Wahlkampf in Zürich

30. Juli 2015 18:30; Akt: 30.07.2015 20:22 Print

Linke Chaoten stören SVP-Anlass im HB

Die SVP hat am Donnerstag mit der Aktion «SVP bi de Lüt» in der Halle des Hauptbahnhofs Wahlkampf betrieben. Linke Chaoten störten die Veranstaltung mit Hupkonzerten und Buhrufen.

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Massive Störaktion in der Halle des Zürcher Hauptbahnhofs. Der Schwarze Block stört die Wahlveranstaltung «SVP bi de Lüt».

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Die Störmanöver begannen kurz nach 18 Uhr, als SVP-Parteipräsident Toni Brunner ans Mikrofon trat. Seine Kurzansprache ging in einem ohrenbetäubenden Hupkonzert und Buhrufen der Linksaktivisten unter. Ein Polizeikordon verhinderte, dass diese in den abgesperrten Raum eindringen konnten.

«Ich habe gerade in eine Gratis-Wurst von der SVP gebissen, als sich die Polizisten plötzlich in einer Reihe vor dem Veranstaltungsort aufstellten», sagt ein Leser-Reporter und SVP-Sympathisant. Hinter der Polizistenreihe seien dann rund 20 Demonstranten mit Transparenten aufgetaucht, hätten «Scheiss-SVP» skandiert und über ein Mikrofon eine Sirene laufen lassen.

Pfefferspray eingesetzt

Es sei danach zu einigen Scharmützeln gekommen. «Die Polizei drängte die Demonstranten zum Teil mit Pfefferspray zurück», so der Leser-Reporter weiter. Gegen 19 Uhr beruhigte sich die Lage wieder. Zu jenem Zeitpunkt war der Anlass ohnehin zu Ende. Eine Veranstaltungsteilnehmerin wurde laut Mitteilung der Kantonspolizei Zürich von einem Gegenstand getroffen und verletzt – fünf Personen wurden verhaftet.

Die Wahlveranstaltung hatte am späten Nachmittag friedlich begonnen. In Anlehnung an die Fernsehsendung «SRF bi de Lüt» hatte die SVP unter dem leicht abgewandelten Motto «SVP bi de Lüt» zu einer Mischung aus vorgezogenem 1. August und Oktoberfest eingeladen.

Wahlmaskottchen im Einsatz

Die SVP Kanton Zürich versorgte die Besucher mit Grill-Würsten und Bier, derweil auf der Bühne der Volksrocker Willy Vogel alias «Willy Tell» die Stimmung im Publikum anheizte. Vogel zeichnete auch für den extra für die SVP komponierten Freiheitssong verantwortlich, in dem das Wahlmaskottchen «Willy» als Symbol der Freiheit im Zentrum steht.

Vor einem der Wahlmobile, mit denen SVP-Kandidierende bis zu den Wahlen am 18. Oktober durchs Land ziehen werden, präsentierten sich Parteipräsident Toni Brunner, die Zürcher Nationalrätin Natalie Rickli, Nationalratskandidat Roger Köppel und Ständeratskandidat Hans-Ueli Vogt den Passanten mit Kurzansprachen.

Freiheit beschworen

Unisono beschworen die Redner die Freiheit und Unabhängigkeit der Schweiz. Die Selbstbestimmung stehe in Gefahr, meinte Vogt. «Dagegen müssen wir uns wehren.» Die Geschichte der Schweiz sei im Wesentlichen schon immer ein Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit gewesen.

Der «Weltwoche«-Verleger Roger Köppel geisselte den Bundesrat, der die Schweiz mit einem Vertrag an die EU verschenken wolle und immer wieder den Volkswillen missachte. Die SVP sei die einzige Partei, die wie ein Fels in der Brandung zur Schweiz stehe, sagte Köppel. Am 18. Oktober müsse deshalb die Mitte-links-Mehrheit beseitigt werden.

Es war das erste Mal, dass eine Partei die Bahnhofshalle für einen Politanlass nutzen durfte. Vor vier Jahren gab es zwar eine Art Politmesse, an der sich die Parteien an Ständen vorstellen konnten. Politische Veranstaltungen à la «SVP bi de Lüt» in Bahnhöfen aber waren nicht zugelassen.

Aufgrund eines Bundesgerichtsurteils zu politischer Werbung hat die SBB die Nutzungsbedingungen inzwischen geändert. Pro Jahr kann einer Partei eine politische Veranstaltung bewilligt werden. Die SVP war die erste Partei, die sich dies zunutze machte.

(zum/sda/rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael S. am 30.07.2015 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit

    Wieso sind es eigentlich immer die Linken welche gross die Meinungsfreiheit skandieren und sich dann selbst nie dran halten? Sie dürfen ihre Veranstaltungen ja auch brav austragen. Wieso also nicht auch die SVP? Wieder wird die Demokratie mit Füssen getreten.

  • Liliana am 30.07.2015 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Da frag ich mich doch

    Was stellen sich die Linken noch unter Demokratie vor?

  • Mensch am 30.07.2015 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    kindisch...

    Ich kann mich nicht erinnern wann so etwas das letzte man bei einer SP Kundgebung passiert ist. Gab's das überhaupt mal?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Studer am 31.07.2015 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Spannende Wahlen 2015

    Ich bin parteipolitisch absolut neutral, aber man muss sich nach solchen unnötigen Aktionen bei einer friedlichen Veranstaltung nicht wundern, wenn die linken Parteien an Unterstützung verlieren. Man kann sich auch in das eigene Fleisch schneiden - die Wahlen im Herbst werden es zeigen.

  • Verena C. am 31.07.2015 05:26 Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    Haben die Linken so grosse Angst dass sie noch mehr verlieren ?

  • Walter R am 31.07.2015 04:58 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr...

    Und einmal mehr haben diese Linken Chaoten Zeugnis abgelegt über ihr seltsames Demokratieverständnis.

  • J.S. am 30.07.2015 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum können die Linke Chaoten die SVP nicht mal in ruhe lassen? Hoffe werden die Schuldigen alle belangt! Mühsam solche Sachen! Und dies doch Freibier ^^ ;)

  • Mensch am 30.07.2015 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    kindisch...

    Ich kann mich nicht erinnern wann so etwas das letzte man bei einer SP Kundgebung passiert ist. Gab's das überhaupt mal?