Zürich

24. März 2011 22:24; Akt: 25.03.2011 10:38 Print

Magersüchtige (17) erhielt Abnehmpille

von David Torcasso - Problemlos hat eine junge Magersüchtige in einer Zürcher Apotheke die Abnehmpillen Alli und Carbosinol erhalten. Ihre Mutter ist entsetzt.

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Die 17-jährige B. C.* hat in der Sonnen-Apotheke beim Bellevue die Schlankheitsmedikamente Alli und Carbosinol verlangt. Fatal: B. C. ist magersüchtig und weist einen Body-Mass-Index von nur 15,5 auf. Die rezeptfreien Pillen dürfen aber erst ab einem BMI von 26 eingenommen und sowieso nicht an Minderjährige ausgehändigt werden. Trotzdem verkaufte eine Pharma-Assistentin die Medikamente für 105 beziehungsweise 50 Franken. Die junge Frau hatte ihr weisgemacht, die Pillen seien für ihren fettleibigen Bruder. Die Mutter der 17-Jährigen ist aufgebracht: «Die Pharma-Assistentin hat damit am Grab meiner Tochter geschaufelt.» Zumal sie sichtbar magersüchtig sei.

«Die Kundin hat die junge, noch nicht so erfahrene Pharma-Assistentin notorisch angelogen», so Peter Schüpbach, Leiter der Sonnen-Apotheke «Zudem gehen wir davon aus, dass Kunden die Wahrheit sagen.» Man könne den Standpunkt vertreten, öfter einen Ausweis verlangen zu müssen, räumt Schüpbach ein. «Das würde aber auch Misstrauen bei Kunden auslösen.» Der Apotheker betont: «Täglich fragen bei uns bis zu zwei junge Frauen nach Abführmitteln, das verweigern wir aber bei sehr schlanken Kundinnen stets.» Lorenz Schmid, Präsident des Apothekerverbandes des Kantons Zürich, sagt zum Vorfall: «Apotheker sind keine Polizisten, die Lügengeschichten aufdecken müssen. Bei jungen Frauen schauen wir grundsätzlich genau hin.»

*Name der Redaktion bekannt

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal Wegweis am 25.03.2011 02:36 Report Diesen Beitrag melden

    scheinheilige Mutter

    "Am Grab meiner Tochter geschaufelt" ist ein unerhörter Vorwurf der Mutter; denn die Erziehungsverantwortung liegt (noch) bei ihr! Zudem kann man nicht immer jemanden anderen für alles verantwortlich machen. Wenn ich im Migros-Baumarkt Farbe oder Verdünner kaufe und das trinke, kann man nicht der Migros vorwerfen, sie hätte an meinem Grab geschaufelt.

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  • Daniel am 26.03.2011 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter

    Die Mutter muss nun nicht die Verantwortung abschieben wollen. Wenn ich ein Schmerzmittel brauche, will ich auch nicht zuerst Verhört werden.

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  • Peter am 25.03.2011 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    Apotheken und Hausärzte ...

    Der Vorfall ist eine Bestätigung dafür, dass solche Medikamente nur vom Hausarzt (kenn seine Patienten besser als der Apotheker) abgegeben werden sollten. Aber die Apotheker bekämpfen die Hausärzte... - da gehts doch nur ums Geld!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Petra am 27.03.2011 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern ohne Verantwortung.

    Was macht ein 17 jähriges magersüchtiges Mädchen überhaupt auf der Strasse!Ein Mensch der so einen kleinen BMI hat,muss unter ärzlicher aufsicht sein.Und in einer Therapie.

  • Daniel am 26.03.2011 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter

    Die Mutter muss nun nicht die Verantwortung abschieben wollen. Wenn ich ein Schmerzmittel brauche, will ich auch nicht zuerst Verhört werden.

    • sisi am 28.03.2011 18:42 Report Diesen Beitrag melden

      Eigene Magersucht

      Magersüchtige leben in einer eigenen Welt da kommt niemand ran nicht mal die eigene Mutter.Man braucht Einsicht.

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  • kapitalist am 25.03.2011 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    wen interessiert schon ein mädchen

    falls es euch schockiert: geld regiert die welt, auch in der gesundheitsbarnche. "alle" wollen möglichst schnell reich werden teure autos haben, reisen, angeben usw. das ist ja das hauptziel in unserer gesellschaft mit der sogenannten freien marktwirtschaft. wer glaub ein banker erstellt dem kunden angebote die dem kunden am meisten nützen oder das ein arzt ein medi abgiebt das am besten für den patienten ist täuscht gewaltig. wo man die beste marge hat, dort wird verkauft. es gibt keine grund das ein mediziner ein besserer mensch ist als seine patienten.

  • was dran am 25.03.2011 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Detektive?!

    Nehmen wir an, B.C.* hat der jungen Pharma-Assistentin glaubhaft erklärt, der übergewichtige Bruder schäme sich, die Pillen selbst zu kaufen... Es kann nicht sein, dass Apotheker/innen und ihre Mitarbeiter/innen Detektiv spielen müssen. Die Eigenverantwortung der Eltern muss hier zum Zuge kommen, und wenn das Töchterchen krank ist, soll sie zu einer Therapie angemeldet werden. Das soll schon vielen geholfen haben.

  • Lulu am 25.03.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Apotheker

    Was soll der Apotheker alles kontrollieren. Leben wir in einem Staat, wo Eigenverantwortung noch etwas gilt, oder muss jede und jeder beschuetzt werden vor der eigenen Dummheit.