Strassenstrich in Zürich

20. März 2011 22:40; Akt: 20.03.2011 20:44 Print

Neue Regeln für Dirnen stossen auf Widerstand

von Raffaela Moresi - Bürokratisch, unnütz, realitätsfremd? Die neue Verordnung zur Prostitution kommt nicht bei allen Parteien gut an.

storybild

Prostituierte bieten sich auf dem Strassenstrich am Sihlquai an. Foto: key

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer künftig in der Stadt Zürich auf dem Strassenstrich arbeiten will, muss bei der Stapo eine Bewilligung beantragen: Dies ist die wohl gewichtigste Änderung der «Prostitutionsgewerbeverordnung», die noch bis Ende Monat in der Vernehmlassung steckt. «Einfach illusorisch und kontraproduktiv», findet Alecs Recher, Fraktionschef der Alternativen Liste im Gemeinderat, den Entwurf. «Das wichtigste Ziel, nämlich die Frauen zu schützen, wird damit ganz bestimmt nicht erreicht.» Denselben Vorwurf erheben auch diverse Fachstellen. «Doch leider wurden sie bei der Erarbeitung der Vorlage viel zu wenig miteinbezogen», moniert Recher. Selbst die SP, die die neue Verordnung grundsätzlich begrüsst, hegt Zweifel. «Dass Prostituierte ausgerechnet bei der Polizei vorbeigehen müssen, stellt eine grosse Hürde dar», befürchtet Co-Präsidentin Beatrice Reimann. «Und holen sie die Bewilligung nicht ab, werden sie in die Illegalität gedrängt.» Hier brauche es niederschwellige Angebote.

Komplett überflüssig findet die SVP das Regelwerk. «Diese Verordnung verursacht nur Bürokratie und Kosten», sagt Fraktionschef Mauro Tuena. «Die Probleme an der Langstrasse oder am Sihlquai werden nicht gelöst.» Zudem bringe die Verordnung ohne den Strichplan nichts, den die Stadt eigentlich diesen Frühling präsentieren wollte. Laut «NZZ» konnte das Polizeidepartement aber noch keinen genauen Termin nennen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael am 21.03.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Verbot der Prostitution

    Ganz einfach: Prostitution in jeglicher Art und Weise sollte in der Schweiz verboten werden!

    einklappen einklappen
  • Edith Schnüriger am 22.03.2011 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    wie wärs wenn man die bürger der stadt vor dem strassenstrich schützen würde??? wir bewohner haben ein recht auf ruhe, wenigstens in der nacht! die bevölkerung am strassenstrich, der übrigens nicht nur am sihlquai (s. langstrasse und niederdorf) stattfindet leidet unter dem lärm, dem dreck, den autos usw! und dies nur aus einem grund, damit sich ein paar "geile" männer befriedigen können. muss man sich mal vorstellen! aber anscheinend sind die männer unserer stadtregierung nicht daran interessiert etwas an diesen zuständen zu ändern. was für eine doppelmoral.

    einklappen einklappen
  • Biologe am 21.03.2011 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    seit hunderten von Jahren

    Das Gewerbe soll so bleiben wie es seit Jahrhunderten ist. Es braucht hier nichts neues ( Verodrdnung ) beizufügen. Das wäre eine Ernidrigund für die Frauen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • nega am 10.06.2011 00:24 Report Diesen Beitrag melden

    Prostitution= Gewerbe imunität?

    Prostitution auf offener Strasse sollte verboten sein. Wenn jemand einen Imbissladen oder sonst einem Gewerbe nachgehen will braucht er Bewilligungen verschiedenster art. Bettler und Strassenmusiker können verzeigt werden. Aber Anschaffen ist erlaubt. Irgendwie geht das nicht auf.

  • Edith Schnüriger am 22.03.2011 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    wie wärs wenn man die bürger der stadt vor dem strassenstrich schützen würde??? wir bewohner haben ein recht auf ruhe, wenigstens in der nacht! die bevölkerung am strassenstrich, der übrigens nicht nur am sihlquai (s. langstrasse und niederdorf) stattfindet leidet unter dem lärm, dem dreck, den autos usw! und dies nur aus einem grund, damit sich ein paar "geile" männer befriedigen können. muss man sich mal vorstellen! aber anscheinend sind die männer unserer stadtregierung nicht daran interessiert etwas an diesen zuständen zu ändern. was für eine doppelmoral.

    • Frau am 23.03.2011 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      Ärgernis

      Ja wieso wohl? Die sind wahrscheinlich noch die treusten Kunden. Es ist eigentlich absolut wiederlich, dass die Männer finden:Wir wollen einen Strassenstrich und ihr Frauen müsst halt damit leben. Wenn es einen Strich mit Männern gebe und die Frauen sich dort vergnügen würden, dann gäbe es wahrscheinlich richtig Ärger. Vorallem rechtfertigen sich die Männer immer mit der Aussage, dass es das älteste Gewerbe der Welt ist. Ja-Mord gibt es schon länger und der ist auch nicht ok.

    einklappen einklappen
  • Michael am 21.03.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Verbot der Prostitution

    Ganz einfach: Prostitution in jeglicher Art und Weise sollte in der Schweiz verboten werden!

    • Peter Fritz am 21.03.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      Man muss nur das Uebel bekämpfen

      Ja ich glaube soweit können wir nicht gehen! In der Schweiz sind wir liberal, aber eben das was bekämpft werden muss sind die Hintermänner die den Frauen bis zum Tod mit allen drohen damit diese möglichst viel Kohle ranschaffen für die arbeitsscheuen Zuhälter!

