Zürich

01. Februar 2011 13:34; Akt: 01.02.2011 13:42 Print

Mutter auf Hausfrauenstrich - Mann verurteilt

von Attila Szenogrady - Eine Zürcher Fürsorgebezügerin hat sich regelmässig heimlich prostituiert und wurde deshalb wegen Betrugs verurteilt. Nun wurde auch ihr nicht geständiger Ehemann als Mittäter für schuldig befunden.

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Die heute 36-jährige Mutter von zwei Kindern wurde bereits im März vor einem Jahr am Bezirksgericht Zürich wegen Fürsorgebetrugs zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt. Die geständige Schweizerin hatte als angeblich arbeitslose Stadtzürcherin ab Herbst 2001 über mehrere Jahre hinweg regelmässig Sozialhilfegelder bezogen. Zwischen Mai 2005 und Februar 2009 suchte sie heimlich den Hausfrauenstrich auf und verdiente dabei mindestens 33 400 Franken. Wobei die Angeklagte dieses Einkommen gegenüber den Behörden bewusst verschwieg und nach einem umfassenden Geständnis für schuldig befunden wurde.

Vater verlangte Freispruch

Der heute 44-jährige Ehemann der Prostituierten wurde am Bezirksgericht Zürich ebenfalls wegen gewerbsmässigen Betrugs zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt. Im Gegensatz zu seiner Frau fühlte er sich aber unschuldig und legte Berufung ein. Ende Januar liess er seinen Verteidiger vor dem Obergericht auf einen vollen Freispruch plädieren. Der Beschuldigte machte Nichtwissen geltend, da er von der illegalen Betätigung seiner Frau erst im Sommer 2008 erfahren habe. Zudem sei er über die genaue Höhe des Erlöses gar nicht im Bilde gewesen.

Geld- statt Freiheitsstrafe

In ihrem am Dienstag eröffneten Urteil haben die Oberrichter den Schuldspruch des Bezirksgerichts Zürich allerdings bestätigt. Für das Obergericht war erwiesen, dass der arbeitslose Hotelfachmann schon früher vom Treiben seiner Frau gewusst habe. So hatte er bei ihren Einsätzen als Sex-Arbeiterin jeweils die Kinder gehütet.

Das Obergericht ging aber von einem eher leichten Verschulden aus und setzte für den Fürsorgebezüger anstelle einer Freiheits- eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 10 Franken fest. Trotzdem muss der unterlege Mann die Berufungskosten von 3000 Franken tragen. Auf das Schadenersatzbegehren der Stadt Zürich trat das Obergericht nicht ein.