«Fleisch ist Mord»

30. August 2017 17:06; Akt: 30.08.2017 20:36 Print

Militante Veganer stören Gäste im Sternen-Grill

Sie skandierten «Fleisch ist Mord», verteilten Flyer und klebten Sticker an die Wände: Militante Veganer haben im Zürcher Sternen-Grill demonstriert.

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Die Bratwurst vom Sternen-Grill am Bellevue in Zürich ist Kult. Auch am Freitagabend herrschte Hochbetrieb – allerdings nicht nur wegen der vielen Wurstliebhaber. Plötzlich tauchte eine Gruppe von militanten Veganern auf. Diese verteilten Flyer, klebten Sticker an die Wände und skandierten lauthals «Fleisch ist Mord». Nach etwa zehn Minuten wurden sie weggeschickt.

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«Bis jetzt haben ich noch nie so etwas erlebt und ich hoffe auch, dass es eine einmalige Sache bleiben wird», sagt Thomas Rosenberger, Inhaber des Sternen-Grills zu Tagesanzeiger.ch. Solche Aktionen seien geschäftsschädigend und brüskierten die Gäste. Er betont aber, dass er bei der Wahl der Produkte sehr auf tiergerechte Haltung achte. Trotz der unschönen Aktion will er auf eine Anzeige verzichten.

Die Vegane Gesellschaft Schweiz (VGS) distanziert sich von der Demo: «Es gibt sehr viele verschiedene Gruppierungen, die sich mit dem veganen Leben befassen. Wir können sie nicht alle repräsentieren», wird VGS-Sprecher Raphael Neuburger in dem Bericht auf Tagesanzeiger.ch zitiert. Man wende andere Methoden an, um die Bevölkerung zu sensibilisieren – etwa mit Ständen an der Vegana, dem Strassenfest für vegane Ernährung.

«Es braucht weitere solche Aktionen»

Hinter der Aktion stecken rund ein Dutzend Veganerinnen und Veganer. 20 Minuten hatte mit ihnen schriftlich Kontakt. Sie möchten anonym bleiben. «Es ist für uns nachvollziehbar, dass sich die VGS distanziert - wir sind eine unbekannte, kleine Organisation und können darum zu solchen Mitteln greifen», schreiben sie.

Den Sternen-Grill hätten sie bewusst ausgewählt: «In einem veganen Lokal würde eine Aktion dieser Art eher weniger Sinn machen», schreiben sie und fügen an: «Wir möchten dieses relevante Thema in die Mitte der Gesellschaft rücken, deshalb braucht es weitere solche Aktionen. Die ethischen Missstände in der Massentierhaltung und ihre klimatischen Auswirkungen, welche wir zurzeit massiv zu spüren bekommen, sind die zentralen Probleme unserer Generation.»

Auf die Frage, ob solche Aktionen nicht eher das Gegenteil von Akzeptanz bewirken, antworten sie: «Gesellschaftliche Veränderungen stossen meistens auf Widerstand, bis die kritische Masse erreicht ist.»

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean B am 30.08.2017 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache Krawall

    im Namen des "Guten". Sich immer über andere stellen und in der Rolle des moralisch ÜberleGenen gefallen. Es ist so billig und lachhaft und nützt rein nichts.

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  • Italia am 30.08.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Akzeptanz für Fleischesser

    Ich finde es schlecht einem vorzuschreiben wie man sichh ernähren soll. Wir sagen den Veganern auch nicht esst nur noch Fleisch sondern berücksichtigen auch sie. Deshalb verlange ich ein bisschen mehr Akzeptanz von den Veganern, dass es auch noch Leute gibt die gerne Fleisch essen.

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  • Simi am 30.08.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktiv

    Man kann informieren, diskutieren und aufklären. Die Entscheidung, Fleisch zu essen, soll und muss jeder selber treffen. Solche Aktionen bewirken bei mir das genaue Gegenteil von dem, was beabsichtigt wurde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Ball am 02.09.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    Uns geht's allen zu gut, das sind alles Luxusprobleme. Schämt euch! Mit solchen Aktionen erreicht ihr gar nichts und das ist gut so. Toleranz wird heute gar nicht mehr gelebt. Wir verkümmern langsam und sehen die wirklichen Probleme dieser Welt nicht.

  • Mike am 31.08.2017 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Fleisch esser

    Wie kann man nur einen Salat essen der unter wiedrigsten Bedingungen aufwachsen muss. Meistens wird er mit zu Wenig Abstand zum nächsten Salat gross gezogen. Es sollte einen Gesetzlichen Mindestabstand geben. Auch Salat hat Gefühle . Darum esst Fleisch.

  • U.Kesselring am 31.08.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Tanzen

    LEUTE, da gibts doch nur eine Reaktion Wir binden uns Servelats Kränze um den Hals, und tanzen Nackt durch die Zürcher VegiBeizen. Also in meinem Fall wäre viel Fleisch zu sehen.....

  • Urs_ZH am 31.08.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Verblendete Veganer

    So ein Blödsinn. Eines ist klar: Mit solchen "Aktionen" bringt man wenigstens mich nicht dazu auf meinen nicht sehr grossen Fleischkonsum zu verzichten. Eigentlich resultiert aus solchen Aktionen bei mir Widerstand und Abneigung: So esse ich grad zum Trotz Fleisch.... Das erreichen diese verblendeten Veganer!

  • Prinzessin Peach am 31.08.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schade für den Sternengrill

    Man sollte an der Quelle des Bösen etwas ändern. Ich bin Teilzeitveganerin. Verbiete niemanden den Konsum, esse selber nur zu Tode gestreicheltes Rind. Der Grossteil def Menschen informiert sich leider nicht woher ihr Essen kommt. Sehr schade, man schadet sich selber. (billiges Antibiotika Fleisch) Überzeugte Fleischesser sehen das Tier als Objekt. Als Laufbandware in der Massenproduktion und eben nicht als Lebewesen. Auch sehr schade und widerspiegelt unsere Ignoranz. Aber 50% der Industrieländer wären ja nicht krankhaft Fett, wären wir aufgeklärz und würden bewusst essen. Die Pharma freuts.