Tina Aeberli

24. Juli 2014 06:04; Akt: 24.07.2014 07:43 Print

Medizin-Studentin, Mutter, Weltmeisterin

Footbag-Weltmeisterin Tina Aeberli aus Zürich verteidigt nächste Woche in Paris ihren Titel. Dabei hat die 24-Jährige auch sonst viel zu tun – sie studiert Medizin und ist Mutter.

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Tina Aeberli ist die Beste in ihrer Sportart Footbag. Das Spiel mit dem kleinen mit Granulat gefüllten Ball ist für viele eine Freizeit-Beschäftigung, mit der Jugendliche sich am See die Zeit vertreiben. Sieht man aber die Zürcherin spielen, erkennt man wie viel Fleiss dahinterstecken muss, wenn man es so elegant wie sie beherrschen möchte. Auf ihrem Level ist es Spitzensport: «Footbag erfordert neben athletischen und koordinativen Fähigkeiten auch Rhythmus-Gefühl und eine künstlerische Ader», sagt sie. Um gut zu sein, brauche es viel Training und Durchhaltevermögen.

Die 24-Jährige, die vor allem mit Shows und Workshops einen kleinen finanziellen Zustupf erhält, studiert auch noch Medizin und ist Mutter einer knapp einjährigen Tochter. Wie bringt sie das alles unter einen Hut? «Es braucht viel Organisation und ich liebe, was ich mache.» Footbag sei ihre Leidenschaft, aber auch das Studium mache ihr grossen Spass. «Vor allem wenn ich mit meiner Tochter Quima Zeit verbringe, bin ich einfach nur glücklich.» Unterstützung erhält sie von ihren Freundinnen, ihrer Familie und ihrem Mann Mario, ehemals einer der besten Footbag-Spieler Spaniens. An der Uni hat sie bereits das 8. Semester hinter sich. An jede Vorlesung geht sie aber nicht: «Dank dem Online-Angebot der Uni kann ich auch von zu Hause aus viel machen.»

Nach sechs Weltmeistertiteln noch nicht genug

Zunächst aber richtet sie ihren Fokus auf Paris, wo am nächsten Montag die Footbag-Weltmeisterschaft beginnt. Bereits sechs Weltmeistertitel sowie acht Europameistertitel hat Aeberli auf dem Konto und auch dieses Jahr möchte sie den Titel wieder holen. Das Training hat sie nach einem kurzen Mutterschafts-Unterbruch seit einem halben Jahr wieder intensiviert und seit dem Ende der Prüfungen im Juni hat sie noch einen Gang höher geschaltet.

Ihre Disziplin ist der Freestyle, dort wiederum gilt die sogenannte «Routine» als Massstab. Eine zweiminütige Vorstellung, bei der zu einer selbstgewählten Musik Tricks vorgeführt werden, aber auch künstlerische Elemente eine wichtige Rolle spielen. Auf die Frage, ob sie sehr enttäuscht wäre, wenn es mit einem weiteren Titel nicht klappen würde: «Natürlich wäre ich ein wenig enttäuscht, aber ein Weltuntergang wäre es nicht.»

(kv)