Wegen alter Bausubstanz

13. Dezember 2018 05:47; Akt: 13.12.2018 07:27 Print

Restaurant im Kreis 1 kämpft mit Maus-Problem

In einem Lokal an der Bahnhofstrasse wurden Mäuse gesichtet. Dort versichert man, dass es kein Hygieneproblem gibt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Gleich mehrere Mäuse entdeckte ein Leser am Freitagabend im Restaurant Rice Up an der Bahnhofstrasse: «Wir standen neben dem Restaurant und tranken unseren Punsch.» Zufällig schaute er durchs Schaufenster: «Plötzlich sah ich die Mäuse unter den Tischen und Stühlen herumrennen.»

Zu dem Zeitpunkt hatte das Restaurant bereits geschlossen: «Nur das Putzpersonal war noch da.» Etwas ekelhaft findet er die Tatsache schon, dass dort Mäuse herumlaufen: «Das ist doch hygienisch sicher ein Problem.» Er selber habe in dem Restaurant auch schon gegessen – überlege sich nun aber, ob er dies erneut tun werde.

«Weder gesundheitliche noch hygienische Probleme»

Beim Gastrounternehmen Two Spice AG, zu dem auch das Rice-Up-Lokal an der Bahnhofstrasse gehört, teilen die Geschäftsleiter Marc Saxer und Daniel Kehl auf Anfrage mit, dass Mäuse Wildtiere seien und seit Jahrzehnten in urbanen Siedlungsräumen leben würden: «Im ganzen Quartier gibt es Mäuse, nicht nur bei Rice Up.» Das man hingegen einer dieser Nagetiere zu Gesicht bekomme, sei selten. «Die Hobbybiologen unter den 20-Minuten-Lesern hatten da offenbar mehr Erfolg.»

Die Kunden müssen sich aber weder um ihre Gesundheit noch um die Hygiene im Lokal Sorgen machen, versichern die Two-Spice-Geschäftsführer. Die letzte unangekündigte Kontrolle des städtischen Lebensmittelinspektorats sei erst vor wenigen Tagen durchgeführt worden – aufgrund einer besorgten Meldung bei der Stadtpolizei. «Die Kontrolle ergab keinerlei Beanstandungen in Sachen Hygiene im Rice Up.»

Damit das so bleibt, arbeite man intensiv mit einer Schädlingsbekämpfungsfirma zusammen: «Gastronomiebetriebe, die wie wir in älteren Liegenschaften eingemietet sind, müssen hier professionelle Hilfe holen.» Ihnen sei aber wichtig, dass die beauftragte Firma effizient und dennoch möglichst schonungsvoll gegen die Mäuse vorgehe.

«Es gibt viele Hohlräume in den Wänden»

Die für Rice Up zuständige Firma heisst Insekta: «Wir betreuen das Lokal seit dem Einzug und führen eine permanente Überwachung durch», sagt Geschäftsleiter Pascal Frei. Die Kammerjäger würden mehrmals im Jahr mögliche Schlupflöcher absuchen, Mäusefallen aufstellen und die Kontrollen rapportieren. Seither sei es zwar selten akut gewesen, sagt Frei, aber wenn, überwache man die Situation wöchentlich.

Im Rice-Up-Fall sei die alte Bausubstanz des Gebäudes für die Mäuse verantwortlich: «Es gibt viele Hohlräume in den Wänden. Auch die Isolationsanlagen sind etwas in die Jahre gekommen.» Es sei fast unmöglich, alle Schlupflöcher zu finden und zu verschliessen. Zudem sei eine Sanierung oder ein Neubau kein Garant für ein mausfreies Restaurant: «Überall, wo es Lebensmittel gibt, kann es auch Mäuse geben.»

Mäuse brauchen nur 1 bis 2 Zentimeter

«Mäuse im Restaurant sind nicht immer die Schuld des Restaurants», sagt Alain Aufranc, Geschäftsleiter bei der Schädlingsbekämpfungsfirma Tuttifix: «Vor allem wenn das Gebäude älter ist, sind nachhaltige Lösungen schwierig.» Zudem brauchen Mäuse nur ein Schlupfloch von 1 bis 2 Zentimetern. Ab Herbst steige das Risiko: «Wenn es draussen kalt wird, suchen die Tiere ein warmes Plätzchen.»

Muss der Kammerjäger vorbeikommen, kann das teuer werden. Bei permanenter Schädlingsbekämpfung kann das mehrere Tausend Franken im Jahr kosten, verrät Aufranc. Einen Mäusebefall zu melden, sei aber wichtig. Dabei gehe es nicht nur um die hygienischen Aspekte: «Da Mäuse Nagetiere sind, zerstören sie alles, was ihnen in die Quere kommt.»


Der Leser-Reporter filmte eine der Mäuse mit seinem Handy.

(mon/wed)