Zürich

13. Januar 2011 23:10; Akt: 13.01.2011 19:51 Print

Missstände anonym im Internet melden

Der Kanton soll eine Stelle schaffen, bei der Whistleblower sich anonym melden können. Dieser Vorschlag ist eine Folge der Korruptionsaffäre um die BVK.

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Nachdenklich: Esther Wyler und Margrit Zopfi. (Keystone)

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Am bekanntesten ist der Fall von Esther Wyler und Margrit Zopfi, den Whistleblowerinnen aus dem Sozialdepartement der Stadt Zürich. Doch auch Missstände bei der kantonalen Verwaltung wurden von Mitarbeitern aufgedeckt – oder hätten vielleicht früher behoben werden können, wenn es eine spezielle Anlaufstelle für Whistleblower gegeben hätte. Zu diesem Schluss kommt Georg Müller, Professor für Verwaltungsrecht. Er hat im Auftrag des Kantons die Korruptionsaffäre um die Beamtenversicherungskasse BVK untersucht. «Ich schlage eine Internet-Plattform vor, bei der Meldungen über Missstände anonym deponiert und an eine zuständige Stelle weitergeleitet werden können», sagte Müller, als er gestern die Resultate seiner Untersuchung vorstellte. Die Whistleblower-Stelle soll dann mit dem anonymen Hinweisgeber Kontakt aufnehmen können. Der Regierungsrat wird sich nun mit der Schaffung einer solchen Stelle befassen.

Die Stadtzürcher GLP-Gemeinderätin Zora Ledergerber ist Expertin für Whistleblowing. Sie findet Müllers Vorschlag sinnvoll: «Dass die Anonymität gewahrt bleibt, ist nach den Erfahrungen, die Wyler und Zopfi machen mussten, besonders wichtig.» Die GLP verlangt in einer Motion, dass auch der Zürcher Stadtrat klar kommuniziert, an welche Stellen sich Whistleblower zu wenden haben (20 Minuten berichtete).

(sda/lüs)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 14.01.2011 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Widersprüchlich

    Ich finde sehr gut, dass eine Stelle geschaffen werden soll, wo Missstände anonym gemeldet werden können. Es ist aber dennoch widersprüchlich, wenn einerseits Leute verurteilt werden, die Missstände anprangern und andererseits solche Stellen geschaffen werden. Was daraus folgt ist wohl, dass es immer ein Risiko ist, Missstände öffentlich zu machen und, dass es weniger riskant ist, solche Dinge hinter verschlossenen Türen zu klären. Bloss: Hat der Steuerzahler kein Recht zu wissen, was mit seinem Geld passiert?

  • Michael Meienhofer am 15.01.2011 01:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht im Internet, im Parlament..

    Warum auch kompliziert? Die Politiker sind jezt gefragt.Sie sollen Gesetze erschaffen, bei denen Amtsgeheimsverletzungen Straffrei werden, wenn erwiesen ist, dass kriminelle Machenschaften dabei aufgedeckt werden. Wohl haben aber Politiker vermutlich kein Interesse daran, dann werden nämlich ihre Jobs wirtschaftlich für sie Bedeutungslos, da würden alle Tricks irgendwann einmal aufgedeckt. Wer von Mafia redet, soll mal in unserem Lande Umschau halten.

  • B. Kerzenmacher am 14.01.2011 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Soso.

    Wenn man massive Missstände meldet, zumindest im TG bekommt man nicht mal Antwort. Und das betrifft keine Bagatelldelikte sondern nachweisbare Dokumentenfälschungen und übelste Beschimpfungen. Die Kosten für den "Melder" werden dann die 100000Fr. Marke überschreiten. Man sollte also, zumindest im TG höchst Vorsichtig sein Missstände oder Straftaten zu melden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Meienhofer am 15.01.2011 01:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht im Internet, im Parlament..

    Warum auch kompliziert? Die Politiker sind jezt gefragt.Sie sollen Gesetze erschaffen, bei denen Amtsgeheimsverletzungen Straffrei werden, wenn erwiesen ist, dass kriminelle Machenschaften dabei aufgedeckt werden. Wohl haben aber Politiker vermutlich kein Interesse daran, dann werden nämlich ihre Jobs wirtschaftlich für sie Bedeutungslos, da würden alle Tricks irgendwann einmal aufgedeckt. Wer von Mafia redet, soll mal in unserem Lande Umschau halten.

  • Michael Palomino am 14.01.2011 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    der Pensionär

    Gottlob gibt es wohlhabende SVP-Pensionäre, die Gerichtskosten übernehmen, wo das Gericht falsch eintscheidet. Man kann sich ja denken, um wen es sich handelt. Gut gemacht.

  • 192.33.100.195 am 14.01.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Internet - anonym ?

    Eine super Idee, leider jedoch technisch nicht möglich. Wer heutzutage glaubt, dass er sich im Internet anonym bewegen könne, der glaubt wohl auch, dass ein Gabelstapler Gabeln stapelt ??

  • B. Kerzenmacher am 14.01.2011 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Soso.

    Wenn man massive Missstände meldet, zumindest im TG bekommt man nicht mal Antwort. Und das betrifft keine Bagatelldelikte sondern nachweisbare Dokumentenfälschungen und übelste Beschimpfungen. Die Kosten für den "Melder" werden dann die 100000Fr. Marke überschreiten. Man sollte also, zumindest im TG höchst Vorsichtig sein Missstände oder Straftaten zu melden.

  • Peschä am 14.01.2011 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Widersprüchlich

    Ich finde sehr gut, dass eine Stelle geschaffen werden soll, wo Missstände anonym gemeldet werden können. Es ist aber dennoch widersprüchlich, wenn einerseits Leute verurteilt werden, die Missstände anprangern und andererseits solche Stellen geschaffen werden. Was daraus folgt ist wohl, dass es immer ein Risiko ist, Missstände öffentlich zu machen und, dass es weniger riskant ist, solche Dinge hinter verschlossenen Türen zu klären. Bloss: Hat der Steuerzahler kein Recht zu wissen, was mit seinem Geld passiert?