Aargau

04. Januar 2019 05:50; Akt: 08.01.2019 02:03 Print

Nacktkünstler gehen wegen Busse vor Gericht

Thomas Zollinger sorgt mit seinen Nacktkunst-Performances für Schlagzeilen. Nun geht er wegen einer Vorführung vor Gericht.

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Für diese Aufführung auf einer Wiese in Schöftland AG wurden Thomas Zollinger und seine Nacktkünstler-Kollegen gebüsst. Die Aufführung fand auf einem privaten Landstück statt. Eine Person, die 250 Meter daneben wohnt, hatte jedoch etwas dagegen und rief die Polizei. Nun gehen die Nacktkünstler vor Gericht gegen die Busse vor. Mit seinen Nackt-Performances sorgte Zollinger unter anderem in Zürich und Bild für Aufsehen. Das Kunstprojekt wird ganz verschiedene Körper enthüllen: von jung bis alt, von schlank bis dick. Der Schweizer Künstler Thomas Zollinger hat 2015 in Biel bereits ein ähnliches Festival organisiert. Zollinger: «Im Internet sind Nacktselfies überall präsent. Nur bei realen Begegnungen ist das anders.» Das Festival in Biel war damals umstritten und durfte nicht in der Fussgängerzone stattfinden. Die Stadt Zürich hat die diesjährige Durchführung bewilligt. Doch bei Politikern stösst das Festival auf Kritik. EVP-Gemeinderätin Claudia Rabelbauer etwa sagt, dass man die Passanten darauf hinweisen müsse, dass sich in der Stadt Nackte herumtreiben – unter anderem wegen der Kinder. EDU-Kantonsrat Hans Egli findet, dass Intimitäten nicht in den öffentlichen Raum gehören. Ein nackter Mann schreitet durch die Strassen von Biel, im Rahmen eines Spaziergangs mit Nacktakzenten, einer Kunstaktion von Thomas Zollinger, aufgenommen am Samstag, 17. Mai 2014. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller) Ein nackter Mann steht auf dem Guisanplatz, im Rahmen eines Spaziergangs mit Nacktakzenten, einer Kunstaktion von Thomas Zollinger, aufgenommen am Samstag, 17. Mai 2014, in Biel. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller) Beim Festival in Biel gab es eine Nackt-Prozession. Personen, die das Festival mit Geld unterstützten, konnten an der Nackt-Prozession mitlaufen. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: Das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel. Nackte Haut als Kunst: das Projekt in Biel.

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Mitten in der Stadt Zürich sorgten Ende August 2018 mehrere Nacktkünstler mit Performances für Aufsehen. Das Projekt des Schweizer Künstlers Thomas Zollinger wurde von der Stadt bewilligt und ging ohne Probleme über die Bühne. Deutlich mehr Ärger handelte er sich hingegen für eine Aufführung mit dem Titel «Nudeland» ein, die im kleinen Rahmen in der Aargauer Gemeinde Schöftland durchgeführt wurde.

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An einem Sonntag im August 2017 versammelte sich Zollinger mit fünf weiteren Nacktkünstlern auf einer Wiese. Darunter auch Künstler Bruno Schlatter, der sich als «König Bruno der Erste und der Letzte» inszeniert und dem das abgelegene Land laut Zollinger gehört. «König Bruno führt dort immer wieder Kunstaktionen durch – er nennt die Fläche anarchistische Monarchie Noseland», erklärt Zollinger.

«Nacktheit selber ist kein Straftatbestand»

Nach rund 45 Minuten wurde die Aufführung dann aber abgebrochen. Eine Person störte sich an den Performances der sechs Nackten. «Die Person wohnte rund 250 Meter entfernt und rief die Polizei.» Zwei Beamte seien dann aufgetaucht und hätten 100-Franken-Bussen gegen fünf der Nacktkünstler ausgestellt – inklusive Initiant Zollinger. «König Bruno bekam keine Busse, weil er zwar nackt war, aber noch einen Umhang trug», sagt Zollinger, der in Biel lebt.

