Uitikon Waldegg ZH

22. Februar 2011 23:57; Akt: 23.02.2011 10:51 Print

Noch mehr Luxus war das Ziel

von Attila Szenogrady - Ausgerechnet ein gut situiertes Ehepaar aus Uitikon/Waldegg hat nach einem Einbruch mit angeblich gestohlenen Schmuckstücken rund 56 000 Franken ergaunert.

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Der Hauptvorwurf war vor Gericht nicht mehr bestritten: Demnach hatten die finanziell gut situierten Eheleute aus Uitikon/Waldegg im Oktober 2007 einen gross angelegten Versicherungsbetrug eingefädelt. Der Manager und die langjährige Versicherungsangestellte stellten nach einem Einbruch eine lange Liste von zahlreichen gestohlenen Gegenständen zusammen. Die beiden Mittvierziger benannten diverse Schmuckstücke, Uhren und teure Kleidungsstücke für über 85 000 Franken. Der Schönheitsfehler daran war, dass 56 000 Franken davon frei erfunden waren. Die geschädigte Versicherung zahlte diesen Deliktsbetrag pünktlich aus.

Frau betrog schon früher

Im November 2009 wurde das Ehepaar von der Polizei festgenommen und verschwand für mehrere Tage in Untersuchungshaft. Dort gaben die Ehefrau und ihr Gatte den Versicherungsbetrug zu. Die Behörden hatten Verdacht geschöpft, da die Frau schon mehrfach den Verlust von Pretiosen gemeldet hatte. Tatsächlich gab die heute arbeitslose Dame einen weiteren Betrug aus dem September 2004 zu. Damals hatte sie der Versicherung angegeben, dass ihr damals achtjähriges Kind einen ausgeliehenen Diamant-Ohrring versehentlich die Toilette hinuntergespült habe. Kurz darauf strich die Beschuldigte mit dieser fiktiven Geschichte zugunsten der Besitzerin 4000 Franken ein und behielt 2000 Franken für sich.

Bedingte Strafen verlangt

Am Dienstag mussten sich die Schweizer Eltern wegen Betrugs sowie Irreführung der Rechtspflege vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der Frau wurden zusätzlich der Diebstahl eines Portemonnaies sowie eine falsche Anschuldigung angelastet, die sie allerdings im Gegensatz zu den Hauptvorwürfen in Abrede stellte. Der zuständige Staatsanwalt verlangte für die Mutter eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt, für den Vater 15 Monate auf Bewährung.

Die Verteidiger setzten sich hingegen für bedingte Geldstrafen ein. 240 Tagessätze zu 30 Franken für den Mann, 300 Tagessätze zu 40 Franken für die Frau. Zudem forderten sie für die traumatische Verhaftung ihrer Klienten vor mehreren Anwohnern Schmerzensgelder von 1000 Franken sowie 1600 Franken.

Noch mehr Luxus als Tatmotiv

Das Gericht kam abgesehen von der falschen Anschuldigung zu Schuldsprüchen und verurteilte beide Angeklagten zu bedingten Freiheitsstrafen. 18 Monate erhielt die Mutter, 14 Monate der Vater. Eine Genugtuung lehnten die Richter ab. Sie sprachen vielmehr von einem bedeutenden Deliktsbetrag und einem erheblichen Verschulden. Dem Tatmotiv lag laut Urteil keine Notlage zugrunde. «Noch mehr Luxus war das Ziel», brachte der Gerichtsvorsitzende Rudolf Kieser den Fall auf den Punkt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • diamonds are a girls best friend? am 23.02.2011 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Habgier!!

    "die Reichen werden immer reicher... und die Armen immer ärmer..." aus Habgier anderer Leute-

  • Lemmy am 23.02.2011 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tagesansätze berechnen

    Mich würde mal interessieren, wie die entsprechenden Tagesansätze berechnet werden! Ein gut situierter Manager mit Tagesansatz CHF 30, während jeder Büezer locker auf CHF 80 bis 110 kommt! Unsere Gesetzte nicht das Papier wert, dem sie geschrieben stehen! Bald ist die ganze Schweiz bedingt verurteilt - bravo! Welche kriminelle Energie muss man an den Tag legen, damit man in den Bau wandert?

  • Marco am 23.02.2011 00:42 Report Diesen Beitrag melden

    das liebe Geld...

    .. müsste eigentlich als Droge deklariert werden. Es macht abhängig / süchtig. Es verändert die Persönlichkeit. Und die Beschaffungskriminialität ist auch nicht gerade gering ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Biologe am 23.02.2011 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    bedingt ha, ha, ha

    bedingt, ha ha, ha, bedingt sollte man solche Richter anstellen, die lächerliche Strafen, das heisst gar keine aussprechen!

  • Lemmy am 23.02.2011 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tagesansätze berechnen

    Mich würde mal interessieren, wie die entsprechenden Tagesansätze berechnet werden! Ein gut situierter Manager mit Tagesansatz CHF 30, während jeder Büezer locker auf CHF 80 bis 110 kommt! Unsere Gesetzte nicht das Papier wert, dem sie geschrieben stehen! Bald ist die ganze Schweiz bedingt verurteilt - bravo! Welche kriminelle Energie muss man an den Tag legen, damit man in den Bau wandert?

  • Peter Bettelarm am 23.02.2011 02:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die Geldgier der Menschen

    Die Gier einiger Menschen kennt keine Grenzen. Andere müssen mit einem alten Stück Brot überleben... Schande über solche Gierschnünde.

  • diamonds are a girls best friend? am 23.02.2011 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Habgier!!

    "die Reichen werden immer reicher... und die Armen immer ärmer..." aus Habgier anderer Leute-

  • Marco am 23.02.2011 00:42 Report Diesen Beitrag melden

    das liebe Geld...

    .. müsste eigentlich als Droge deklariert werden. Es macht abhängig / süchtig. Es verändert die Persönlichkeit. Und die Beschaffungskriminialität ist auch nicht gerade gering ;-)