15. April 2005 04:49; Akt: 15.04.2005 00:43 Print

Mehr Frauen bieten Sex für Geld an – Preise fallen

Der Konkurrenzkampf im Zürcher Sex-Milieu verschärft sich: Die Zahl der Prostituierten hat einen neuen Rekordstand erreicht. Allein seit Anfang Jahr sind 101 Personen neu ins horizontale Gewerbe eingestiegen.

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Bis Ende März 2005 waren bei der Sittenpolizei insgesamt 3667 Prostituierte registriert. Ende 2004 waren es noch 3581 gewesen, was damals bereits einem Höchststand entsprach. «Nun herrscht ein deutliches Überangebot – Tendenz weiter steigend», erklärt Peter Rüegger, Chef Ermittlungen der Stadtpolizei Zürich. Seit Anfang Jahr kamen im Zürcher Sex-Milieu 90 Frauen und 11 Männer hinzu –
darunter viele aus EU-Staaten. Lediglich 15 Prostituierte stiegen aus. Das Überangebot führt laut Polizei zu mehr Preisdruck: «Die Prostituierten unterbieten sich gegenseitig», weiss Rüegger.

Jürg Leibundgut, Chef der Sittenpolizei, präzisiert: «Eine halbe Stunde Sex mit einer Strassenprostituierten kostet im Schnitt 100 Franken, in einem Bordell sind es 250 Franken.» Am Drogenstrich entlang dem Sihlquai blättert man für Sex gerade mal noch 40 bis 50 Franken hin. Preisdumping im Sex-Milieu ist kein Fremdwort mehr.

Und das Angebot wächst weiter: «Durch die EU-Osterweiterung erwarten wir in den nächsten Jahren noch mehr Prostituierte», so Leibundgut. Dagegen unternehmen könne die Polizei wenig, ausser die Kontrollen weiter zu intensivieren. «Wir hoffen, dass sich das Angebot selber reguliert», so Leibundgut.

Sandra Hänni