Jugendkriminalität

08. März 2011 15:23; Akt: 08.03.2011 15:27 Print

Letzte Chance für 19-jährigen Räuber

Ein Teenager, der mehrere Raubüberfälle begangen hat, muss nicht ins Gefängnis. Dies, weil er seit letztem Sommer straffrei ist.

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Arbeitserziehung statt Gefängnis: Das Bezirksgericht gibt einem 19-Jährigen eine allerletzte Chance. (Bild: Keystone)

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Das Bezirksgericht Zürich gibt einem 19-Jährigen eine allerletzte Chance: Es hat einen auf vier Jahre angesetzten Freiheitsentzug am Dienstag zugunsten einer Arbeitserziehung für junge Erwachsene aufgeschoben. Der Mann hatte im Kanton mehrere Raubüberfälle begangen.

Der Jugendliche hatte an Weihnachten 2009 mit einem Kollegen am Zürcher Hauptbahnhof in einem wartenden Zug einen Passagier überfallen. Die Täter nahmen dem Opfer 530 Euro und 40 Franken ab. Vor diesem Raub hatte das Duo in Zürich schon einen Passanten niedergeschlagen und ihm sein Mobiltelefon sowie 80 Franken gestohlen.

Die Polizei nahm den damals 18-Jährigen einige Stunden nach der Tat fest. Er sass bis im Februar 2010 in Haft. Nur eine Woche nach seiner Entlassung überfiel der Jugendliche mit einem anderen Mann am späten Abend am Bahnhof Hinwil eine diensthabende SBB- Büroangestellte. Die Männer bedrohten die Frau mit einem Messer, verletzten sie am Finger und fesselten sie mit Klebeband. Sie erbeuteten eine Bankomaten-Karte und 40 Franken in bar.

Nicht mehr straffällig geworden

Seit letztem Sommer befindet sich der umfassend geständige Schweizer nun in einer Arbeitserziehung. Er sei nicht mehr straffällig geworden und wolle eine Lehre als Maler beginnen, hiess es vor Gericht. Staatsanwaltschaft und Verteidigung plädierten für den Aufschub einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren zugunsten der bereits eingeleiteten Massnahme für junge Erwachsene.

Das Gericht erhöhte das Strafmass auf vier Jahre Freiheitsentzug. Es gab dem Angeklagten dennoch eine letzte Chance, indem es die Arbeitserziehung anordnete. Die beim Überfall verletzte SBB- Angestellte erhält 500 Franken Schmerzensgeld.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René am 08.03.2011 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wann kommt wirklich letzte Chance??

    Bei soviel bekannten Delikten, kann man wohl noch von einer unbekannten Dunkelziffer ausgehen. Und der bekommt wieder eine Chance. Die letzte existiert bei den Richtern wohl nicht. Mich nähme nur Wunder, wenn dieselben Opfer solcher Gewalttat würden, wie sie dann richten würden.

  • melanie am 08.03.2011 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    na ja

    na ja, im ersten moment ist es schon eine seltsame massnahme aber auf die andere seite ist die ausbildung, und arbeiten wahrscheinlich wirklich die einzige massnahme um einen jungen menschen aufzuzeigen was er erreichen kann. und auch zukünftig wäre dem staat ein junger mann mit ausbildung lieber als einer ohne aber mit gefängnissstrafe

  • upjj am 08.03.2011 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    wo liegt die gereichtigkeit

    danke für die grosszügige entschädigung an den verletzten sbb-mitarbeiter. er wird das ganze leben lang dankbar sein, dass er diesen vorfall sicher nicht mehr vergessen kann. warten wir ab, wenn der schläger das nächstemal zuschlägt wird es heissen, ja er ist ja nun doch einige zeit nicht mehr straffällig geworden. wir geben ihm nochmals eine chance... richter leben doch in einer anderen welt. täterschutz statt opferschutz

Die neusten Leser-Kommentare

  • D.L. am 09.03.2011 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinniges Rechtssystem

    Und da wundert sich noch jemand wenn Selbstjustiz verübt wird?? Ist doch lächerlich dem eine letzte Chance zu geben. Mit 18 sollte man schon für sein Handeln verantwortlich sein können. Wiedereinmal Täter statt Opferschutz.

  • Samara Morgaine am 09.03.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Allerletzte Chance

    In den USA würde der Junge Mann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteit. Vielleicht nutzt er ja diese allerletzte Chance, bessert sich und fängt wirklich ein neues Leben an.

  • ehemaliger am 09.03.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    resozialisierung VS vergeltung

    bei vielen jungen männern wächst sich der galoppierende blödsinn aus den sie als jugendliche begehen. nun steht der gesetzgeber vor der wahl. den delinquenten in den geschlossenen vollzug stecken wo er schlimmer wieder herauskommt oder, bei aussicht auf eine besserung durch "älterwerden" ihn anderweitig zu beschäftigen. mit kuscheljustiz hat das nichts zu tun sondern mit erfolgsaussichten. vergeltung ist ein schöne sache im moment befriedigt aber schlussendlich niemanden wirklich.

  • Biologe am 09.03.2011 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Pferd mit Gummizähnen

    Wie soll den der in einer Arbeitsanstalt noch straffällig werden? Das ist doch wieder eine faule Ausrede,( er wurde in der Arbeitserziehungs-Anstalt nicht mehr straffällig,) wie könnte eu nur? Da lacht ein Pferd mit Gummizähnen wenn man so was hört. Mit solchen Delikten muss jemand sicher in den Knast, das ist nun mal meine Meinung!

  • EIDGENOSS am 09.03.2011 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    letzte Chance!

    Wo war die (letzte) Chance der Opfer!!?!!