Empa

22. Februar 2019 11:04; Akt: 22.02.2019 17:48 Print

Professoren-Paar wird Mobbing vorgeworfen

Ein Professoren-Paar soll am Forschungsinstitut Empa jahrelang Mitarbeiter gemobbt haben. Zudem werden Plagiatsvorwürfe laut.

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Die ETH kommt nicht zur Ruhe. Nach den Vorwürfen der sexuellen Belästigung gibt es nun auch noch Probleme im Zusammenhang mit Mobbing. Ein Professor und eine Doktorin sollen jahrelang gemeinsam gemobbt und wissenschaftliche Fehlleistungen produziert haben, wie der «Tages-Anzeiger» am Freitag schreibt.

Die beiden Akademiker sind Lebenspartner und arbeiten an der Empa in Dübendorf. Der Professor ist zudem an der ETH angestellt. Die ETH bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass eine Untersuchung gegen den Mitarbeiter eingeleitet wurde.

ETH reagierte nicht

Ein ehemaliger Doktorand erzählt von regelmässigen Kündigungen, Redeverbot und übertriebenem Resultate-Druck. Das Paar sei insbesondere an farbigen Präsentationen interessiert gewesen. Der Inhalt habe jedoch keine Rolle gespielt.

Vor einem Jahr wandten sich mehrere Doktoranden an die ETH. Darin wurden Vorwürfe laut, das Paar sei wissenschaftlich nicht qualifiziert, führe kaum und die Kündigungsrate sei viel zu hoch. Die ETH handelte aber nicht.

«Er ertrug es nicht, wenn andere Erfolg hatten»

Zudem wird dem Paar Plagiat vorgeworfen. Für eine Arbeit wurde die Grafik einer Doktorarbeit praktisch eins zu eins übernommen. Nur die Farben wurden abgeändert. Statt der Quelle wird der Doktorandin am Ende der Arbeit kurz gedankt. Bei einer anderen Arbeit wird ein ganzer Abschnitt einer Doktorarbeit zitiert – ohne Erwähnung.

Der Anwalt des Professoren-Paars schreibt in einer Mitteilung, dass die beiden Akademiker über einen hervorragenden wissenschaftlichen Ruf verfügten und klaglos gearbeitet und geforscht hätten. Sie sehen sich als «Opfer einiger weniger rachsüchtiger Studierenden» und streiten die Vorwürfe einer hohen Kündigungsrate, eines Redeverbots und wissenschaftlicher Fehler aufgrund von Resultate-Druck ab. Der Anwalt bestätigt aber, dass ein Verfahren wegen Verdachts auf wissenschaftlichen Fehlverhaltens im Gang ist.

(fss)