Rafz ZH

09. März 2011 23:55; Akt: 09.03.2011 17:54 Print

Massiv bedrängt und gefährlich überholt

von Attila Szenogrady - Ein ungeduldiger Autolenker hat bei Rorbas einen anderen Verkehrsteilnehmer rund 400 Meter weit massiv bedrängt und danach gefährlich überholt. Der Beschuldigte hat dies vergeblich in Abrede gestellt.

Fehler gesehen?

Der eingeklagte Vorfall geht auf den Oktober 2006 zurück. Damals fuhr ein Zürcher Unterländer Unternehmer mit seinem Personenwagen auf der Weiacherstrasse von Rorbas in Richtung Eglisau. Offenbar hatte er es eilig. So fuhr der heute 29-jährige Beschuldigte bis zu zwei Meter auf ein vor ihm befindliches Fahrzeug auf.

Bedrängt und gefährlich überholt

Laut Staatsanwaltschaft bedrängte der Angeklagte den Vordermann nicht nur massiv, sondern auch über 400 Meter weit. Bis er in einer unübersichtlichen Kurve und trotz einer Sicherheitslinie den geschädigten Lenker gefährlich überholte. Zu seinem Pech hatten zwei Polizeibeamte eines Streifenwagens das hirnrissige Manöver beobachtet. Sie konnten den fehlbaren Lenker kurz darauf stellen.

Zunächst schien ein einfacher Fall vorzuliegen. So anerkannte der Verkehrssünder im ersten Rapport seine Verfehlungen. Doch danach kam es anders. So behauptete er später bei den Untersuchungsbehörden, dass er das Formular ungelesen unterschrieben habe. Zudem stellte er seine groben Verkehrsdelikte in Abrede.

Langwierige Prozessgeschichte

Es folgte eine langwierige Prozessgeschichte. Das Bezirksgericht Bülach kam zunächst zu einem Schuldspruch und verurteilte den nicht geständigen Angeklagten neben einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 230 Franken zu einer Busse von 1000 Franken. Der Beschuldigte hatte vergeblich behauptet, dass er nicht gedrängt und noch vor der Sicherheitslinie überholt habe. Er legte Berufung ein und erreichte sogar, dass gleich zwei wissenschaftliche Polizei-Gutachten über den Tatort erstellt wurden.

Schuldspruch bestätigt

Das am Obergericht schriftlich geführte Verfahren wurde nun kürzlich den Medien zugestellt. Demnach haben die Oberrichter den Bülacher Entscheid umfassend bestätigt. In erster Linie stützte sich die Berufungsinstanz auf die glaubhaften Darstellungen der beiden Polizisten sowie des bedrängten Automobiliten ab. Zudem hatten die Gutachten diese Version entgegen der Darstellung der Verteidigung als durchaus möglich eingestuft. Für den unterlegenen Lenker kommt das Verfahren sehr teuer. Er muss sämtliche Kosten von mehreren tausend Franken tragen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K. Opfchüttel am 10.03.2011 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Provozierende Engel auf Strassen

    Die Fahrweise war verbrecherisch. Wie lange hat wohl der Vordermann mit bewusst langsamem Fahren provoziert, bis die Kamikaze-Fahrt verschuldet wurde! Hätte er als vernünftiger Fahrer auf den 400m nicht die Pflicht gehabt, den Ausrastenden durch Blinkersetzen zu entschärfen? Wollte dieser Fahrer nicht auch Sieger sein? Er steht als Engel da! Es braucht zwei Parteien, um solche Situationen zu verursachen! Solange indirekte Verursacher nicht auch bestraft werden (Falschbeurteilung der Strassen-Situation), sind sie vom Gericht anerkannte Sieger der Zweikämpfe und provozieren weiter!

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  • Toobie Taylor am 10.03.2011 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wo jetzt genau?

    Rafz, Rorbas, Eglisau... eine wahre Irrfahrt... zumindest des Verfassers dieses Artikels...

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  • Nadel Stich am 10.03.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnisblödsinn

    Als ich um Mitternacht - kein Verkehr weit und breit - bei einem Rotlicht einige Sekunden zu früh losfuhr (nüchtern und nicht vorbestraft)und ohne eine Gefährdung von Dritten, war ich den Ausweis für 1 Monat los. Und ein solcher, potenzieller Mörder kommt mit einer "harmlosen" Busse davon? Da bleibt nur noch Kopfschütteln und Unverständnis.......

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nadel Stich am 10.03.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnisblödsinn

    Als ich um Mitternacht - kein Verkehr weit und breit - bei einem Rotlicht einige Sekunden zu früh losfuhr (nüchtern und nicht vorbestraft)und ohne eine Gefährdung von Dritten, war ich den Ausweis für 1 Monat los. Und ein solcher, potenzieller Mörder kommt mit einer "harmlosen" Busse davon? Da bleibt nur noch Kopfschütteln und Unverständnis.......

