Polterabend attackiert

31. Oktober 2019 14:09; Akt: 31.10.2019 14:29 Print

Linksautonomer sitzt nach Kettenangriff in U-Haft

von Jennifer Furer - Im Zürcher Niederdorf haben Linksautonome eine Polterabend-Gruppe angegriffen. Ein Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft.

Auf dem Video ist zu Beginn zu sehen, wie ein Vermummter einen Stuhl wirft. Dann flüchtet die Gruppe. (Video: Leser-Reporter)
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Mit Stahlketten bewaffnet sollen rund 15 Vermummte Ende September eine Gruppe von Männern unvermittelt im Zürcher Niederdorf angegriffen haben, als diese einen Polterabend feierten. «Sie haben die Männer richtig auseinandergenommen. Einem Mann haben sie die Stahlkette ins Gesicht geschlagen, bis er am Boden lag. Überall war Blut», sagte ein Familienvater zu 20 Minuten.

Die Auseinandersetzung sei heftig gewesen. «Es flogen Stühle und Tische, die die Vermummten von den umliegenden Restaurants und Bars entwendet hatten.» Der Angriff habe nur einige Minuten gedauert. «Dann sind die Vermummten weggerannt», so der Vater. Die Stadtpolizei Zürich sagte, dass beim Angriff drei Personen im Alter zwischen 25 und 39 Jahren verletzt worden seien.

Hausdurchsuchung beim mutmasslichen Täter

Nach dem Angriff auf die Polterabend-Gruppe bekannten sich Linksautonome auf einem Online-Portal zum Angriff. Es hiess: «13 Faschisten feierten einen Junggesellenabschied. Sie pöbelten, zeigten Hitlergrüsse und waren durch eindeutige Symbole und Tattoos als Neonazis zu erkennen. Als sie besoffen und pöbelnd von einem Lokal ins nächste zogen, wurden sie von AntifaschistInnen vermöbelt und somit wurde diesem Treiben ein Ende gesetzt.»

Laut einem Blogbeitrag, der von Linksautonomen am Donnerstag veröffentlicht wurde, ist ein mutmasslicher Angreifer in Untersuchungshaft gekommen. Die Festnahme sei nach einer Hausdurchsuchung am 25. Oktober erfolgt. Auf Anfrage bestätigt Erich Wenzinger, Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Zürich, dass bezüglich des Vorfalls im Niederdorf ein Verfahren eröffnet worden sei und eine Person in Untersuchungshaft sitze: «In der Zwischenzeit haben Ermittlungen der Stadtpolizei Zürich zur Festnahme eines Mannes geführt, der dringend der Tatbeteiligung verdächtigt wird.»

Dass nun ein mutmasslicher Täter in Untersuchungshaft sitzt, sorgt in linken Kreisen für Unmut. Im Blog heisst es weiter: «Es erstaunt uns nicht, dass der bürgerliche Staat mit seinen Repressionsorganen militanten Antifaschismus zu brechen versucht. Wir stellen dem die Solidarität entgegen und betonen: Keinen Fussbreit dem Faschismus!»