Stadt Zürich

28. Februar 2019 09:24; Akt: 28.02.2019 09:24 Print

Mini-Sexsalons nun in allen Wohnzonen erlaubt

In der Stadt Zürich sind Mini-Sexsalons nun in Wohnzonen mit über 50 Prozent Wohnanteil erlaubt. Das hat der Gemeinderat am Mittwochabend entschieden.

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Prostituierte haben in der Stadt Zürich künftig mehr Spielraum bei der Standortwahl für ihr Gewerbe. Neu werden Kleinst-Sexsalons auch in Wohnzonen mit über 50 Prozent Wohnanteil zugelassen. Dafür musste die Bau- und Zonenordnung (BZO) angepasst werden. Am Mittwochabend hat der Gemeinderat der Änderung praktisch diskussionslos zugestimmt.

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Einhaltung der Wohnanteilspflicht

Bei sogenannten Kleinstsalons handelt es sich um maximal zwei Räume, in denen nicht mehr als zwei Prostituierte arbeiten dürfen. Diese Kleinstsalons benötigen keine polizeiliche Bewilligung, wohl aber eine Baubewilligung.

Damit nicht mehrere Kleinstsalons in eine Liegenschaft ziehen und dadurch die Wohnbevölkerung beeinträchtigen, soll bei der Bewilligung besonders auf die Einhaltung der jeweiligen Wohnanteilspflicht geachtet werden. Zudem darf der Gewerbeanteil nicht überschritten werden.

Besser vor Zwangsprostitution geschützt

Nach Ansicht des Stadtparlaments sind die Prostituierten in Kleinstsalons besser vor Zwangsprostitution und Ausbeutung geschützt. In der Regel könnten sie hier wirtschaftlich unabhängig und selbstverantwortlich arbeiten, lautete der Tenor.

Einzig die EVP bezweifelte genau diese Selbstbestimmtheit der Frauen. Zudem ist es ihrer Ansicht nach klar, dass es vor allem wegen der Freier in den Wohnquartieren zu Konflikten kommen wird. Man müsse sich nur an die 1990er-Jahre erinnern.

Damals hatte der Stadtrat die 50-Prozent-Regel eingeführt, um die Wohnbevölkerung vor den Auswüchsen des Sexgewerbes zu schützen. In ein paar Jahren sei man dann wohl wieder gleich weit, vermutete die Kleinpartei.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi Heidnisch am 28.02.2019 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachfrage und Angebot

    Diese grosse Nachfrage nach kommerziellem Sex lässt vermuten, dass seit fortschreitender Emanzipation etwas mit der Institution Ehe im Argen liegt. Denn sehr viele Kunden sind nämlich verheiratet?

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  • R.T. am 28.02.2019 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rotlicht Viertel

    Warum gibt es in Zürich nicht einfach, wie in den meisten Städten im Ausland, sogenannte Rotlicht Viertel? Diejenigen, die das wollen, können sich dann dort vergnügen und die anderen wiederum können diese Viertel einfach meiden und alle sind zufrieden. Zum Beispiel sowas nur noch im Langstrassen Quartier erlauben, denn wer dort hinzieht, weiss sowieso, dass in sowas erwartet.

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  • Sünneli am 28.02.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schelm

    Ist schon 1.April ? Erstens glaube ich nicht dass sich dieZwang- Prostitution ändern wird. Es wird einfach verlagert. Zudem ist es für eine Liegenschaft Wertminderung wenn im Hause diesem Gewerbe nachgegangen wird. Ich als Mieter möchte auf alle Fälle nicht bei einem Puff leben müssen. Ein ständiges Kommen und Gehen. Für die Befürworter natürlich praktisch können sie anonym Besuche abstatten. Ein Schelm der Böses denkt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F. Freier am 28.02.2019 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar

    Sehr schön, wohne in einer Eigentumswohnungen im Kreis 5. Viele Besucherparkplätze sind vorhanden. Ziehe nun von Zürich weg in eine günstige Mietwohnung und vermiete meine EW für teures Geld an solche S-Dienerinnen. Wenn ich dann mal nach dem Rechten schaue, werde ich gleich auch noch den Service in Anspruch nehmen. Natürlich nicht gratis, gute Kunden (Mieter) müssen schliesslich auch gepflegt werden.

  • Frägl am 28.02.2019 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieso

    muss das Volk diesen Frauen ihren Job versüssen?

  • Tina am 28.02.2019 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragt euch selber...

    Viele Frauen die sich empören sollten auch so selbstkritisch sein und überprüfen, ob nicht auch gerade die selber nicht mit ein Grund sind, dass Männer zu uns kommen. Ja, ich mache diesen Job seit vielen Jahren, erst freiwillig weil es leicht verdientes Geld war, später gezwungenermassen weil ich sonst keinen Beruf erlernt hatte. Ich kenne viele die sagen, dass sie ihren Beruf, egal welcher es ist auch nur noch machen weil sie nichts anderes können. Und viele meiner Kunden kommen weil ich ihnen zuhöre, weil ich keine Ansprüche (ausser Geld) habe und weil sie sonst keine Möglichkeit haben ihre Sexualität auszuleben. Die Männer die zu mir kommen sind alle zu verunsichert, zu bequem oder zu gebunden um sich anderweitig das zu holen was ihnen wichtig ist. Zu 95% sind sie mir gegenüber auch sehr korrekt und höflich.

  • Silvan am 28.02.2019 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    An die Frauen denkt dabei keiner!

    Warum "der Puff" nun ins Wohngebiet zieht? Damit der Politiker anonymer in Selbigen gehen kann! Tür und Tor gehen zudem auf für Menschenhandel und Spekulanten für Wohneigentum. An diese Frauen, Sexworkerinnen, wird, wie immer, Null bis gar nicht gedacht.

  • Peter Miller am 28.02.2019 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr negativ, als positiv

    Nun, da hat aber der Vermieter auch noch ein Wort mitzureden. Für ein Mann könnte ja eine Mini-Sexgewerbe im gleichen Block/Haus ein Vorteil sein. Aber die Laufkundschaft, welche ein- und ausgehen, mitten in der Nacht Autos ein- und ausfahren. Typen die im Treppenhaus warten, bis diese rein können. Ehrlich gesagt, brauch und will ich sowas nicht. Ich will in der Nacht schlafen können. Und nicht Abends dann noch bei Feierabend Freier begegnen zu müssen. Völlig stupide Entscheidung.