Stellung zu aktuellen Themen

27. März 2011 23:05; Akt: 27.03.2011 22:09 Print

Noch sieben Tage bis zu den Wahlen

Am nächsten Sonntag wählt der Kanton Zürich die Regierung für die nächsten vier Jahre. Neun Kandidaten stehen für die sieben Sitze bereit – darunter drei Neue: Nationalrätin Maja Ingold, Nationalrat Mario Fehr und Martin Graf, Stadtpräsident von Illnau-Effretikon.

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Mario Fehr (SP), Maja Ingold (EVP), Martin Graf (Grüne). (v.l.n.r.)

Zum Thema
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Die Atomkatastrophe in Japan bewegt auch in der Schweiz die Gemüter. Wie soll der Kanton Zürich mit dem Thema Atomstrom künftig umgehen?

Mario Fehr (SP):Die Katastrophe bewegt auch mich sehr. Den Ausstieg aus der Atomenergie befürworte ich seit langem. Der Kanton Zürich muss sich viel stärker für die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien engagieren.

Maja Ingold (EVP):Der Kanton Zürich braucht einen realen Plan für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie. Gemäss diesem soll Atomstrom nur so lange genutzt werden wie absolut nötig und sollen Energieeffizienz sowie Clean-Technologien so stark gefördert werden wie maximal möglich.

Martin Graf (Grüne):Der Entscheid zum Ausstieg aus der Atomenergie ist umgehend zu fällen. Mit einer Zustimmung zur Volksinitiative «Strom für morn» würde er bis 2035 umgesetzt. Mit dem Umstieg auf erneuerbare Energieträger entstehen lokale Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung.

Der öffentliche Verkehr im Kanton Zürich ist immer öfter am Anschlag, die S-Bahnen zu Pendlerzeiten überfüllt. Welche finanzierbaren Rezepte haben Sie, um dies zu ändern?

Mario Fehr (SP):Die Zürcher S-Bahn ist eine Erfolgsgeschichte – umweltpolitisch und wirtschaftlich. Wir müssen das Angebot im öffentlichen Verkehr ständig erneuern und erweitern. Im Klartext: Es braucht mehr Mittel für die S-Bahn.

Maja Ingold (EVP):Der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs kostet den Staat grosse Investitionen, etwa die Beseitigung der heute bestehenden Engpässe oder die Durchmesserlinie am HB Zürich. Wer Mobilität will, muss auch bereit sein, eine Finanzierung zu bewilligen. Was nicht sein darf, ist, die Pendler für ihre Bereitschaft, die S-Bahn statt das Auto zu benutzen, zu bestrafen.

Martin Graf (Grüne):Die Realisierung der 4. Teilergänzung der S-Bahn bringt bereits erhebliche Verbesserungen. Dringend ist die Behebung des Nadelöhrs zwischen Zürich und Winterthur. Die dazu notwendige Realisierung des Brüttener Tunnels braucht starken Druck des Kanton Zürich und der Ostschweiz auf Bundesebene.

Als Regierungsrat würden Sie mit jährlich rund 320 000 Franken deutlich mehr verdienen als jetzt – was werden Sie sich davon leisten?

Mario Fehr (SP):Ich werde mehr Steuern zahlen und auch deutlich mehr spenden – und ansonsten so weiterleben wie heute.

Maja Ingold (EVP):Das überlege ich mir gar nicht, sonst hätte ich nicht mein Amt als Stadträtin von Winterthur mit einer guten Entschädigung aufgegeben zugunsten des Bundesparlamentes, wo dieser Verdienst wegfällt.

Martin Graf (Grüne):Ich werde so weiterleben wie bisher, einiges auf die Seite legen und gemeinnützige Zwecke grosszügiger unterstützen können. Ein neues Fahrrad würde indessen nicht schaden.

Durch das neue Amt würde Ihre Freizeit merklich schrumpfen – welche Hobbys gäben Sie auf keinen Fall auf?