Die Begründung der Busse: Wer in der Öffentlichkeit wegen ungebührlichem Verhaltens oder Bettelns Ärgernis erregt, werde bestraft. Für Zollinger unverständlich: «Erstens ist Nacktheit selber kein Straftatbestand und zweitens schon gar nicht im Zusammenhang mit Kunst.» Besonders nicht in einer Zeit, in der gewünscht werde, dass Kunst irritiere und zum Nachdenken anrege.

Erlassung der Busse und bewilligte Aufführung als Forderung

Aus diesem Grund gingen Zollinger und zwei Frauen, die an der Aufführung beteiligt waren, gegen die Busse vor. Bei der Einspracheverhandlung mit dem Gemeinderat von Schöftland hatten sie aber keinen Erfolg – sie hielten laut Zollinger am Strafbefehl und an der Busse fest. «Aus diesem Grund haben wir die Beschwerde an die nächste Instanz weitergezogen und wollen erreichen, dass am 11. Januar vor dem Bezirksgericht Kulm die Busse zurückgezogen wird», sagt Zollinger.

Er fordere den Totalbetrag über 160 Franken für ungültig zu erklären, ihm eine Umtriebsentschädigung von 200 Franken auszuzahlen und dass der Gemeinderat Schöftland in den nächsten zwei Jahren ein Gesuch für die zweistündige Aufführung von «Nudeland» auf dem gleichen Grundstück bewillige.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pun1sher am 04.01.2019 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entscheide Frage

    Was Nackt sein mit Kunst zutun hat, bleibt wohl immer ein Rätsel.

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  • "Kunst" am 04.01.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wirklich...

    Wenn man gerne Künstler wäre aber kein Talent hat, kommt so etwas raus...

  • SG am 04.01.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .........

    Ich bin auch ein Künstler.Jeden Tag einmal unter der Dusche.Und ich gehe noch arbeiten.Mann,bin ich gut:))

Die neusten Leser-Kommentare

  • Denkpause am 04.01.2019 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nackt sein ...

    ... ist etwas Natürliches, auch in der Natur. Dies jedoch als Kunst zu bezeichnen, finde ich eine Zumutung. Für das nackt sein in der Natur gibt es bestimmt geeignetere Orte, als nahe von bewohntem Gebiet. Sollte dies aus mir unerdenklichen Gründen nicht möglich sein, sollte es bei einem Minimum an Intelligenz zu erwarten sein, dass die nähere Umgebung informiert und eine Bewilligung eingeholt wird. Und sicher nicht jammern, wenn dieser nackte Auftritt nicht als Kunst erkannt wird.

  • Fritz am 04.01.2019 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nackt ist nicht gleich Sex

    Ob jetzt Kunst oder nicht, wer sich an der Nacktheit anderer stört, hat wahrscheinlich ein gestörtes Verhältnis zu seinem eigenen Körper oder kommt sofort auf sexuelle Gedanken. Solange keine sexuellen Absichten dahinter stecken, ist das doch kein Problem. Kaputte Menschen!

  • Waldvogel STEFAN am 04.01.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nackt sein ist in Ordnung

    Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen Was ist an Nackt sein schlimm? Meine Meinung ist das Nackt sein was schönes ist, leider kann man das an zu wenigen Orten ausleben, ich fände es schön wenn man an mehr Orten das Nackt sein ausleben kann. Habt doch ein wenig Verständniss Bei anderen Sachen seit ihr auch nicht so heikel!

  • Andreas am 04.01.2019 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Strafbestand

    Es handelt sich nicht um ein Strafbestand. Warum auf dem eigenen Grundstück gar eine Bewilligung eingeholt werden muss bleibt ein Rätsel.

  • moreno am 04.01.2019 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gefällt mir gar nicht

    denken die nicht an den kleinen Kinder ? Ego mässig Muss das ein Kind sehen ? freue mich auf ihre Bussen.

    • Heidi Heidnisch am 04.01.2019 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @moreno

      Kinder haben mit Nacktheit die wenigsten Probleme. Wer damit Probleme hat, das sind die Füdlibürger...

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