«Schlag ins Gesicht»

05. Januar 2020 06:38; Akt: 05.01.2020 11:09 Print

Hater attackieren Morena für Vergewaltigungs-Post

Body-Positivity-Star Morena Diaz hat auf Instagram geschrieben, dass sie vergewaltigt wurde. Die Reaktionen darauf fallen teils heftig aus.

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«Ich wurde vergewaltigt und es tut immer noch weh.» Mit diesem Bekenntnis sorgte die bekannte Aargauer Primarschullehrerin Morena Diaz am vergangenen Donnerstag für Aufsehen. Der Vorfall hat sich laut ihres Posts drei Tage vor Heiligabend 2018 nach einem gemeinsamen Abendessen ereignet.

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Ihr Fall sei kein Einzelfall, schreibt sie im Post, und deshalb breche sie nun ihr Schweigen. Während viele diesen Schritt unterstützen und Diaz dafür loben, gibt es auch einige, die ihre Geschichte anzweifeln. «Sie sind eine feige Lügnerin», steht in einem Kommentar. «Sie sollten sich schämen», in einem weiteren. «Wen wundert's, bei jemandem, der sich so präsentieren muss», schreibt jemand – und dies öffentlich.

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Victim Blaming ist die Täter- Opfer- Umkehr, bei der die Menschen (perfekte Beispiele oben im Bild) den Opfern zu gewissen oder ganzen Teilen eine Schuld für die Tat geben. Bei einem sexuellen Übergriff spielt es keine Rolle, wie man angezogen war, wo man sich aufgehalten hat oder in welcher Beziehung man zum Täter steht. Ein Nein ist ein Nein und muss respektiert werden. Das Opfer kann nackt vor dem Täter stehen, er hat nicht das recht, das Opfer gegen ihren Willen anzufassen. Mir und anderen Opfer (vor allem im öffentlichen Raum) eine Mitschuld zu geben, trägt dazu bei, dass diese Mentalität, den Opfern, die Schuld zuzuschieben niemals aufhört und nicht nur das: für Opfer ist es ein Schlag ins Gesicht und eine Barriere mehr, die Opfer davon abhält, sich zu öffnen: man glaubt ihnen sowieso nicht. Ich habe bislang den Medien kein einziges Statement abgegeben. Ich will etwas bewegen, verändern und ich will Mut machen. Deshalb bin ich mit meiner Geschichte raus, jedoch nur auf meinen eigenen Kanälen bisher weil ich hier die Kontrolle habe, welche Informationen wie rausgehen. Das hier ist keine Rechtfertigung aber meine Art Aufklärungsarbeit zu betreiben. Victim Blaming trägt zur Tabuisierung bei und muss aufhören. La culpa no era mía, ni dónde estaba, ni cómo vestía. . . Edit: Es war nicht meine Absicht, einen Namen nicht unkenntlich zu machen. Die Kommentator*innen haben, an ihren Namen an, unterschiedliche Herkünfte.

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Nicht wenige kritisieren, dass Diaz damit erst ein Jahr später an die Öffentlichkeit gehe. Diese wiederum kontert und postet einige der negativen Aussagen. Dies seien perfekte Beispiele für Victim Blaming – die Täter-Opfer-Umkehr, bei der die Menschen den Opfern zu gewissen oder ganzen Teilen eine Schuld für die Tat geben.

«Ein Nein ist ein Nein»

Bei einem sexuellen Übergriff spiele es keine Rolle, wie man angezogen sei, wo man sich aufgehalten habe oder in welcher Beziehung man zum Täter stehe, schreibt Diaz dazu. «Ein Nein ist ein Nein und muss respektiert werden.»

Für Opfer seien solche Aussagen ein Schlag ins Gesicht und eine Barriere mehr, die sie davon abhalte, sich zu öffnen – man glaube ihnen sowieso nicht. «Victim Blaming trägt zur Tabuisierung bei und muss aufhören.» Deshalb sei sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen: «Ich will etwas bewegen, verändern und ich will Mut machen.»

(scl)