Glattbrugg ZH

23. Februar 2011 23:50; Akt: 23.02.2011 22:27 Print

Mildere Strafverbüssung für Drogendealer

von Attila Szenogrady - Eine Drogenbande aus Glattbrugg hat mit dem Verkauf von einer halben Tonne Marihuana Millionenumsätze erzielt. Nun hatte der italienische Vize-Chef der Organisation Glück im Unglück und kam mit einer milderen Strafe davon.

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Es war bereits vor mehreren Jahren, als ein Weinhändler aus Opfikon auf die Idee kam, in das weit lukrativere Geschäft mit Marihuana einzusteigen. Der ursprünglich aus Italien stammende Schweizer entpuppte sich als begabter Verkäufer und setzte innerhalb von fünf Jahren in der Grossregion Zürich rund eine halbe Tonne Marihuana ab. Er erzielte dabei einen Umsatz von mindestens 3,84 Millionen Franken. Einen Grossteil der Drogen setzte der Geschäftsführer mittels zwei als DVD-Läden getarnte Filialen in der Stadt Zürich ab. Eine wichtige Rolle nahm dabei der heute 46-jährige Vize-Chef der Organisation ein. Der mehrfach vorbestrafte Süditaliener aus Glattbrugg galt als der wichtige Mann an der Front.

Teilbedingte Freiheitsstrafen

Schliesslich wurde die Polizei auf den Ring aus Opfikon aufmerksam und konnte den umfangreichen Drogenhandel aufdecken. Im letzten Sommer mussten sich mehrere Mitglieder der Drogenbande vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der Weinhändler kassierte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Zwölf Monate davon unbedingt. Der geständige Vize-Chef kam aufgrund seines Vorlebens schlechter weg. Er erhielt zwar nur 34 Monate Freiheitsentzug. Davon sollte er aber 17 Monate verbüssen.

Verteidigung für Halbgefangenschaft

Die Verteidigung des Vizechefs legte Berufung ein und verlangte kürzlich vor dem Zürcher Obergericht eine wichtige Abänderung der teilbedingten Strafe. So sollte sein Mandant nur zwölf Monate statt 17 Monate absitzen. Die Absicht von Rechtsanwalt Valentin Landmann war klar: Mit einem Jahr Freiheitsentzug wäre noch die Halbgefangenschaft möglich. Landmann führte aus, dass sich sein Klient heute wieder gefangen habe und künftig legal in der Gastronomie arbeiten wolle. Der beschuldigte Familienvater sei heute auch von den Drogen weggekommen.

Das Plädoyer zeitigte Erfolg. Wie am Mittwoch heraus kam, haben die Oberrichter den Teil der unbedingten Freiheitsstrafe tatsächlich auf noch zwölf Monate reduziert. Damit kann der Angeklagte seinen beruflichen Ziele tagsüber in Angriff nehmen und die noch offene Strafe in den Nachtstunden «abschlafen».

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 26.02.2011 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Genussmittel

    Das es auch der letzte endlich begreift. Hanf,Gras Marihuana,Ganja oder wie ihr es nennen wollt ist ein Genussmittel und keine Droge. Danke

  • susi q. am 24.02.2011 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich legal mit Drogen handeln...

    Dann kann ich jetzt endlich mit Drogen Millionen machen und mich anschliessen "bessern" und ganz lieb versprechen dass ich sowas dummes nie mehr machen werfe. Ehrlich. Ganz bestimmt. Und dann fragen sich die Wähler warum immer mehr Bürger rechts wählen und sich härtere (oder zumindest keine lächerlichen) Strafen wünschen.

  • Vanessa am 24.02.2011 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz hat Hochkonjunktur

    Kuscheljustiz hat Hochkonjunktur. Der Kampf dagegen auch. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 26.02.2011 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Genussmittel

    Das es auch der letzte endlich begreift. Hanf,Gras Marihuana,Ganja oder wie ihr es nennen wollt ist ein Genussmittel und keine Droge. Danke

  • Karl am 26.02.2011 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Das Cannabis-Verbot ist eh lächerlich. Das checken sogar manche Richter schon. Repression kostet nur Geld aber bringt rein gar nichts, im Gegenteil. Für jeden geschnappten Drogendealer kommen 2 neue.

  • Vanessa am 24.02.2011 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz hat Hochkonjunktur

    Kuscheljustiz hat Hochkonjunktur. Der Kampf dagegen auch. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • Anton Keller am 24.02.2011 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ausschaffungsintiative

    Und wo ist die Umsetzung der Ausschaffungsintiative

    • kilian am 26.02.2011 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      nicht alles wörtlich nehmen

      Die Initiative war nicht so wörtlich gemeint. Würde gar nicht gehen. Zum glück nicht.

    einklappen einklappen
  • susi q. am 24.02.2011 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich legal mit Drogen handeln...

    Dann kann ich jetzt endlich mit Drogen Millionen machen und mich anschliessen "bessern" und ganz lieb versprechen dass ich sowas dummes nie mehr machen werfe. Ehrlich. Ganz bestimmt. Und dann fragen sich die Wähler warum immer mehr Bürger rechts wählen und sich härtere (oder zumindest keine lächerlichen) Strafen wünschen.