    • Michaela am 21.03.2011 17:03 Report Diesen Beitrag melden

      verbot?!

      eben nicht ganz einfach...

    • Roman am 26.06.2011 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      Verbot löst gar nix

      Ein Verbot und Repression fördert nur das Abgleiten in die Illegalität! Siehe Drogenkonsum und die offene Szene damals. Stattfinden wird die Prostitution dennoch. In Schweden gehen die Freier nun einfach mit der Fähre ins Baltikum. Dort gibt es kaum Regelungen und Schutz. Finde den jetzt eingeschlagenen Weg der Stadt Zürich gut. Denke so wird man das Ganze wieder kontrollieren können.

    einklappen einklappen
  • Peter Fritz am 21.03.2011 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Das falsche Uebel angepackt

    Wieso nehmen die Behörden nicht mal die Hintermänner oder besser gesagt die Zuhälter auf Korn? Dort liegt doch das Uebel! Aber das gibt zu viel Arbeit und ist nicht so publikumsträchtig wie die Prostituierten beobachten...

    • Noro elle am 21.03.2011 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      Endkonsument

      wieso nimmt man nicht einfach die Freier hoch? Wo es keine Kunden gibt, gibt es auch kein Angebot. Man kann reden was man will-schlussendlich ist der Endkonsument Schuld. Wir können auch nicht Kleider aus Kinderarbeit kaufen und nacher sagen, wir hätten von nichts gewusst. Es stimmt einfach nicht! Solange konsumiert wird, wird es immer so ein Angebot geben. Wenn die Männer in anständige Puffs gehen und einen angemessen Preis bezahlen würden, dann gäbe es keinen Strassenstrich und keine Zwangsprostitution!

    • Mägi Abplanalp am 21.03.2011 22:15 Report Diesen Beitrag melden

      Prostitution

      Zuhälterei ist nicht verboten!! Wer,ausser den Prostituierten kann den Zwang usw.nachweisen??? Wir lassen sie als Touristen rein,also dürfen sie sich frei bewegen. Alle kennen das Problem,was bereits in den Herkunftsländern beginnt,sind aber machtlos.Das wird auch so bleiben.Also werden weiterhin nur die Frauen gejagt und gebüsst.

    einklappen einklappen
  • Michael Meienhofer am 21.03.2011 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Hürden doch zu Hoch sind..

    Warum beschäftigen sich die kritisierenden Parteivertreter nicht mit dem Aufbau einer Hilfsorganisation für Prostituierte.Die brauchen einen Ort wo ihre Sicherheit garantiert ist, wo sie Geschützt vor Zuhälter sind.Also in eigenen 4 Wänden, und wo ist das? dreimal raten...

    • Noro elle am 21.03.2011 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      ausländische Prostituierten

      Wieso sollte man diese Mädchen auch noch schützen? Bei allem Respekt, aber wir haben genug eigene Probleme. Wir können auch noch den halben Ostblock aufnehmen und Schutz bieten. Ausländische Prostituierte sollten gar keine Bewilligungen mehr bekommen. Ausser für saubere Puffs, wenn sie längerfristig hier bleiben. Dieses Mädchen durch Europa schieben, muss aufhören! Die arbeiten heute in Zürich, morgen in Berlin, dann wieder in Paris....und das nur, weil die Freier immer neue Mädchen wollen.

    • Mägi Abplanalp am 22.03.2011 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      Ausländische Prostituierte

      Alle Prostituierten,alle, nicht mehr in die CH lassen oder? Gut.Oder nur für saubere Puffs. Wer führt den die? der Weihnachtsmann?? Wer glaubt bei den Frauen in Puff's stehe kein "Zuhälter" der irrt gewaltig.Die Szene ist mir bestens bekannt.Es wird auch nicht nur mit Prostitution Geld verdient, der Drogenhandel ist damit verbunden.Tag für Tag zu beobachten.Und was treiben den die Frauen in Cabarets? Keine Freier nebenbei? Ob Paris,Londen,Budapest,Moskau oder Zürich.Überall das gleich Szenario. Es gibt eine offene und versteckte Szene.Mit Vertrag,ohne Vertrag.

    • Noro elle am 22.03.2011 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Mägi

      Ich kenne die Szene nur von den Zuschauerplätzen aus, denn ich bin weder eine Prostituierte noch ein Freier. Es ist mir schon klar, dass die Branche sehr viel Dreck am Stecken hat. Und genau aus diesem Grund sollte man auch hart durchgreifen. Wiese können die Bordelle nicht staatlich geführt werden?Früher war das gang und gäbe.So könnte man auch das Problem mit den Steuern und dem Menschenhandel lösen.So lange man nichts tut oder nur ein bisschen make up betreibt, wirds nur schlimmer werden.

    • Roman am 26.06.2011 20:06 Report Diesen Beitrag melden

      @ Noro elle

      Dein Vorschlag klingt nicht schlecht. Nur das Problem mit dem Menschenhandel kann man von hier aus nicht lösen. Dieses wurzelt in den Herkunftsländern der Frauen. Der ungarischen Regierung ist es doch schnurzpiepegal was da mit den jungen Romafrauen passiert. Und diese stehen in der Macho-Romagesellschaft an unterster Stelle, während die Roma als Volksgruppe zuunterst stehen. Strassenstrich kann man aber eindämmen. Autonummern der Freier fotografieren und denen nach Hause per Post zustellen. Hat in Mailand bestens funktioniert als der Strassenstrich völlig überborderte.

    einklappen einklappen