Massenkündigungen

17. Juli 2018 12:51; Akt: 17.07.2018 12:51 Print

Mehrere Hundert Mieter verlieren Billigwohnungen

Die Stiftung À-Porta plant einen Ersatzneubau für ihre zwei Siedlungen im Kreis 4. Der Mieterverband schlägt Alarm. Er befürchtet massiv höhere Mieten.

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Die Stiftung À-Porta plant einen Ersatzbau für zwei ihrer Siedlungen an der Hohl-/Eglistrasse im Zürcher Kreis 4. (Bild: Doris Fanconi)

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Der Zürcher Mieterverband ist besorgt: Die grösstenteils alleinerziehenden Mütter und älteren Leute der Siedlungen Hohl-/Eglistrasse im Kreis 4 müssen ihre Wohnungen verlassen. Die Stiftung À-Porta will die knapp 200 Billigwohnungen komplett erneuern und stellt ihre Mieter per Ende September 2019 vor die Tür.

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Als Grund für den Ersatzneubau wird die schlechte Bausubstanz genannt. Zudem wolle man die mehrheitlich 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen in 50 Prozent Familienwohnungen und 50 Prozent Kleinwohnungen umwandeln, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Mieterverband schlägt Alarm

Beim Mieterverband ist man deshalb alarmiert. Das vorgesehene Bauprogramm würde weder von der Zimmerzahl noch vom Preis her den Bedürfnissen der jetzigen Mieter gerecht werden. Bisher betrug der Mietzins 600 bis 800 Franken. Im schlimmsten Fall müssten die Mieter ergänzende Sozialhilfe beantragen.

Bei der À-Porta-Stiftung rechtfertigt man sich. Die neuen Mietpreise seien noch gar nicht festgelegt worden, sagt Geschäftsführer Armin Isler. Zudem sei man bemüht, die Wohnungen so günstig wie möglich abzugeben.

Vorschlag vom Mieterverband abgelehnt

Ebenso hätten 23 Gekündigte bereits in eine andere À-Porta-Siedlung umziehen können: «Sobald freie Stiftungswohnungen verfügbar sind, folgen weitere Umsiedlungen», so Isler.

Den Vorschlag des Mieterverbandes, in Etappen vorzugehen, hat die Stiftung hingegen klar abgelehnt. Dies hätte nur eine Dauerbaustelle sowie höhere Kosten zur Folge. Und das würde wiederum höhere Mieten bedeuten.

Kein Einzelfall

Dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt ein weiteres Projekt der Stiftung. Eine Siedlung mit 86 Wohnungen an der Kornhaus-/Rötelstrasse im Kreis 6 soll ab Frühjahr 2020 komplett erneuert werden. Auch hier seien Anfechtungen im Gange, wie die Zeitung schreibt.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 17.07.2018 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    kein Problem....

    es gibt genug andere Genossenschafts-Wohnungen oder andere, die vom Staat subventioniert sind. Das Problem ist nur, dass mittlerweile ein Grossteil von Gross-Verdienern und der halben SP-Prominenz besetzt sind.

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  • maurice.ravell am 17.07.2018 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    600

    -800 Stutz für eine 2.5 bis 3.5 Zimmer-Wohnung und das in guter Lage. Wow wuste gar nöt das die A. Porta Stiftung Ihre Wohnungen fast verschenkt. Wo bekommt man solch Mietpreise in Zürich. Auch eine Stiftung muss Geld verdienen um die Gebäude in Stand zu halten. Es ist eine Private Stiftung & kein Sozialwohnungen. Ich wollte nicht, wissen wieviel Mieter durchaus im Stande sind höhere Mietzins zu leisten, stadtdessen günstiger Wohnungen zu blockieren,wo andere brauchen.

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  • K4 am 17.07.2018 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ok

    Die Stephan àPorta Stiftung ist ein fairer Vermieter. Das sage ich als Bewohner des K4, wo der Mieterverband beileibe andere Umbauten kritisieren sollte, die uns weh tun, weil wir die älteren Quartierbewohner verlieren. Siehe Sanierung Grüngasse, Heilsarmee mit Prunkbau, Weststrasse, Erikastrasse....usw.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • G. Pereu am 20.07.2018 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie widerlich

    Sind Wohnungen vermietet. Hat es keinen Leerbestand. Sind die Mieter zufrieden. Ja warum dann um Himmels willen zwanghaft Umbauen? Wollen die Mieter die Modernisierung? Nein! Nur Profit, und das bei einer Stiftung. Renovationskosten 100.-, Mieterhöhung 500.-

  • Realist am 17.07.2018 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ja nun...

    wer schon mal solche Altbauwohnung besichtig hat, der bekommt schnell mal das Grauen. Viele dieser alten Wohnung brauchen dringenst gescheite Renovationen. Wer will schon in der heutigen Zeit die Dusche in der Küche haben oder ständig einen Lappen unters Fenster stellen wenn es mal stärker regnet. Nicht zu vergessen, dass die Heizkosten exorbitant hoch sind aufgrund der mangelnden Dichtungen!

  • AnnA am 17.07.2018 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    Warum alle in Zürich wohnen wollen, ist mir unverständlich. Es gibt doch viel Schöneres.

  • Kreis 3 am 17.07.2018 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage?

    Liebe Vermieter, unsere Verwaltung verlangt zwischen 1100 - 1300.- für unsere Wohnungen. Unsere Vermieter haben sich mit dem Geld ein Haus gekauft und decken auch kleinere Renovationen mit dem, also alles super. Warum also müssen andere 2000-2500.- verlangen? Reichen euch 10000 im Monat nicht? Habe nur Angst das meine Vermieter bald sterben (sind bald 90 Jahre) und die Stadt sich das Gebäude nimmt und dann irgendwann mit paar kleinen Renovationen und schminken 2000 verlangen oder mehr.

  • Keylow am 17.07.2018 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    strangsanierung

    arbeite gerde an der strangsanierung im neubühl, die wohnungen wurden fast komplett sarniert. und trotzdem bezahlen sie immernoch gleichviel. An anderen orten verlangt man zusàtzlich geld damit man noch mer profit erhält,es ist traurig dass man es nicht schafft die ältere generation zu unterstützen!