Attacke auf 14-Jährigen

07. Februar 2019 12:37; Akt: 10.03.2019 18:47 Print

«Was er erlebt hat, lässt sich nicht in Worte fassen»

von Maja Sommerhalder - Eine Frau stach auf einen 14-Jährigen ein, weil sie sich am Schwiegervater rächen wollte. Am Donnerstag kam es zum Urteil vor dem Zürcher Bezirksgericht.

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Was war passiert?

Ein absolutes Albtraum-Szenario: Ein damals 14-Jähriger sass im November 2016 in seinem Bett, als plötzlich zwei maskierte Personen vor ihm standen und ihn mit 15 Stichen lebensgefährlich verletzten. Hinter der Tat stecken eine Mazedonierin (35) und ihr Bruder (32). Sie wollten die Tat ihrem Schwiegervater anhängen.

So geht es dem Opfer heute

«Ohne Notoperation hätte er nicht überlebt», sagt der Anwalt des heute 17-Jährigen. Sein Körper sei mit Narben übersät. Er arbeite hart daran, wieder einmal allein schlafen zu können, habe nachts regelmässig Panik.

Das sagt die Beschuldigte

Die Angeklagte zeigte Reue, weinte fast die ganze Verhandlung hindurch: Sie seien in die Wohnung des Schwiegervaters eingebrochen und hätten nach Geld gesucht. Es sei darum gegangen, ihn zu erschecken: «Ich hatte nonstop Streit mit ihm – er war ein Feindbild.» Dann habe ihr Bruder das Gefühl gehabt, dass sie vom Nachbarn gesehen worden seien. Als sie zum Teenager gegangen seien, habe sie das Messer vom Bruder bekommen, um auf ihn aufzupassen. «Der 14-Jährige schaute mir in die Augen. Ich bekam Angst und konnte mich nicht kontrollieren.» Sie stach zu.

Das sagt der Mittäter

Er sei extra für die Tat von Mazedonien angereist. Dass seine Schwester einen Rucksack mit einem Messer, Sturmhauben und Handschuhen dabeigehabt habe, habe er nicht gewusst. Seine Schwester habe ihn einige Male zu Unrecht belastet. Sein Anwalt fügte zudem an, dass er einen IQ von 66 habe.

Diese Strafen wurden gefordert

Die Staatsanwältin spricht von einer «kaltblütigen und menschenverachtenden» Tat. Sie fordert 20 Jahre Haft für die Beschuldigte und sechs Jahre für den Bruder. Der Verteidiger der Frau hält acht Jahre Haft für angemessen – der Anwalt des Bruders fordert lediglich vier Monate. Das Urteil wird am Donnerstag erwartet.