Uster

06. Dezember 2018 14:44; Akt: 06.12.2018 16:37 Print

Schulkinder haben Masken-Mann erfunden

Der Masken-Mann, der Kindern auf dem Schulweg in Uster aufgelauert haben soll, war offenbar eine Erfindung. Ein Therapeut sagt, dass solche Erfindungen nicht ungewöhnlich sind.

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Mehrere Schüler aus dem Quartier Brunnenwiese haben berichtet, dass sie auf dem Schulweg in den letzten Wochen einen Mann mit schwarzem Kapuzenpulli und weisser Maske gesehen hätten. Die Schule reagierte umgehen und schaltete die Polizei ein. Deren Ermittlungen haben ergeben: Der Masken-Mann war offenbar eine Erfindung von einem oder mehreren Kindern, wie die Stadt Uster mitteilt.

Die Polizei entwarnt: «Eine solche Person gibt es nicht.» Seit Mitte November 2018 sei es auf dem Schulweg in der Umgebung des Schulhauses Hasenbühl in Uster zu keinen Vorkommnissen mit einer solchen zweifelhaften Gestalt gekommen. Auch weitere Hinweise auf einen Mann hätten sich im Laufe der Ermittlungen nicht bewahrheitet.

Intensive Gespräche mit involvierten Personen

Stadtpolizei und Primarschule Uster seien erleichtert über diese Erkenntnisse. «Dass Eltern und Bevölkerung im Allgemeinen achtsam sind gegenüber möglichen Bedrohungen, ist sinnvoll», sagt Andreas Baumgartner, Kommandant der Stadtpolizei Uster. Die Polizei ginge solchen Hinweisen nach und könne gemeldete Gefährdungen wie in vorliegendem Fall dank ihrer Ermittlungen auch entkräften.

In diesem Fall sind laut Baumgartner vier Meldungen unabhängig voneinander zum Maskenmann eingegangen. «Wir haben dann intensive Gespräche geführt mit den involvierte Personen.» Daraufhin sei man zum Schluss gekommen, dass der Maskenmann eine Fiktion sei.

«Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder etwas erfinden»

Laut den Familientherapeuten Erhard Grieder ist es nicht ungewöhnlich, dass Kinder etwas erfinden: «Sie haben eine lebhafte Phantasie und erzählen sich gerne Geschichten. Das gehört zur Entwicklung dazu.»

Die Hintergründe zum konkreten Fall kenne er nicht: «Er kann sich aber gut vorstellen, dass ein Kind in einer Gruppe mit der Maskenmann-Geschichte auf sich aufmerksam machen wollte: «Für Kinder ist das sehr aufregend und eine solche Nachricht kann einen Schneeballeffekt auslösen.»

Eltern müssen sich also keine Sorgen machen, wenn ihr Kind mal von fiktiven Erlebnissen berichtet, so Grieder: «Trotzdem sollten sie genau nachfragen, wenn eine Geschichte unplausibel erscheint und dies allenfalls mit dem Kind thematisieren.»

(tam/som)