Rottweiler-Attacke

14. Juni 2011 16:26; Akt: 14.06.2011 16:50 Print

Mutter des Hundebesitzers steht vor Gericht

Die Mutter des Ex-Hammerwerfers P.S., der am Schenkkreismord von Grenchen beteiligt war, steht vor Gericht. Es geht um die Attacke eines Rottweilers auf den vierjährigen Ali.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Attacke eines Rottweilers auf einen Vierjährigen im Jahr 2009 in Schaffhausen beschäftigt das Schaffhauser Kantonsgericht. Am Mittwoch muss sich dort die Mutter des Hundebesitzers wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Die damals 55-Jährige hatte am 26. Juli mit dem knapp einjährigen Tier auf dem Schaffhauser Majorenacker gespielt und es dabei von der Leine gelassen. Auf einer benachbarten Wiese wollte ein Vater mit seinen 19, 10 und 4 Jahre alten Kindern grillieren. Der Rottweiler rannte auf die Gruppe zu und fiel den 4-jährigen Ali an. Er verbiss sich in seinen Kopf und verletzte den Knaben schwer.

Ali leidet noch immer

Noch immer leidet das Kind an den Folgen des Vorfalls. Zum einen gestalte sich die Narbenbehandlung schwierig und die kosmetische Situation sei nach wie vor unbefriedigend, heisst es in der Anklageschrift. Ausserdem leide das Kind an Schlafstörungen, habe Albträume und nässe ein.

Auch die 19-jährige Schwester, die ihrem kleinen Bruder zu Hilfe eilte, wurde bei der Attacke verletzt. Sie zog sich zahlreiche Schürfungen zu und habe seitdem mit Rückenschmerzen zu kämpfen.

Unfall wäre vermeidbar gewesen

Der Angeklagten wird vorgeworfen, sie habe den Rottweiler-Rüden Faruck in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit frei laufen lassen. Sie habe gewusst, dass es sich um einen Hund mit Gewaltpotenzial handelte, dessen Reaktionen gegenüber Kindern unbekannt waren und der schlecht gehorchte.

Das Geschehen sei deshalb voraussehbar gewesen. «Hätte die Beschuldigte Faruck an der Leine gelassen, wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu diesem Unfall gekommen,» heisst es in der Anklageschrift.

Staatsanwalt will 18 Monate bedingt

Die Staatsanwaltschaft beantragt daher wegen fahrlässiger Körperverletzung und der Übertretung des kantonalen Gesetzes über das Halten von Hunden eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten und 200 Franken Busse.

Der Hund wurde wenige Tage später eingeschläfert. Nach dem Vorfall hat der Kanton Schaffhausen seine Liste potenziell gefährlicher Hunderassen ergänzt und verlangt nun auch für Rottweiler eine Bewilligungspflicht.

Für überregionale Aufmerksamkeit hatte der Fall gesorgt, weil der Hund einem der Verdächtigen im so genannten Schenkkreis-Mord von Grenchen SO gehörte. Damals war eine dreiköpfige Familie getötet worden. Der ehemalige Spitzensportler hat die Tat inzwischen gestanden. Weil er damals in Untersuchunghaft sass, kümmerte sich seine Mutter um den Rottweiler.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tierfreund am 14.06.2011 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wie der Besitzer so der Hund.

    Ich bin nicht böse der Mensch macht mich böse! Würden die meisten Hunde sagen wenn sie sprechen könnten. Nicht vor den Hunden muss mann Angst haben, sondern vor den Besitzern! Stehe 100% hinter den Hunden!

  • Ueli Arm am 14.06.2011 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    böse Rottweiler

    Ich habe selbst einen Rottweiler, 9 Jahre alt. Werde mir von dieser Rasse keinen mehr zulegen. Weil wenn Schäfer und Co. beissen, dann ist es schlicht kein Problem. Die Opfer bauschen das Erlebnis einfach nur auf und gebrauchen es für ihre Zwecke. Man zieht jetzt einfach alle Register, wie das mit den Rückenschmerzen. Ist doch offensichtlich, dass man hier etwas heraus schlagen will. Für das Kind tut es mir leid, wenn es mit dem erlebten nicht klar kommt, dann hilft halt nur eine Therapie mittels Fachfrau/mann. Und was ist schon noch sicher? Das Leben ist lebensgefährlich!

  • yoli am 14.06.2011 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    200CHF Busse????

    Ich kriege 200CHF Busse wenn ich 10km/h zu schnell bin. Sind die zwei vergleichbar???

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tiggy am 14.06.2011 23:57 Report Diesen Beitrag melden

    Rückenschmerzen??

    Alles gut und recht, der Vorfall war schrecklich und es gehören Massnahmen ergriffen (Leinenpflicht, Maulkorb, Bewilligung usw.) aber gibt es mit den Rückenschmerzen wirklich ein Kausalzusammenhang mit dem Vorfall oder muss hier so nebenbei noch eine Rente geholt werden?

  • Reika Fass am 14.06.2011 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke nur beim Autofahrer

    Das ist ja eine ganz mickrige Busse für so eine total unnötige Gefahrenquelle. Wenn's ein Auto gewesen wäre, dann wäre noch eine Null mehr dran. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • tierfreund am 14.06.2011 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wie der Besitzer so der Hund.

    Ich bin nicht böse der Mensch macht mich böse! Würden die meisten Hunde sagen wenn sie sprechen könnten. Nicht vor den Hunden muss mann Angst haben, sondern vor den Besitzern! Stehe 100% hinter den Hunden!

  • auchschongebissen am 14.06.2011 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hundehalter endlich in Pflicht nehmen

    Ich hätte die Strafe noch erhöht. Die Hundehalter sollen endlich ihre Verantwortung tragen. Der Kleine und seine Familie werden noch lange unter dieser Attacke leiden. Auch ich wurde schon von so einem überflüssigen Biest gebissen.

  • yoli am 14.06.2011 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    200CHF Busse????

    Ich kriege 200CHF Busse wenn ich 10km/h zu schnell bin. Sind die zwei vergleichbar???