    • Hans S. am 10.03.2011 19:57 Report Diesen Beitrag melden

      Sie Armer

      Jeder Mensch mit Führerschein weiss genau, was Rotlicht bedeutet. Was möchten Sie denn, dass man Ihnen eine Medaille verleiht ? Darüber hinaus ist ein Führerscheinentzug eine Administrativmassnahme und hat mit dem Strafrecht nichts zu tun.

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  • K. Opfchüttel am 10.03.2011 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Provozierende Engel auf Strassen

    Die Fahrweise war verbrecherisch. Wie lange hat wohl der Vordermann mit bewusst langsamem Fahren provoziert, bis die Kamikaze-Fahrt verschuldet wurde! Hätte er als vernünftiger Fahrer auf den 400m nicht die Pflicht gehabt, den Ausrastenden durch Blinkersetzen zu entschärfen? Wollte dieser Fahrer nicht auch Sieger sein? Er steht als Engel da! Es braucht zwei Parteien, um solche Situationen zu verursachen! Solange indirekte Verursacher nicht auch bestraft werden (Falschbeurteilung der Strassen-Situation), sind sie vom Gericht anerkannte Sieger der Zweikämpfe und provozieren weiter!

    • Yves am 10.03.2011 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      das ich nicht lache

      bewusst langsamer, das ich nicht lache, es reicht wenn man die tempolimite einhält um solche leute zu provozieren. auch kann man nicht immer rechts raus um herrn übermütig vorbeizu lassen dann würde er sich ja noch bestätigt fühlen und den nächsten genauso bedrängen. ausweis weg und gut ist.

    • Roger am 10.03.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      Quatsch

      Die Entscheidung zu Überholen trifft der Überholende selbst und wenn er sich durch die korrekte Fahrweise eines anderen provoziert fühlt, dann fehlen im die charakterlichen Eigenschaften um ein Motorfahrzeug zu führen.

    • Ein Engel am 10.03.2011 10:57 Report Diesen Beitrag melden

      Sieger? Zweikämpfe? Ja klar.

      Es gibt auf Hauptstrassen nur eine Maximalgeschwindigkeit, keine Minimale. Niemand muss 80 fahren! Denken Sie wirklich dass Leute, die nicht am Limit fahren, die Strasse als als Kampf mit SIeger und Verlierer sehen? Ich werd weiterhin meine 75 fahren, ob es Ihnen passt oder nicht.

    • Heiri am 10.03.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      Max. erlaubte Geschwindigkeit ist einzuhalten.

      Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind einzuhalten..

    • Roger am 10.03.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      Klar

      Die Geschwindigkeitsbeschränkung ist ein Deckel...heisst, unterhalb ist ok, darüber nicht.

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  • Marcel Aegerter am 10.03.2011 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Armer Unternehmer ?

    Und ich dachte bisher, Geldstrafen für Verkehrsdelikte würden nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der Angeschuldigten bemessen. Das muss dann aber ein ziemlich erfolgloser Unternehmer sein, bei diesen tiefen Tagessätzen.

    • Dr. Mennle am 10.03.2011 20:33 Report Diesen Beitrag melden

      vorbeugen

      Drängler provozieren, denn ohne Grund gibt es keinen Anlass um auszubremsen und dergleichen. Vorschlag alle Fahrzeuge Blackbox, so können auch Raser überführt werden

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  • johny gringo am 10.03.2011 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit....

    ....dem Entzug des Führerausweises ??? Der gehört weg und zwar für eine längere Zeit !!!! Nur so lernen es die Ungeduldigen unserer Zeit !!!

    • Lehme am 10.03.2011 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      ... kommt noch

      Keine Sorge, der Entzug wird noch kommen. Da der Entzug jedoch eine sogenannte Administrativmassnahme ist, wird diese vom Strassenverkehrsamt verfügt und nicht von den Strafverfolgungsbehörden. 3 Monate Entzug dürften das Minimum sein. Bei einer entsprechenden Vorgeschichte können es auch bis zu 24 Monate sein.

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  • Stefan am 10.03.2011 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    Zu tiefe Strafe

    Sorry, aber solche Leute kann man nicht hart genug bestrafen. 20 Tagessätze + 1000 Busse sind schlicht zuwenig. Fast noch schlimmer als die Tat ist, dass er sich noch rauszureden versucht. Bei drei Zeugen wobei zwei Polizisten - sorry.

    • Peter Unternährer, U. am 10.03.2011 08:18 Report Diesen Beitrag melden

      Aus dem Verkehr ziehen

      Wenn man auf die Strassen schaut gibt es so viele Drängler und Aufhocker. Teilweise sogar hintereinander in hoher Geschwindigkeit. Die gehören aus dem Verkehr gezogen. Geldbussen für Unternehmer werden wohl auf der Portokasse bezahlt.

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