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23. Februar 2011 22:55; Akt: 23.02.2011 20:22 Print

Neue Gymnasien sollen die S-Bahn entlasten

von Regina Ryser - Die S-Bahnen sind zu den Stosszeiten voll. Um sie zu entlasten, schlägt eine Forschungsarbeit vor, vier neue Gymnasien auf dem Land zu bauen.

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Im morgendlichen S-Bahn-Verkehr sind viele Pendler Gymischüler. (SBB)

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Tausende pendeln zwischen 7 und 8 Uhr nach Zürich – darunter auch zahlreiche Kanti­schüler. In den Zügen am rechten und linken Zürichseeufer machen die Gymnasiasten über 50 Prozent der Fahrgäste aus, wie eine Forschungsarbeit der Universität Freiburg nun aufzeigt. Der Verfasser, Cyril Lilienfeld, ist überzeugt: «Züge nach Zürich könnten enorm entlastet werden, wenn ein Teil der Kantischüler in die entgegengesetzte Richtung fahren würde.»

Er schlägt deshalb vor, vier Gymnasien von den Städten Winterthur und Zürich nach Dielsdorf, Affoltern sowie in die Bezirke Meilen und Horgen zu verlegen. Kosten würde der Bau von vier Schulhäusern laut Lilienfeld 320 Millionen Franken. Dafür hätte der ZVV weniger Passagiere und müsste zehn Jahre lang nicht in seine Infrastruktur investieren – er könnte so 600 Millionen Franken sparen. «Das Unternehmen ist auf den ersten Blick zwar kostspielig und aufwendig, lohnt sich aber längerfristig», erklärt Lilienfeld. Schliesslich könne das S-Bahn-Netz nicht unendlich ­ausgebaut werden. Hinzu kommt: «Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele Eltern, die auf dem Land leben, ihre Kinder nicht ins Gymnasium schicken, weil sie den langen Weg scheuen», sagt Professor Reiner Eichenberger, der die Forschungsarbeit betreut hat.

Beim Mittelschulamt stösst die Idee laut dem stellvertretenden Amtschef Hans Jörg Höhener auf wenig Begeisterung: «In ­finanziell schwierigen Zeiten ­investieren wir besser in den Unterricht als in teure Baupro­jekte.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anno Momini am 23.02.2011 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ein guter Ansatz

    Wenn sich die Fahrziele der Leute nicht mehr alle in Zürich befinden, wird automatisch wieder Kapazität frei. Es gibt keinen Zwingenden Grund gegen eine Dezentralisierung der Gymnasien, sie sind nicht auf den Standort Zürich angewiesen.

  • Thomas am 24.02.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst muss mal das EU-Einreise-Problem

    in die Schweiz vom Tisch, bevor man an weitere CH-Infrastrukturen denkt. Die Gesammte CH-Spirale darf nicht immer mehr ausgeweitet werden, nur damit man den Menschenstrom bewältigen kann. Zudem werden zuviel Gymi-Schüler gezüchtet, und danach keine Arbeit finden weil sie überqualifiziert sind. Umdenken ist angesagt.

  • Benno am 23.02.2011 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    fraglich

    Und warum sollten Eltern, die in der Stadt wohnen Ihre Kinder im Gegenzug auf den langen Weg aufs Land schicken? Und die Bahnhöfe sind zu den Stosszeiten auch verstopft wenn nicht alle in die gleiche Richtung wollen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Albert am 24.02.2011 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    CH - Forschung läuft aus dem Ruder

    Da werden wieder mal Steuergelder für unnötige Projekte verschwendet. Das Problem muss man an den Wurzeln anfassen, und das ist die unkontrollierte Einwanderung in die Schweiz.

  • Lis Schärer am 24.02.2011 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Langfristig denken!

    Mehr Gymnasien bzw.Bildung löst nicht nur das Verkehrsproblem. Hochqualifizierte Leute kommen in unser Land, verstopfen zusätzlich die Verkehrswege und fehlen dann in ihrem eigenen Land. Bildet die Jugendlichen hier aus, so investiert man in Bildung und Infrastruktur. Teuer aber nachhaltig!

  • Thomas am 24.02.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst muss mal das EU-Einreise-Problem

    in die Schweiz vom Tisch, bevor man an weitere CH-Infrastrukturen denkt. Die Gesammte CH-Spirale darf nicht immer mehr ausgeweitet werden, nur damit man den Menschenstrom bewältigen kann. Zudem werden zuviel Gymi-Schüler gezüchtet, und danach keine Arbeit finden weil sie überqualifiziert sind. Umdenken ist angesagt.

  • Anno Momini am 23.02.2011 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ein guter Ansatz

    Wenn sich die Fahrziele der Leute nicht mehr alle in Zürich befinden, wird automatisch wieder Kapazität frei. Es gibt keinen Zwingenden Grund gegen eine Dezentralisierung der Gymnasien, sie sind nicht auf den Standort Zürich angewiesen.

  • gymnasiast am 23.02.2011 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    bessere lösung:

    Um die S-Bahn zu entlasten lieber den Unterricht später ansetzen - Studien zeigen: Ab 9h sind Schüler aufmerksamer. Win-Win Situation.