200 Fahrten in 3 Jahren

21. Februar 2019 10:18; Akt: 21.02.2019 15:18 Print

40 Tonnen Lebensmittel in die Schweiz geschmuggelt

Ein Mann aus Deutschland hat über 40 Tonnen Lebensmittel unverzollt in die Schweiz gebracht. Dem Staat entgingen Abgaben in der Höhe von 400'000 Franken.

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Im Postzentrum Mülligen (AG) haben Mitarbeitende der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) am 3. Oktober 2019 in einer Legopackung über 1000 Ecstasy-Pillen gefunden. Ein Besitzer einer Zürcher Pizzeria schmuggelte aus Deutschland illegal Fleisch ein. Der Mann flog im Juli 2019 auf, als ein Fahrzeug angehalten wurde, das eine Ladung des Pizzeria-Besitzers transportierte. Über eine Tonne Drogen hat die Polizei am Flughafen Zürich im ersten Halbjahr 2019 sichergestellt. Dieser Teddybär war im Juli 2019 mit der Post von Johannesburg nach London unterwegs. Bei einem Zwischenstopp in Zürich flog er als Drogenschmuggler auf. Ein Spürhund der Eidgenössischen Zollverwaltung wurde auf den Teddybären aufmerksam. Bei der Kontrolle wurde festgestellt, dass der Teddybär prall gefüllt mit Marihuana war. Zöllner haben in Ossingen ZH im Februar 2019 zwei Italiener erwischt, die in ihrem Wohnwagen 21 verbotene Waffen mitführten. Die jungen Männer gaben an, für einen Zirkus zu arbeiten. Ein Mann aus Deutschland hat in drei Jahren über 40 Tonnen Lebensmittel über die Grenze geschmuggelt, darunter viel Fleisch aus seinem Heimatland Portugal. Mitarbeitende der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) haben am Flughafen Zürich 4000 gefälschte Markenbrillen sichergestellt. 150'000 Zigaretten haben die deutschen Beamten im Oktober 2018 in einem Auto von drei Briten gefunden. Hier weitere Fälle: Die deutschen Zöllner fanden im Juli 2017 bei Touristen aus Asien insgesamt 3500 unverzollte Edelzigarren. Für die Ware im Wert von über 60'000 Franken mussten die Schmuggler den Zöllnern 45'000 Franken bezahlen. Im Mai 2018 wollte ein Schweizer am Grenzübergang in Bietingen (D) ein Segelboot einführen. Ein Mann wollte ebenfalls im Mai 2018 Tabak in die EU schmuggeln – 42 Kilogramm in 840 Kleinverkaufspackungen abgefüllt. Bei einer Kontrolle auf einer Autobahnraststätte im Hegau im März 2018 hatte eine zuvor aus der Schweiz ausgereiste Deutsche zwei nicht angemeldete Uhren im Wert von knapp 20'000 Euro dabei. Beim Grenzübergang Bietingen (D) verhinderten die Beamten im Mai 2018 den Schmuggel einer hochwertigen Armbanduhr im Wert von fast 28'000 Euro. Insgesamt 48 Flaschen Wein im Wert von rund 12'500 Euro und eine Handfeuerwaffe, die griffbereit unter dem Beifahrersitz lag, fanden die Zöllner im März 2018. In den Koffern und Reisetaschen eines Grenzgängers fanden die Beamten im Februar 2018 535 gefälschte Bekleidungsstücke namhafter Modelabels. Im Oktober 2017 fing der deutsche Zoll Oldtimer-Fahrzeuge im Wert von 640'000 Euro ab. Sie sollten über die Grenze geschmuggelt werden. 300 Brillen im Wert von gut 36'000 Euro fanden die Zöllner bei der Kontrolle eines Schweizer Geschäftsmannes im Juli 2017. Deutsche Zöllner stoppten im Juli 2017 einen Autotransporter, der zwei wertvolle Sportwagen aus der Schweiz über die Grenze geschmuggelt hatte. Bei der Kontrolle eines Fernreisebusses fanden die Zöllner im März 2017 gut 200 Gramm Kokain, die der Schmuggler in seiner Unterhose versteckt hatte. Ein Mann schmuggelte im Juni 2016 rund 800 Kilogramm ungekühltes Fleisch über die Grenze. Bei der Verkehrskontrolle gab er an, dass er dieses für eine Feier brauche. Die Zollfahndung Basel deckte im März 2016 einen Schmuggel von über fünf Tonnen indischer Ghee-Butter auf. Der Täter importierte seit drei Jahren illegal im grossen Stil Lebensmittel. Im Februar 2015 hielten Zöllner einen Schweizer auf, der unter dem Rücksitz 320'000 Euro versteckt hatte.

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Rund 200 Mal ist ein Mitarbeiter eines Lebensmittelhändlers aus Deutschland mit unverzollter Ware über die Schweizer Grenze gefahren – teilweise mit mehreren Hundert Kilogramm Fleischwaren im Gepäck. So konnte er innerhalb von drei Jahren insgesamt 40 Tonnen Lebensmittel schmuggeln. Die illegalen Grenzübertritte erfolgten jeweils in seinem Privatauto im Raum Schaffhausen.

Geschmuggelt hat der Mann vor allem Fleisch- und Wurstspezialitäten aus seinem Heimatland Portugal, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte. Auf diese Waren fallen bei der Einfuhr hohe Zölle an. Zu den Abnehmern der geschmuggelten Lebensmittel gehörten elf Händler von portugiesischen Spezialitäten in fünf Kantonen. Die Waren wurden jeweils knapp unter den üblichen Handelspreisen verkauft.

400'000 Franken plus Busse

Durch den Schmuggel entgingen dem Staat Abgaben in der Höhe von über 400'000 Franken. Nach umfangreichen Ermittlungen hat die EZV gegen zwölf Personen eine Strafuntersuchung durchgeführt. Von den Beschuldigten werden die entgangenen Abgaben nachgefordert. Zudem müssen sie mit einer Busse rechnen. Einzelne Beschwerden gegen die Verfügungen sind noch hängig.

Bei solchen Untersuchungen ist die gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Stellen wichtig, heisst es in der Mitteilung der EZV. Unter anderem seien Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Beweismitteln im Ausland durch die Deutschen Zollbehörden durchgeführt worden – im Rahmen der Amtshilfe im Betrugsbekämpfungsabkommen zwischen der Schweiz und der EU.

(tam)