Winterthur

02. März 2011 23:50; Akt: 02.03.2011 17:23 Print

Leiter belästigt Praktikant sexuell

von Attila Szenogrady - Ein Leiter einer Winterthurer Brockenstube hat einen 16-jährigen Praktikanten wiederholt sexuell belästigt. So das Obergericht, das den nicht geständigen Beschuldigten zu einer Geldbusse von 400 Franken verurteilt hat.

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Laut Anklage hatte sich der heute Mittfünfziger im Herbst 2007 mehrfach der sexuellen Belästigung schuldig gemacht. Der Schweizer Leiter einer Winterthurer Brockenstube soll sich damals an einem 16-jährigen Praktikanten in einem Keller insgesamt drei Mal vergangen haben. Bei zwei Vorfällen fasste der Vorgesetzte seinem minderjährigen Angestellten an die Oberschenkel. Bei einem dritten Ereignis zog er von hinten das T-Shirt des serbischen Schülers hoch und strich ihm mit der Hand über den ganzen Rücken.

Glaubhaftes Opfer

In einem schriftlich geführten Verfahren hat das Obergericht den Leiter wegen mehrfachen sexuellen Belästigungen zu einer Busse von 400 Franken verurteilt und dem unterlegenen Beschuldigten die Berufungskosten von 1000 Franken auferlegt. Damit haben die Oberrichter ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Winterthur umfassend bestätigt.

Aus dem schriftlich begründeten Entscheid geht hervor, dass die Oberrichter den detaillierten und lebensnahen Darstellungen des glaubhaften Opfers gefolgt sind. Zudem hatte ein Zeuge bestätigt, dass der Geschädigte nach einem Vorfall ganz aufgelöst aus dem Keller hochgeflitzt und nervös sowie komplett unruhig gewesen sei.

Vergeblich Freispruch verlangt

Die Verteidigung hatte vergeblich einen Freispruch verlangt und die Erfüllung des Tatbestandes in Abrede gestellt. Lange nicht jede körperliche Berührung sei eine sexuelle Belästigung, machte sie geltend. Zudem habe der Verzeigte keinerlei sexuelles Interesse an Männern.

Das Obergericht verneinte diese Argumente. In Anbetracht der gesamten Umstände sei bei sämtlichen drei Vorfällen keine andere als eine sexuelle Bedeutung ersichtlich, steht im Urteil. Zudem habe sich der Geschädigte ausdrücklich geweigert, sein T-Shirt hochzuziehen. Worauf es der Beschuldigte trotzdem getan habe und damit gegen den Willen des Opfers vorgegangen sei. Damit nahm der Verzeigte laut Urteil eine Belästigung zumindest in Kauf. In seiner Stellung als Vorgesetzter habe er genau wissen müssen, dass er einen Jugendlichen nicht in der Weise anfassen dürfe, führten die Oberrichter weiter aus.

Fall noch nicht abgeschlossen

Der Fall ist aber noch nicht abgeschlossen. Gemäss Obergericht hat der Beschuldigte bereits Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht erhoben.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • cst am 04.03.2011 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    400 Franken Busse? Hätte er 5 Mal falschparkiert wäre die Busse gleich hoch gewesen.... Schande

  • Marco U am 06.03.2011 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Therapie statt Busse, das tut mehr weh...

    E.v sollte man sollche Leute zu Therapi verdonnern statt lächerliche 400.- Busse auszusprechen. Das die Gerichtskosten 1000.- sind ist ja normal...

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  • Marco U am 06.03.2011 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Therapie statt Busse, das tut mehr weh...

    E.v sollte man sollche Leute zu Therapi verdonnern statt lächerliche 400.- Busse auszusprechen. Das die Gerichtskosten 1000.- sind ist ja normal...

  • cst am 04.03.2011 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    400 Franken Busse? Hätte er 5 Mal falschparkiert wäre die Busse gleich hoch gewesen.... Schande