Schaffhausen

11. April 2019 15:31; Akt: 11.04.2019 15:31 Print

Grossmoschee wird nun ohne Kredit gebaut

Der Türkisch-Islamische Verein Schaffhausen bekam von keiner Bank einen Kredit für eine Moschee. Jetzt wird diese mit Spenden und Gratishandwerkern gebaut.

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Der Türkisch-Islamische Verein Schaffhausen will eine neue Moschee bauen. Nur bekam er von keiner Bank dafür einen Baukredit. Nun wurde aber die Aksa-Moschee trotzdem abgerissen, wie die «Schaffhauser Nachrichten» berichten.

Der Vereinsvorstand entschied sich, ohne einen Kredit mit den Bauarbeiten zu beginnen, – finanziert durch Spenden und Gratishandwerker. «Wir sprechen schon seit Jahren von diesem Neubau, jetzt mussten wir endlich anfangen», sagt Ibrahim Erdogan, Präsident des Türkisch-Islamischen Vereins.

Handwerker arbeiten ohne Lohn

Der Verein rechnet mit einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten. Im zweistöckigen Gebäude soll es einen ­Gebetsraum, eine Wohnung für den Imam, ein Jugendlokal sowie einen Aufenthaltsraum geben. Auch einen Tiefgarage ist geplant.

Der Fortschritt der Bauarbeiten ist laut der Zeitung noch abhängig von den Spenden. Denn die gesamten Projektkosten sind nicht gedeckt. Rund 250'000 Franken sollen zudem mit Eigenleistungen erbracht werden. Vereinsmitglieder, die als Handwerker arbeiten, werden dazu gewisse Arbeiten ohne Entgelt erledigen.

Projekt kostet 1,8 Millionen

Insgesamt kostet das Projekt 1,8 Millionen Franken. Laut Ekrem Besir vom Verein hinter der Aksa-Moschee waren die Absagen der Banken nicht aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Der Verein besitze die 600'000 Franken Eigenkapital, die es für den Bau brauche.

Als Grund für die Absagen sieht der Verein die negative Berichterstattung im Mai 2018. Damals berichtete der «Blick», dass die ­Moschee mit Geldern aus der Türkei gebaut werde und dass politische Propaganda ­betrieben werde. Diese Vorwürfe dementierte der Verein von Anfang an.

Nach dem Medienecho meldeten sich laut dem Verein aber auch Personen aus der ganzen Schweiz, die für die neue Moschee spenden wollten. Deshalb sind Besir und Erdogan zuversichtlich, dass das Geld dafür auch zusammenkommt.

(som)