Zürcher Stadtpräsidentin

05. November 2018 05:38; Akt: 05.11.2018 14:15 Print

Mauch lobt ZKB-Seilbahn und wird darum angezeigt

In einem Video macht sich Corine Mauch für das ZKB-See-Seilbähnli stark. Das passt einem Bürger nicht. Er reicht eine Strafanzeige und Aufsichtsbeschwerde ein.

In diesem Video macht sich Corine Mauch für die ZKB-Seilbahn stark.
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In gläsernen Kabinen über den See schweben. Bereits ab 2020 soll die ZüriBahn das Mythenquai und Zürihorn miteinander verbinden – pünktlich zum 150-Jahr-Jubiläum der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Am Freitag stellte die ZKB das Design des See-Bähnlis vor und gab bekannt, dass eine reguläre Fahrt 14 Franken kosten werde.

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So soll die Bahn aussehen.

Allerdings ist das Bewilligungsverfahren noch längst nicht abgeschlossen – unter anderem wurde das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Zudem regt sich in den betroffenen Quartieren schon seit längerem Widerstand gegen das Projekt. So sehen gewisse Anwohner das Landschaftsbild verschandelt und befürchten mehr Lärm. Mehr als 2200 Personen haben eine Petition unterschrieben.

«Seilbahn-Dossier soll Mauch entzogen werden»

Nun hat auch noch ein Anwohner aus Wollishofen gegen Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) Aufsichtsbeschwerde und eine Strafanzeige eingereicht. Er will damit erreichen, dass ihr das Seilbahn-Dossier entzogen und gegen sie ein Verfahren wegen Amtsmissbrauchs eingeleitet wird.

Stein des Anstosses ist eine Videobotschaft, die auf der ZKB-Website am 6. Juli 2017 publiziert wurde. Darin sagt Mauch, dass sie sofort von der Idee begeistert gewesen sei. «Eine Jubiläums-Seilbahn ist faszinierend und passt zum offenen Zürich.» Sie freue sich jetzt schon, Zürich aus einer neuen Perspektive zu erleben.

«Mauch übernimmt Rolle einer Lobbystin»

Ein Wollishofer, der anonym bleiben möchte, bezeichnet Mauchs Auftritt auf Anfrage von 20 Minuten als private PR-Aktion: «Und das, bevor sich die Politik, Behörden und die Bevölkerung zum Projekt äussern konnten.»

Mauch übernehme die Rolle einer Lobbyistin, die den Zuschauern ungefragt ein Produkt aufdränge. Dabei sollte eine Stadtpräsidentin gemäss Beschwerde im Interesse der Allgemeinheit handeln und das öffentliche Interesse schützen. Dieses Produkt habe aber keinen gesellschaftlichen oder wohltätigen Zweck: «Zudem blendet Mauch die immense Belastung von Mensch und Umwelt durch die Seilbahn aus.»

«Mauch hielt Wissen geheim»

Ebenfalls glaubt der Wollishofer, dass Mauch schon Monate vor der Bekanntmachung in das Projektes eingeweiht gewesen sei. «Ihr Wissen hielt sie jedoch geheim.» Dadurch habe sie sich einen Wissensvorsprung erworben, den sie der Öffentlichkeit in unzuverlässiger Weise vorenthalten habe.

Behörden, Politiker und die Öffentlichkeit habe sie so überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt. «Seither befinden sie sich in der Defensive und müssen sich mit Hilfsmitteln wie Petitionen oder Anfragen im Gemeinderat wehren.» Ein Sprecher von Mauch sagt auf Anfrage, dass man bisher noch nicht Kenntnis von der Beschwerde habe.

So wird das ZKB-See-Bähnli aussehen

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arthur Martin am 05.11.2018 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit der Gedanken und des Wortes

    Frau Mauch ist nun nicht unbedingt meine Wahl, aber eine eigene Meinung zu anstehenden Projekten muss man ihr schon zubilligen! Dazu gehört auch, dass sie ihr Meinung publik macht! Von wegen Straftatbestand undso! Diese Anzeige ist dort purer Unsinn!

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  • El Gallego en la Luna am 05.11.2018 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Der Kläger zeigt hier reines Bünzli-Verhalten. Mit seiner Klage will er ja auch nur selber seinen Standpunkt jemandem anderem Aufzwingen. Auch unverständlich ist, wieso sich so viele gegen das Projekt wehren, bringt doch Leben, Leute und vA. Touristengeld ins Quartier und verschandelt meiner Meinung nach das Stadtbild ganz und gar nicht. Trötzleler gibt's ja aber immer.

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  • Päde am 05.11.2018 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Hemmschwelle liegt tief

    Immer wieder dasselbe: Heutzutage wird schnell mal Strafanzeige eingereicht. Ich kann kein strafbares Handeln sehen. Hoffentlich muss der Kläger die Verfahrenskosten übernehmen, wenn keine Verurteilung stattfindet. Ich finde es geschmacklos, dass bei irgendwelchen Meinungsäusserungen immer wieder die Justiz bemüht wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 05.11.2018 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja!

    Wer mit sich selber und seinem Leben unzufrieden ist, der muss halt andere anzeigen um wenigstens einen Schimmer von Sinn erleben zu können. Sowas ist einfach nur armselig!

  • Rainer am 05.11.2018 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürich ...

    FIFA zahlt fast nichts an Steuern und soll weiter in Zürich bleiben. Bei den Milliardeneinnahmen ... ist ja nur Verein ... und das Seilbähnli ist da ein Problem?

  • Stuppsli am 05.11.2018 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Seilbahn

    Leben und leben lassen. Viele haben eine Meinung und die dürfen sie auch haben.

  • Karl,5,11,18 am 05.11.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen

    diese Bähndli etwas kleiner, nicht so Aufstossend etwa so wie in Köln, das Erste Jahr soll es ja pro Pers, 5 Fr kosten ein Geschenk ich Sage Gaunerei, und ab dem 2 oder 3 Jahr übernimmt es ZH in den denn ÖV, teils des Gewinns gehen als Zahlung, Miete an die Bank, es würde ZH enorm entlasten wenn man so von der einen auf die andere Seite könnte, anstelle durch die Stadt,

  • Nici am 05.11.2018 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde es Schade....

    .... das die Seilbahn nur fünf Jahre in Betrieb sein soll!