Vor Haus erstochen

05. Mai 2019 11:07; Akt: 06.05.2019 07:24 Print

«Er war so ein netter und hilfsbereiter Mensch»

Eine unbekannte Täterschaft hat einen Mann vor seinem Haus in Killwangen AG niedergestochen und schwer verletzt. Der 57-Jährige verstarb im Spital. Seine Familie ist erschüttert.

Der Cousin des Opfers Jonuz Rastoder ist erschüttert.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein in der Nacht auf den Sonntag in Killwangen AG niedergestochener Mann ist am frühen Morgen im Spital gestorben. Die Polizei sucht nach der Täterschaft. Sie sucht Zeugen.

Die gegen 3.15 Uhr alarmierte Polizei fand den 57-jährigen Mann in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Zelgmattstrasse in Killwangen, wie sie mitteilte. Der Mann aus Montenegro wies schwere Stich- und Schnittverletzungen auf. Eine Ambulanz brachte ihn ins Spital.

Opfer vor dem Haus angegriffen

Die Polizei leitete umgehend eine Fahndung nach der unbekannten Täterschaft ein. Der oder die mutmasslichen Täter konnten flüchten. Nach ersten Erkenntnissen dürfte das Opfer vor dem Haus angegriffen worden sein.

Die Familie ist tief erschüttert. «Wir wissen nicht, was passiert ist. Er hatte keine Feinde», sagt sein Cousin Jonuz Rastoder: «Ich glaube eher, dass es sich um eine Zufallstat handelt. Vielleicht war er einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort.»

Wie der Cousin weiter erzählt, soll das Opfer eine ruhige, hilfsbereite und äusserst nette Person gewesen sein. Zusammen seien sie vor etwa 30 Jahren in die Schweiz gekommen: «Wir stammen aus Savinbor bei Petnjica.» Das Opfer habe als Maler gearbeitet und sei selbstständig gewesen. «Mit seiner Frau und seinen Kindern lebte er schon lange in Killwangen», so der Cousin.

«Wir hoffen, dass wir den Täter finden»

Wie weitere Angehörige erzählen, sei der 57-Jährige vor der Tiefgarage erstochen worden. Davor hatte das Opfer noch mit seiner Familie und seinen Freunden ein Fest gefeiert. Danach fuhr der Mann nach Hause und stellte seinen Lieferwagen vor der Tiefgarage ab. «Dort griffen ihn die Täter an», so ein Neffe.

Danach habe er sich blutend in die Wohnung geschleppt: «Ich war gerade im Ausgang und habe einen Anruf erhalten. Ich bin sofort nach Hause gefahren.» Als der junge Mann am Tatort ankam, seien im ganzen Treppenhaus Blutspuren gewesen.

Obwohl der Krankenwagen gleich vor Ort war, verstarb das Opfer später im Spital. Die Familie kann es immer noch nicht glauben. «Alle weinen und haben sich in der Wohnung des Opfers versammelt», so ein Verwandter. Wie es jetzt weitergeht, wissen sie nicht: «Wir hoffen, dass sie den Täter bald finden.»

Mann in Wohnung niedergestochen

«Ich bin erschüttert, dass hier so etwas passiert»

Auch die Anwohner sind ratlos. «Ich bin erschüttert, dass hier so etwas passiert», sagt eine Nachbarin. Die Frau, die sichtlich schockiert wirkt, hatte das Opfer gekannt. «Ich weiss, dass er als Maler arbeitete. Er war immer so nett.»

Eine andere Frau, die seit 30 Jahren in der Überbauung an der Zelgmattstrasse wohnt, meint: «Ich konnte in den letzten Jahren ab und zu ein paar komische Gestalten hier in der Gegend beobachten.» Es wurden auch schon Sachen aus der Tiefgarage gestohlen.

«Es ist schon ein bisschen unheimlich»

Wie eine Familie mit zwei Kindern sagt, wäre es schon unheimlich: «Wir haben von dem tragischen Vorfall gehört, kennen das Opfer aber nicht.» Eigentlich sei es eine ruhige Gegend: «Das so etwas hier passiert, erstaunt uns.»

Andere Anwohner sagen, dass sie am Sonntagmorgen im Quartier viele Polizisten sahen. «Sie haben beim Kindergarten an der Zelgmattstrasse etwas gesucht.» Laut Anwohnern ist die Polizei dort auch rein gegangen. Eine Sprecherin der Kantonspolizei sagt, dass sie davon keine Kenntnis habe. Die Ermittlungen laufen.


(mon/sda)