der Langstrasse. Und das mit Erfolg: Das Bundesgericht gab ihnen nun recht und verbietet eine Aussenwirtschaft mit 70 Plätzen.

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Zwei Langstrassen-Anwohner haben erfolgreich gegen den Lärm geklagt. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Wer an der Langstrasse wohnt, muss mit Lärm rechnen. Zwei Anwohner wollten das aber so nicht hinnehmen. Und kämpften sich mit ihrer Lärmklage bis vors Bundesgericht – mit Erfolg. Das Bundesgericht entschied nun, dass ein Immobilienunternehmen in ihrem Innenhof keine Gartenwirtschaft mit 70 Sitzplätzen einrichten darf, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt.

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«Das Restaurant ist halt in einem belebten Quartier»

Denn mit der geplanten Aussenwirtschaft befürchteten die Anwohner noch mehr Lärm: Und zwar nicht nur von der Strasse, sondern nun auch vom Innenhof. Das Zürcher Baurekursgericht und das Verwaltungsgericht hatten aber wenig Verständnis für die Kläger. Sie argumentierten, dass sich das Restaurant halt in einem der belebtesten Quartiere der Stadt befinde und der Lärm darum «bis zu einem gewissen Grad» hinzunehmen sei.

Das Bundesgericht sah das anders. In seinem Urteil vom 9. März führt es ein Lärmgutachten auf, das vor Ort durchgeführt wurde. Dies zeigt auf, dass die Anwohner bei offenem Fenster mit einer Lärmbelastung von 65 Dezibel rechnen müssen. Das würde dem Schallpegel eines Fernsehers auf Zimmerlautstärke entsprechen. Bei einer Aussenwirtschaft mit 70 Sitzplätzen wäre der Grenzwert aber massiv überschritten, so das Gericht.

Bewilligungspraxis soll strenger werden

Die Kläger sind nun mit dem Urteil zufrieden. «Dennoch ist es bedauerlich, dass man bis vor Bundesgericht gehen muss, damit die Behörden endlich handeln», so der Anwohner zur Zeitung. Er fordert deshalb, dass die Bewilligungspraxis strenger wird. Und das nicht nur für Aussenwirtschaften, sondern auch für 24-Stunden-Shops – «damit das Langstrassenquartier nicht vollständig untergeht», so der Anwohner.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Spectator am 29.05.2018 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Traurig, wer war wohl zuerst da? Die Strasse oder sie Bewohner? Warum zieht man ausgerechnet an die bekannteste Strasse von ZH, wo jedes Kind weiss das es dort laut ist. Zwei Personen können tausenden den spass verderben, willkommen in der Schweiz.

    einklappen einklappen
  • Sepp Trub der Füdlibürger am 29.05.2018 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Ziehen ins Stadtzentrum und erwarten dass alle rundherum flüstern und auf Zehenspitzen schleichen. Ich mag ebenfalls Ruhe, deshalb wohne ich in der Agglo in einer Aussensiedlung am Waldrand.

  • M. Bünzli am 29.05.2018 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorher überlegen!

    Ist wie die Leute die nach Kloten ziehen und sich dann wegen dem Fluglärm beklagen. Sorry aber vorher studieren!

Die neusten Leser-Kommentare

  • [HazE]Büsi am 29.05.2018 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr viele Alleswisser hier

    Interessant dass Ihr alle zu wissen scheint wie lange die Kläger dort schon wohnen. Also im Text finde ich nichts davon

  • Restaurantbesitzer am 29.05.2018 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Dieses Restaurant gehört mir, ich werde ab sofort die Anzahl der Aussenplätze auf 69 reduzieren, Vorgabe vom BG erfüllt, wems jetzt noch zu laut ist soll wegziehen oder sich nen Gehörschutz kaufen.

  • Dislikesammler am 29.05.2018 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo.

    Mehr sag ich nicht.

  • Daisy am 29.05.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Verteidigung

    Um die Kläger doch etwas zu verteidigen: Ich denke, dass sie nicht intolerant sind und sich sehr wohl bewusst sind, wo sie wohnen. Doch dass es nebst den schon bestehenden vielen Beizen und Shops immer noch mehr Trubel geben muss, und dann noch in einem Innenhof, das ist fragwürdig. Es ist doch nicht gewollt, dass dieses Quartier nicht mehr bewohnt wird? Und alle, die hier verurteilen, würden bestimmt ganz anders reden, wenn dies vor ihrer Haustüre statt finden würde.

  • Kurt am 29.05.2018 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuererhöhung

    Die Langstrasse war seit Jahren ein Tummelplatz von Restaurants , Bars und Einkaufsläden. Das jetzt Anwohner in diesem belebten Teil der Stadt Zürich vor Gericht gehen und Recht erhalten finde ich bedenklich. Macht weiter so. Irgendwann ist Zürich eine tote Stadt.