Sexuelle Befreiung

20. Mai 2012 20:13; Akt: 21.05.2012 02:23 Print

Masseure feiern den Tag der Sexkultur

von Maja Sommerhalder - In Zürich wird am 1. Juni erstmals ein Tag der sexuellen Kultur begangen – mit Anlässen in Tantramassage-Praxen und Podiumsdiskussionen.

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Lea Söhner, Inhaberin einer Tantramassage-Praxis, will einen Tag der sexuellen Kultur am 1. Juni etablieren. (Bild: som)

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«Die sexuelle Befreiung haben wir hinter uns – jetzt braucht es mehr sexuelle Kultur», sagt Lea Söhner, Inhaberin einer Tantramassage-Praxis und Mitglied des Tantramassage-Verbandes. Dieser ruft deshalb am 1. Juni in Zürich erstmals zum Tag der sexuellen Kultur aus.

Podiumsdiskussionen anstelle von Schmuddelsex

«Mit diesem Projekt wollen wir Sexualforscher, Tantramassage-Praxen und alle, die einen Beitrag zur sexuellen Kultur leisten, in Kontakt bringen und Wissen austauschen.» Grundsätzlich könne jeder ­Anbieter am Tag der sexuellen Kultur teilnehmen, allerdings will man sich von «Schmuddelsex» abgrenzen, so Söhner: «Ich glaube aber nicht, dass wir solche Etablissements anziehen.» Vielmehr finden am 1. Juni Podiumsdiskussionen, Kunst- oder Musikveranstaltungen in Berlin, Köln und ­Zürich statt. Unter den Neugierigen, die am 1. Juni ihre Praxis in Zürich besuchen, verlost Söhner eine De-Luxe-Tantramassage. Vom Tag erhofft sie sich Grosses: «Ziel ist es, einen internationalen Feiertag zu etablieren, der es mit dem Christopher Street Day aufnehmen kann.»

Maggie Tapert: «Nur Live-Sex hilft»

Sexualtherapeut Thomas Spielmann sieht darin aber vor allem «einen PR-Gag des Tantramassage-Verbandes». Wenn schon müsse die Wissenschaft einen solchen Tag ausrufen, findet er: «Dort sollte man sich mit den wahren kulturellen Problemen der Sexualität beschäftigen und nicht mit Massagetechniken.» Sexaktivistin Maggie Tapert will hingegen am 1. Juni am liebsten guten Live-Sex sehen: «Nur so kann man die Menschen von ihrer Scham befreien, Reden alleine bringt nichts.»

www.sexuelle-kultur.de

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lotos-Lounge-Erotische Kultur-Community am 21.05.2012 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaft contra Tantramassage

    Tja, die Wissenschaft ist für Sexkultur zu kopflastig, die Tantramassage aber zu PR-gängig und zu kommerziell. Tantramassage ist natürlich noch nicht Sexualkultur, aber was ist Sexualkultur dann? Und wer soll dann den Tag der Sexualkultur ins Leben rufen?! Vielleicht jemand, der Sexus wirklich kultiviert. Wer kann das sein? Als Kulturwissenschaften-Student, der gerne Tantramassage praktiziert, weiss ich es gar nicht...

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  • Sven am 21.05.2012 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht ausprobieren

    Jeden das Seine. Ich würde unbefangen das sicher ein Mal ausprobieren. Was man nicht kennt.............. Mann kann ja was für Zuhause mitnehmen und dort umsetzen

  • Edi Goetschel am 21.05.2012 02:06 Report Diesen Beitrag melden

    Unbelehrbar

    Immer wieder dasselbe... "Tantramassage" will sich vom "Schmuddelsex" abgrenzen. Dabei wissen wir doch schon lange, dass diese Art Dienstleistung nichts mit Tantra zu tun hat. Langsam wird die Unbelehrbarkeit peinlich...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Edi Goetschel am 21.05.2012 23:56 Report Diesen Beitrag melden

    Marketing

    Lieber Herr oder Frau WomMan GmbH Massagen und Seminare, erstens "mache" ich nicht Tantra (und praktiziere es auch nicht), zweitens gibt es sehr wohl Definitionen, was Tantra ist und was nicht, beispielsweise unter Der Rest ist und bleibt Marketing.

  • Lotos-Lounge-Erotische Kultur-Community am 21.05.2012 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaft contra Tantramassage

    Tja, die Wissenschaft ist für Sexkultur zu kopflastig, die Tantramassage aber zu PR-gängig und zu kommerziell. Tantramassage ist natürlich noch nicht Sexualkultur, aber was ist Sexualkultur dann? Und wer soll dann den Tag der Sexualkultur ins Leben rufen?! Vielleicht jemand, der Sexus wirklich kultiviert. Wer kann das sein? Als Kulturwissenschaften-Student, der gerne Tantramassage praktiziert, weiss ich es gar nicht...

    • Lea Dakini am 22.05.2012 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      Was ist Sexualkultur?

      Lieber Kulturwissenschaften-Student, das ist die Frage, was ist eigentlich eine sexuelle Kultur? Warum ist die Wissenschaft zu kopflastig und die Tantramassage zu PR-gängig? Warum immer etwas ausschliessen? Zu einer menschlichen und sinnvollen sexuellen Kultur gehört doch alles: wissenschaftliche Erkenntnisse, Körperwissen, Wissen um Beziehung und Sexualität, Massagewissen, Toleranz von allem, was sich um Menschlichkeit auf diesem Gebiet bemüht. Wer soll es ins Leben rufen? Das spielt doch keine Rolle - eher kann man sich fragen: Wieso nicht mitmachen und diesen Tag mit prägen?

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  • Sexuellekultur am 21.05.2012 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig!

    Hahaha, dann soll die Wissenschaft doch so einen Tag ausrufen. Oder am besten macht sie am 1.6. mit - dann versteht sie auch, dass das Projekt kein "PR-Gag" ist, sondern eine Einladung zum Mitmachen.

  • Sabine am 21.05.2012 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Sinne kultivieren

    Endlich mal ein sinnvoller Feiertag! Alle Sinne kultivieren, nicht nur Kunst zum anschauen und anhören sondern auch Kunst / Kultur zum Fühlen. Jedes Paarseminar hat mittlerweile einen Block Massage! Wenn wir uns so weit von unseren Bedürfnissen entfernen braucht es halt Aktionstage.

  • Andreas am 21.05.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Kultur

    Sicher gehört Sex zur Kultur. Kultur im Sinne von 'Art, wie Menschen miteinander umgehen'. Sex ist aber sicher nicht das Problem, sondern gegenseitige Achtung und wie man sie einander adäquat zeigt. Menschliche Wärme. Wir sollten uns nicht als Männer, Frauen, Homos oder Heteros verstehen, sondern vor allem als Menschen.