Dietikon ZH

28. September 2011 07:57; Akt: 28.09.2011 00:01 Print

Mitarbeiter onaniert im Firmenwagen

von Attila Szenogrady - In Dietikon hat ein Sicherheitskoordinator am helllichten Tag in seinem parkierten Firmenfahrzeug onaniert. Nun wurde der Aargauer wegen sexueller Belästigung zulasten einer Augenzeugin mit 1600 Franken gebüsst.

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Es war am vergangenen 11. März, als eine Frau in Dietikon am helllichten Nachmittag massiv erschrak. So erblickte sie an der Lerzenstrasse aus einem Fenster heraus einen parkierten Personenwagen. Darin sass ein Mann, der nicht nur mit entblösstem Unterleib auf dem Fahrersitz sass, sondern auch an seinem erigierten Penis herum hantierte. Was bei der rund 40-jährigen Zeugin laut Anklage nicht nur Unbill, sondern auch Unbehagen auslöste. Als der Mann die Beobachterin wahrnahm, legte er sogleich seine Jacke über sein Gemächt und brauste davon. Allerdings zu spät. So hatte sie bereits seine Aargauer Autonummer aufgeschrieben. Schon wenige Stunden später erhielt der heute 54-jährige Sicherheitskoordinator einen Anruf der Polizei.

Notfall geltend gemacht

Der verdächtige Mann gab zu, dass er tatsächlich ohne Kleider und Unterhosen in seinem Firmenfahrzeug gesessen sei. Allerdings nicht um sich selber zu befriedigen. Vielmehr habe er sich mit einem Taschentuch gereinigt und dabei Flüssigkeit weggewischt.

Am Dienstag wiederholte er seine Unschuldsversion vor dem Bezirksgericht Dietikon. Demnach habe er während der Fahrt einen Energy-Drink getrunken. (Was übrigens auch verboten gewesen wäre). Als er den Becher aus Versehen losgelassen habe, sei ihm das ganze klebrige Nass auf die Hose gefallen: «Ich suchte sofort einen freien Parkplatz, um meine Kleider zu reinigen», erinnerte er sich zurück. Dabei habe er auch die feuchten Unterhosen ausgezogen, erklärte er und machte damit einen Notfall geltend.

Exhibitionismus und sexuelle Belästigung eingeklagt

Bereits die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis hatte dem Beschuldigten seine Geschichte nicht abgekauft. Im Gegenteil: Sie ging nicht nur von sexueller Belästigung, sondern auch von Exhibitionismus aus. So habe der Sicherheitsfachmann seinen Penis gegenüber der Geschädigten geradezu präsentiert, war der Anklage zu entnehmen. Ihr Antrag auf eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 120 Franken sowie 900 Franken Busse fiel alles andere als milde aus.

Happige Busse

Das Gericht schlug einen Mittelweg ein. Es kam einerseits beim Vorwurf des Exhibitionismus zu einem Freispruch. So habe der Täter nicht bewusst vor einer anderen Person onaniert, führte Einzelrichter Bruno Amacker dazu aus. Andererseits sei eine sexuelle Belästigung aufgrund der Zeugin klar erwiesen. So stufte der Richter den angeblichen und entlastenden Reinigungsvorgang als nicht plausibel und damit als nicht glaubhaft ein. Ein ausgeschütteter Becher sei noch lange kein Grund, sogar die Unterhosen auszuziehen, stellte Amacker fest. Zudem habe der Beschuldigte damit rechnen müssen, von anderen Leuten gesehen zu werden. Das Gericht legte für das Delikt eine happige Busse von 1 600 Franken fest. Zudem soll der Aargauer die Gerichtskosten von 1 800 Franken tragen.