Baumaterial statt Sprengstoff

10. September 2019 18:22; Akt: 10.09.2019 20:49 Print

Weltkriegs-Bombe war mit Gips gefüllt

In Buchs AG wurde vergangene Woche eine Bombe entschärft. Doch eine Gefahr ging von ihr zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aus.

Hören Sie im Video den Knall bei der Entschärfung. (Video: 20 Minuten)
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Es war vergangenen Mittwoch, 4. September, als in Buchs AG ein Sprengkörper entschärft wurde. Dieser war zuvor bei der Kantonspolizei Aargau abgegeben worden. Obwohl eigentlich nicht wirklich von «entschärfen» gesprochen werden kann. Wieso nicht? Dazu gleich mehr.

«Die Polizei hat den Blindgänger am Mittwoch um etwa 10 Uhr beim Militär gemeldet», sagte damals Alex Spora, Chef Einsatz der nationalen Blindgängermeldezentrale. Zu den Gründen, wieso die Polizei die Gefährlichkeit nicht festgestellt hatte, konnte Spora nichts sagen. «Mit unserer Expertise haben wir aber sofort feststellen können, dass von diesem Sprengkörper eine grosse Gefahr ausgehen könnte.»


Hier ist der Roboter im Einsatz.

Begleitschein übersehen

Abklärungen haben nun ergeben, «dass es sich dabei um Deko-Munition handelte», wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. «Diese war aus heutiger Sicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gefährlich», zitiert die Zeitung die Polizei. Der Sprengstoff, der sich einst darin befunden hatte, war durch Gips ersetzt worden. Scharf war der Sprengkörper mit Splitterwirkung somit nicht mehr.

Polizei muss Weltkriegs-Bombe entschärfen

Die Deko-Munition war Ende Juli von einem Mann auf dem Posten abgegeben und von der Polizei korrekt entgegengenommen worden. In Buchs wurde sie vermutlich deshalb als gefährlich eingestuft, weil wohl der Begleitschein, auf dem die Bombe als Deko-Material deklariert war, nicht gesehen wurde.

Und auch wenn jetzt feststeht, dass keine Gefahr bestand, will man die internen Abläufe klären. Es werde auch angeschaut, wie in Zukunft mit solchen Gegenständen, die bei der Polizei abgegeben werden, umgegangen werde, so Aline Rey, Sprecherin der Kantonspolizei Aargau.

(dmo)