Vögel in Not

03. Juli 2015 23:29; Akt: 03.07.2015 23:29 Print

Mauersegler springen wegen Hitze aus Nestern

Junge Mauersegler flüchten wegen der Hitze aus ihren Nestern – und springen in die Ungewissheit. Da sie sich dabei oft verletzen, brauchen sie artgerechte Hilfe.

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Mauersegler brüten oft direkt unter Dächern, wo es besonders heiss ist. (Bild: Keystone/Erich Kaiser)

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Die gegenwärtige Hitze macht nicht nur uns, sondern auch vielen Tieren zu schaffen – so zum Beispiel den Mauerseglern. Diese brüten in Nestern direkt unter Hausdächern, wo es besonders warm ist.

Um dem Hitzetod zu entkommen, springen viele junge Mauersegler aus ihren Nestern – und finden, wenn sie Glück haben, den Weg in die Auffangstation von Silvia Volpi in Rümlang. Dort sind dieses Jahr laut dem «Zürcher Unterländer» bereits 50 Tiere abgegeben worden.

Zahl steigt weiter an

Volpi ist beinahe rund um die Uhr im Einsatz. Sie rechnet damit, dass die Zahl der abgegebenen Mauersegler bis zum Wochenende auf 100 Tiere ansteigen wird: «Die anhaltende Hitze führt zu vielen Notfällen.»

Da Mauersegler vermehrt in der Stadt brüten, landen sie beim rettenden Sprung nicht etwa auf weichen Wiesen oder Hecken, sondern auf hartem Asphalt. Das führt fast immer zu Verletzungen. «Am häufigsten sind Beinverletzungen», so Volpi zum «Zürcher Unterländer». Aber auch Schäden an der Wirbelsäule, innere Verletzungen oder Austrocknung kämen oft vor. Wenn rasch gehandelt werde, bestehe aber eine gute Chance, dass die Tiere gerettet werden können.

Passanten sollen Vögel auflesen

Mauersegler können bis zu 25 Jahre alt werden. Volpi kämpft dafür, dass ihr Bestand erhalten bleibt. Sie fordert deshalb Passanten dazu auf, verletzte Mauersegler aufzulesen: «Man darf die Vögel mit den Händen anfassen und an einen sicheren Ort bringen.» Eine Kartonschachtel mit Luftlöchern eigne sich dafür besonders gut. Wer die Vögel nicht zur Auffangstation bringen könne, soll den Tierrettungsdienst kontaktieren, damit die Vögel möglichst rasch artgerechte Hilfe erhalten.

(ced)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BigG am 03.07.2015 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Anlaufstellen?

    Bitte mal Telefonnummern / Websiten solcher dienste veröffentlichen, mir ist keine Nummer bekannt, würde da einfach einen Tierarzt aufsuchen. Daher toll wenn man doch die Nummern mit in den Artikel nehmen könnte.

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  • Jonas am 03.07.2015 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Tierchen

    Schön, dass es Leute gibt, die sich um Vögel sorgen. Weiter so!

  • Steffi am 03.07.2015 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Notdienst fühlte sich nicht verantwortlich

    Ich hatte gestern 2 von den pipmätzen retten wollen weil sie von der Nachbarskatze gefunden wurden, ich habe 10 verschiedene notdienste angerufen doch entweder nahm keiner ab oder sie fühlten sich nicht verantwortlich.... Da ich kein Auto habe war es mir nicht möglich abend die armen tierchen irgendwo hinzubringen... =(

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dario Gheno am 04.07.2015 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute passiert!!!

    Ich habe heute einen jungen Vogel in Rüti gefunden und fand niemanden, der sich verantwortlich fühlte zu helfen! Der örtliche Tierarzt Notdienst erklärte, dass er ihn einschläfern könne, wenn ich ihn vorbeibringe... Zum Glück habe ich eine nette Angestellte des örtlichen Qualipet kennengelernt, die sich sofort bereit erklärte, sich um den Vogel zu kümmern!!! Vielen Dank!!!

  • Sora am 04.07.2015 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei

    Wir hatten im letzten Sommer auch einen jungen Mauersegler auf einem kleinen Türvorsprung gesehen. Haben den armen Kerl mit Mühe da heruntergeholt. Da die Vogelpflegestation bereits geschlossen hatte, haben wir ihn zur Polizei gebracht. Die hatten einen Schlussel für die Voliere und haben ihn dahin gebracht. Am nächsten Tag haben wir dann einen Anruf bekommen, dass es dem Vogel bereits besser geht und er bald wieder ausgesetzt werden kann...

  • Rey am 04.07.2015 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was genau tun?!

    Habe letztden Donnerstag ein Junges gefunden auf dem Asfalt. Habe alle Tierrettungsstationen probiert zu kontaktieren...hatten alle geschlossen gehabt ab 19:00 Uhr... Die letzte Meldung war "man soll keine Jungtiere die aus dem Nest gefallen sind aufheben, ansonst stösst es die Mutter ab oder findet es nicht mehr?!!" /Ich habe das Jungtier von der grausamen Hitze in den Schatten gelegt und eine Schale wasser hin gestellt. Da keine Fachleute meine Anrufe entgegen nehmen konnte, lies ich das Jungtier mit schlechtem Gewissen zurück- und als ich am nächsten Tag wieder vorbei schaute, war es weg..

    • Sora am 04.07.2015 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      Katze

      Den wird sich wohl eine Katze geholt haben...schade um das Tier

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  • gabi am 04.07.2015 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Die wildstation in utzenstorf gibt auch hilfreiche tipps für gefundene/ verletzte wildtiere. 032/6653893 habe schon viele verletzte tiere aufgezogen und konnte sie anschliessend wieder freilassen. Letzte woche konnte ich drei von hand aufgezogene kohlmeisen entlassen.

    • Dachverband am 04.07.2015 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      Wildhüter

      schauen manchmal, dass das Wasser für die Fische nicht zu trocken oder zu heiss wird.

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  • Dolfius Schwan am 04.07.2015 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Spirren/Mauersegler

    Wir halten unsere Mauersegler in Brutkästen auf der Ostseite des Hause unter einem weit auskragenden Dach. Da haben die Nester nur Morgensonne und ab 10/11 Uhr sind sie im Schatten. Von den derzeitigen Bruten ist noch kein Jungvogel rausgesprungen und ich habe früher auch nie eine Spirre im Garten gefunden.

    • Spirren-Freund am 04.07.2015 18:06 Report Diesen Beitrag melden

      Gutes Beispiel

      Sehr schön. Durch die modernen Bauweisen sind diesen liebenswerten Vögel leider viele Nestbaumöglichkeiten genommen worden. Gilt auch für die Schwalben. Felsen- und Ufer-Segler sind da etwas weniger betroffen. Gemeinden sollte dafür sorgen, dass es mehr Möglichkeiten für alle Segler gibt. Denn das sind nicht nur schöne Tierchen, sondern auch grosse Vertilger vor allem von fliegenden Schädlingen.

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