Drohungen im Internet

18. Februar 2019 19:48; Akt: 18.02.2019 19:48 Print

Napoli-Ultras wollen FCZ-Anhänger «abschlachten»

Am Donnerstag kommt es zum Rückspiel zwischen der SSC Napoli und dem FCZ. Im Vorfeld sorgen vor allem Drohungen der berüchtigten Napoli-Ultras für Aufsehen.

Wegen dieser Szenen wollen sich die Napoli-Ultras am Donnerstag an den FCZ-Anhängern rächen.
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24'000 Fans verfolgten am 14. Februar die 1:3 Niederlage des FC Zürich gegen die SSC Napoli in der Europa League. Vor und nach dem Spiel kam es zu mehreren Scharmützeln zwischen den beiden Fanlagern. Vermummte prügelten sich durch den Kreis 3. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Reizgas und Gummischrot ein – fünf Chaoten wurden verhaftet.

Am Donnerstag kommt es nun zum Rückspiel in Neapel, und in der süditalienischen Stadt will man sich bei den FCZ-Anhängern für die Scharmützel revanchieren: Dutzende Drohungen wie beispielsweise «Wir werden euch abschlachten» oder «In Neapel kann euch niemand beschützen» sind in den sozialen Medien zu finden.

Hooligans in Neapel organisieren sich

Und die Napoli-Ultras sind berüchtigt: Immer wieder sind sie bei heftigen Ausschreitungen involviert – auch Tote gab es schon. Aktuellstes Beispiel: Vor dem Spiel gegen Inter Mailand wurde ein Inter-Fan Ende Dezember von Napoli-Hooligans zu Tode gefahren. Auch Mafiaverbindungen werden den Ultras nachgesagt.

Ein Leser-Reporter mit Beziehungen nach Neapel berichtet ebenfalls, dass es beim Rückspiel am Donnerstag zu wüsten Schlägereien kommen könnte. «Von Kollegen aus Napoli habe ich erfahren, dass sich die Hooligans dort organisieren», sagt der 36-jährige Italiener aus Zürich. Die Lage sei ernst. «Nachdem die italienischen Fans in Zürich provoziert und angegriffen wurden, werden sie sicher nicht einfach zuschauen.»

Ausschreitungen würden den 36-Jährigen nicht erstaunen: «Die Fans von Napoli sind bekannt dafür, dass sie übertrieben reagieren.» Er will die Zürcher Anhänger deshalb warnen, weil auch nicht gewalttätige Fans darunter leiden könnten. «Ich hoffe, es passiert nichts Schlimmeres.»

Polizei rät explizit von individueller Anreise zum Stadion ab

Beim FC Zürich hat man Kenntnis von den Drohungen, wie es auf Anfrage heisst: «Leider gehört das bei zahlreichen Spielen zum Standard», so Sprecher Finn Sulzer. Wie bei jedem Spiel üblich, stehe man mit den Behörden sowie mit der Polizei in Neapel in Kontakt. Zum Standardverfahren gehöre auch, dass man vom jeweiligen Heimteam Anreiseinformationen erhalte und diese an die Fans weiterleite. «Da wir beim Auswärtsspiel gegen Neapel zahlreiche Individualreisende erwarten, haben wir auch Reiseinformationen auf unseren Kanälen publiziert.»

Darin heisst es:

● Die italienische Polizei empfiehlt allen FCZ-Fans, sich am Spieltag am Hafen (Stazione Marittima) vor der Piazza Municipio zu besammeln. Von dort aus verkehren Extrabusse, die die Fans direkt zum Stadion bringen. Von einer individuellen Anreise zum Stadion mit der U-Bahn rät die Polizei explizit ab.

● Ebenfalls rät die Polizei davon ab, bei Stadtrundgängen in der Altstadt mit FCZ-Fanutensilien herumzulaufen.

● Die Sicherheitsauflagen der SSC Napoli sehen personalisierte, nicht übertragbare Tickets vor. Bei der Stadioneingangskontrolle muss daher zwingend eine gültige Identitätskarte oder ein Pass pro Ticket vorgewiesen werden. Dabei werden die Angaben auf dem Ticket mit der ID oder dem Reisepass verglichen.

● Zudem werden die FCZ-Fans darauf hingewiesen, dass es untersagt ist, Taschen und Gürtel im Stadion San Paolo zu tragen.

Krawalle vor FCZ-Spiel
Bilder von den Ausschreitungen im Vorfeld des Rückspiels in Zürich.

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