Zürich

05. April 2011 23:22; Akt: 05.04.2011 20:27 Print

Liebeserklärung an die Banken – illegal

von Roman Hodel - Ohne Bewilligung hat Künstler Jean Stutz tonnenschwere Skulpturen vor der CS, UBS und ZKB aufgestellt. Die Polizei stellt ihm ein Ultimatum.

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Künstler Jean Stutz mit seiner Stahlskulptur vor dem Credit-Suisse-Hauptsitz in Zürich. Foto: rom

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«Ich liebe die Banken», sagt Künstler Jean Stutz aus Rorschach und meint es anscheinend ernst. Gestern liess der 78-Jährige vor den Hauptsitzen von CS, UBS und ZKB je eine Stahlskulptur aufstellen. Für die illegale Kunstaktion benötigte er einen Kranwagen: Jede Skulptur wiegt fast eine Tonne. «Ständig werden die Banken kritisiert, dabei leisten sie auch viel Gutes», sagt Stutz und erwähnt etwa die Milliarden von Franken an Steuern, die sie ablieferten. «Deshalb ergreife ich Partei», sagt er. Nebenbei hofft der Künstler aber auch, seine Werke für je 48 000 Franken an die Banken zu verkaufen. «Immerhin hat mich die Aktion fast 50 000 Franken gekostet.»

Und es könnte noch teurer werden: Weil die Objekte unbewilligt auf öffentlichem Grund stehen, hat die Polizei Stutz verzeigt und ihm ein Ultimatum gestellt: «Bis am Donnerstag müssen die Skulpturen weg», sagt Sprecherin Judith Hödl. «Ansonsten werden sie kostenpflichtig entfernt.»

Bei den Banken nimmt man die Liebeserklärung mit Humor: «Die ZKB fühlt sich geschmeichelt, doch die Liebe ist einseitig und so geht das Kunstwerk an den Absender zurück», sagt Sprecher Diego Wider. «Damit wird unsere Kunstsammlung kurzfristig um ein Werk erweitert», so CS-Sprecherin Daniela Häsler. «Wir hoffen aber, dass der Blick aufs Schaufenster bald wieder frei ist.» UBS-Sprecher Andreas Kern spricht von einer «originellen Idee». Ob ein Erwerb des Kunstwerks in Frage komme, sei jedoch offen.