Mario Fehr (SP):Ich werde weiterhin Sport treiben – aktiv im Sihlwald und passiv im Letzigrund bei Fussball oder Weltklasse Zürich. Auch auf das Lesen von spannenden Büchern oder auf Kinobesuche werde ich nicht verzichten.

Maja Ingold (EVP):Die Musik! Selber Musik machen und Musik hören im Konzertsaal, das gehört zu meinem Leben wie auch der Wald, wo ich laufe und den Kopf auslüfte.

Martin Graf (Grüne):Ich glaube kaum an eine merkliche Schrumpfung meiner Freizeit. Sie war bislang schon sehr beschränkt. Keinesfalls verzichten werde ich auf Sport und periodisches Reisen. Und vielleicht finde ich gar Zeit, ein Buch zu lesen.

Warum sollen die Wähler gerade Ihnen die Stimme geben?

Mario Fehr (SP):Als Nationalrat und Präsident des KV Schweiz bin ich national vernetzt und kann so etwas für den Kanton Zürich bewirken. Durch mein langjähriges politisches Engagement ist klar, für welche Werte ich einstehe: Toleranz, soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Offenheit – auch gegenüber Andersdenkenden.

Maja Ingold (EVP):Weil meine Partei, die EVP, auf der Grundlage von christlichen Werten glaubwürdige Politik macht. Zudem weiss ich dank meiner achtjährigen Leitung des Sozialdepartementes Winterthur, wie ein Regierungsteam konstruktiv zusammenarbeitet und wie eine Verwaltung geführt wird.

Martin Graf (Grüne):Ich denke gern in Alternativen, schätze innovative sowie kurze, unkomplizierte Wege. Ich habe keine Berührungsängste, pflege den Kontakt zur Basis, bin gerne unabhängig von Parteiprogrammen. Und dennoch – meine Stimme in der Regierung wird eine grüne sein.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 28.03.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Grünen

    Hoffentlich werden jetzt keine Grüne und Linken gewählt, sonst gute Nacht Schweiz. Nicht wegen ein paar Atömchen gleich verzweifeln. Die SVP und andere rechte Parteien sind für den Erhalt unserer Schweiz, denkt daran.

  • maja naef am 28.03.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sesselkleber

    die hauptsache R. Äppli kommt weg, die ist schon 8 Jahre im Amt - das genügt. Von mir aus soll M. Fehr an ihre Stelle, der hat wenigstens Ahnung von Bildung. Bin zwar kein SP-Fan aber ich erkenne wenn einer Fähigkeiten besitzt, die wir in Zukunft brauchen werden.

  • brügger fernand am 28.03.2011 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal vor einmal zurück

    Jetzt möchten natürlich alle auf Kosten der japanischen Atomkatastrophe in die regierung gewählt werden Stellt denen den Strom ab die den Ausstieg sofort wollen Wewlch eine diskrepanz es wurde ja für Atomenergie im Nationalrat abgestimmt

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 28.03.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Grünen

    Hoffentlich werden jetzt keine Grüne und Linken gewählt, sonst gute Nacht Schweiz. Nicht wegen ein paar Atömchen gleich verzweifeln. Die SVP und andere rechte Parteien sind für den Erhalt unserer Schweiz, denkt daran.

  • maja naef am 28.03.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sesselkleber

    die hauptsache R. Äppli kommt weg, die ist schon 8 Jahre im Amt - das genügt. Von mir aus soll M. Fehr an ihre Stelle, der hat wenigstens Ahnung von Bildung. Bin zwar kein SP-Fan aber ich erkenne wenn einer Fähigkeiten besitzt, die wir in Zukunft brauchen werden.

  • brügger fernand am 28.03.2011 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal vor einmal zurück

    Jetzt möchten natürlich alle auf Kosten der japanischen Atomkatastrophe in die regierung gewählt werden Stellt denen den Strom ab die den Ausstieg sofort wollen Wewlch eine diskrepanz es wurde ja für Atomenergie im Nationalrat abgestimmt