Exhibitionist verhaftet

13. Januar 2020 16:05; Akt: 13.01.2020 17:53 Print

Polizistinnen als Lockvogel eingesetzt

In der Nacht auf Montag nahm die Stadtpolizei Winterthur einen Mann fest. Er hatte zuvor an der Juchstrasse vor einer zivilen Polizistin onaniert.

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Eine gezielte Aktion der Stadtpolizei Winterthur führte zur Verhaftung eines Exhibitionisten. Weil bei der Polizei seit November 2018 über zwei Dutzend Delikte von Exhibitionismus gegenüber jungen Frauen registriert wurden, setzte man weibliche Mitarbeiterinnen zivil auf der Strasse ein.

Und das mit Erfolg: Am Sonntagabend kurz nach 23 Uhr tauchte ein leicht bekleideter Mann an der Juchstrasse auf und onanierte vor einer Polizistin in Zivil. Dem Täter, einem 33-jährigen Schweizer, gelang zunächst die Flucht. Dabei verletzte er sich am Bein. Wenig später konnte er verhaftet werden.

Selbst als Lockvogel eingesetzt

Wie Sprecherin Rahel Egli auf Anfrage sagt, wird von Fall zu Fall entschieden, welche Massnahmen zur Überführung eines Täters ergriffen werden: «In diesem Fall war es sinnvoll, zivile Polizistinnen auf der Strasse einzusetzen.» Dabei soll nicht immer die gleiche Polizistin als Lockvogel unterwegs gewesen sein. «Es standen mehrere Kolleginnen im Einsatz.»

Egli wurde selbst auch als Lockvogel eingesetzt. Dazu sagt sie: «Der Einsatz war auch für mich als Polizistin eine spezielle Herausforderung.» Sie betont aber, dass sie und die anderen Beamtinnen nie alleine unterwegs waren: «Mehrere Kollegen waren jeweils an der Aktion beteiligt.»

Seit Dezember fünf Vorfälle

Eine Zunahme von Exhibitionismus in Winterthur stellte die Stadtpolizei seit November 2018 fest. In diesem Zeitraum wurden insgesamt vierzehn Delikte von Exhibitionismus gegenüber jungen Frauen registriert. Diese fanden jeweils in der Nacht statt. Der Täter war dabei vermummt und konnte jedes Mal unerkannt flüchten.

Alleine seit Dezember 2019 waren es fünf Vorfälle, so Egli. «Ob die alle derselben Person angelastet werden können, ist noch ungewiss. Die Ermittlungen und die Befragung des Verdächtigen laufen.» Der Mann wird aber verdächtigt, mehrere der erwähnten Delikte begangen zu haben.

Die Polizei rät in einem solchen Fall den Mann nicht zu beachten, weiterzugehen und sofort die Polizei zu alarmieren.

Körperliche Gewalt eingesetzt

Erst im Dezember konnte die Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei Winterthur und der Staatsanwaltschaft in Winterthur einen Mann verhaften, der in Verdacht stand, mehrere Frauen sexuell genötigt zu haben, darunter auch eine Minderjährige.

Der im Bezirk Winterthur wohnhafte 32-jährige Schweizer stellte seit Oktober 2019 mehrfach weiblichen Jugendlichen und Frauen nach. In der Folge versuchte er, diese zu sexuellen Handlungen zu drängen, wobei er auch körperliche Gewalt einsetzte. Der Mann wird zudem verdächtigt, mehrfach wegen Exhibitionismus in Winterthur aufgefallen zu sein.

Einen Zusammenhang mit der Verhaftung in der Nacht auf Montag bestehe laut Egli nicht.

(mon)