«Um Post zu ärgern»

22. Mai 2019 11:56; Akt: 22.05.2019 12:00 Print

Angestellte stiehlt trotz Überwachung 350'000 Fr.

Um die Post zu ärgern, nahm eine Mitarbeiterin 350'000 Franken mit nach Hause. Die 40-Jährige stand wegen Diebstahls vor dem Bezirksgericht Zürich.

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Der Vorwurf: Diebstahl. Eine ehemalige Postangestellte versteckte an ihrem Arbeitsplatz unter ihrer Kleidung 350'000 Franken in bar. In der Garderobe packte sie das Geld dann in eine Handtasche und nahm es nach Arbeitsschluss in ihre Wohnung mit. Rund eine Woche später wurde sie verhaftet. Ein Grossteil der Beute konnte sichergestellt werden. Die 40-Jährige hat sich v0m Geld lediglich einen Laptop gekauft.

«Es ist dumm gelaufen»

Aufgeflogen war sie, weil die Räumlichkeiten mit Videokameras überwacht werden, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Einen Monat lang sass die Beschuldigte in Untersuchungshaft. Nun musste sie sich vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

Vor Gericht zeigt sich die ehemalige Schichtleiterin einer Spezialfirma der Post geständig. Eine logische Erklärung für ihre Tat hat sie aber nicht. Dem Einzelrichter sagt sie, dass ihr das Geld «scheissegal» gewesen sei. Sie habe es lediglich getan, «um die Post zu ärgern». Zudem sei das Arbeitsklima schlecht gewesen: «Das Mobbing war zu viel. Es ist dumm gelaufen.»

Bedingte Geldstrafe von 32'400 Franken

Die nicht vorbestrafte Frau wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 90 Franken bei einer Probezeit von 2 Jahren sowie 800 Franken Busse verurteilt. Der beschlagnahmte Laptop wurde eingezogen. Die noch fehlenden 3000 Franken muss sie der Post zurückzahlen.

Die Anklage lautete nicht nur auf Diebstahl, sondern auch auf grobe Verkehrsregelverletzung. Die Frau, die heute als stellvertretende Filialleiterin bei einer anderen Firma arbeitet, hatte ein Tempolimit von 80 km/h um 35 km/h überschritten.

(mon)