Tat an Street Parade

16. Oktober 2018 11:19; Akt: 16.10.2018 12:46 Print

Messerstecher (20) muss zehn Jahre ins Gefängnis

An der Street Parade 2016 hatte ein damals 18-Jähriger zwei Männer niedergestochen und schwer verletzt. Dafür muss er nun zehn Jahre ins Gefängnis.

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Ein heute 20-jähriger Mann hatte an der Street Parade im Sommer 2016 zwei Männer am Utoquai mit einem Klappmesser niedergestochen und schwer verletzt. Vom Bezirksgericht Zürich wurde der junge Mann bereits zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Diese hätte zugunsten einer Massnahme für junge Erwachsene aufgeschoben werden sollen. Der Staatsanwalt zeigte sich aber mit dem Urteil unzufrieden.

«Sie müssen noch hart an sich arbeiten»

Er forderte in seiner Berufung neben einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren auch die Streichung der Massnahme. Der Beschuldigte wehrte sich ebenfalls gegen die Massnahme. Der heute 20-Jährige forderte zudem die Reduktion der Freiheitsstrafe auf sechs Jahre, wie die «Neue Zürcher Zeitung» und der «Tages-Anzeiger» schreiben.

Die Oberrichter folgten ihrem eigenen Urteil und erhöhten die Freiheitsstrafe um ein Jahr auf zehn Jahre. «Sie müssen noch hart an sich arbeiten», sagte der Vorsitzende des dreiköpfigen Gerichts. «Überlegen Sie sich gut, was sie getan und warum Sie es getan haben. Irgendwann müssen Sie sich darauf eine Antwort geben.» Laut dem Gericht sei es reine Glückssache gewesen, dass keines der Opfer gestorben sei.

Störung der Persönlichkeitsentwicklung attestiert

Im Sommer 2016 hatte der damals 18-Jährige an der Street Parade zwei Frauen angemacht. Als diese sich wehrten und zwei Franzosen aus dem Elsass intervenierten, stach sie der Haupttäter mit Messerstichen in die Brust nieder. Ein Komplize trat zudem den Franzosen in den Kopf, wie der «Tages-Anzeiger» damals berichtete.

Im Dezember 2017 wurde der Haupttäter vom Bezirksgericht Zürich zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und sein Kollege zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Ein psychiatrisches Gutachten hatte dem damals 18-jährigen Haupttäter eine Störung der Persönlichkeitsentwicklung attestiert. Die Rückfallgefahr für Tötungsdelikte sei aber moderat.

(mon)