11. April 2005 15:21; Akt: 11.04.2005 15:24 Print

Nebelanlagen an der Bahnhofstrasse

Die Betonelemente an der Zürcher Bahnhofstrasse werden am Mittwoch abgeräumt. Statt dessen sollen nun Pfosten und Vernebelungsanlagen die Bijouterien vor Rammbock-Räubern schützen.

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Zudem nehmen die Geschäfte am Abend Wertsachen aus ihren Auslagen. Nach zahlreichen Sitzungen sei das neue Sicherheitskonzept so weit umgesetzt, dass die provisorischen Hindernisse entfernt werden könnten, teilten die Stadt Zürich und die Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse am Montag in einem gemeinsamen Communiqué mit. Details würden aber «aus nahe liegenden Gründen» nicht bekannt gegeben.

Einige Massnahmen werden in der Mitteilung aber genannt: Vernebelungsanlagen sollen zum Beispiel bei einem Einbruch innert Sekunden dichten Nebel erzeugen und so einen Diebstahl verunmöglichen. Zudem soll sich ein Einbruch gar nicht mehr lohnen: Die Bijoutiers räumen ihre Auslagen ausserhalb der Öffnungszeiten künftig teilweise.

Entfernbare Pfosten

Als gezielte Ergänzung zu solchen eigenen Schutzmassnahmen der Bijouterien werden an bestimmten Orten auf öffentlichem Grund so genannte Poller montiert. Diese Pfosten müssen aber während der Geschäftszeiten entfernt werden können, damit sie die Passanten nicht behindern.

Auslöser der Schutzmassnahmen waren fünf so genannte Rammbock- Einbrüche zwischen Oktober 2001 und Juni 2003. Die Täter gingen immer nach dem gleichen Schema vor: Mit einem Auto rammten sie Tür oder Schaufenster eines Juweliergeschäfts, rafften zusammen, was sie kriegen konnten - und flüchteten mit einem anderen Fahrzeug.

Findlinge

Als provisorischer Schutz platzierte das städtische Tiefbauamt im Sommer 2003 insgesamt 35 Findlinge vor den neun Bijouterien an der Bahnhofstrasse. Die Bijoutiers hatten damit Zeit, eigene, definitive Schutzmassnahmen auszuarbeiten.

Im vergangenen September wurden die Findlinge entfernt. Nur einen Monat später schlugen die Rammbock-Räuber wieder zu. Die Stadt und die Bijouterien stritten zuerst über die Verantwortung dafür, einigten sich dann aber darauf, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um das Problem definitiv zu lösen.

«Hässliche» Baustellen-Elemente

In der Zwischenzeit sollten erneut provisorische Hindernisse aufgestellt werden. Ausgewählt wurden ambossförmige so genannte New-Jersey-Elemente, die gewöhnlich auf Autobahn-Baustellen zum Einsatz kommen.

Die Betonelemente wurden weitherum als «hässlich» und der Bahnhofstrasse unwürdig bezeichnet. Die Stadt Zürich betonte allerdings, die Elemente ausgewählt zu haben, um den provisorischen Charakter der Massnahme zu unterstreichen. Mancher Geschäftsinhaber verkleidete die ungeliebten Elemente etwa als Blumenkästen. Nun werden sie am Mittwoch ab 20 Uhr definitiv entfernt.

(sda)