Pleite

09. Juli 2018 08:07; Akt: 09.07.2018 10:46 Print

Muss Stadt Zürich nun die O-Bikes einsammeln?

Mehrere Medien berichten, dass der Leihvelo-Service O-Bike pleite sei. In der Stadt Zürich stehen weiterhin mehrere Hundert Velos.

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Seit rund einem Jahr sorgen die gelb-grauen Leihvelos der Singapurer Firma O-Bike für Schlagzeilen in Zürich. Jetzt vermelden Singapurer Medien, dass O-Bike pleite sei. Der Betrieb in der Heimatstadt des Unternehmens wurde aufgrund neuer Abstellregeln eingestellt, viele Kunden warten derzeit verzweifelt auf die Rückerstattung ihrer Kaution. Wie es auf der offiziellen Facebook-Seite einer Singapurer Regierungsbehörde heisst, wurden inzwischen auch zwei Insolvenzverwalter eingesetzt.

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In München, wo O-Bike einen grossen Rückzug angekündigt hat, macht sich inzwischen ebenfalls Verzweiflung breit: «Wir haben keinen Ansprechpartner mehr – wir haben keine Information darüber, wie viele Räder das Unternehmen wirklich abgezogen hat», sagt der Radverkehrsbeauftragte gegenüber der «TZ».

Ortungssystem für Velos funktioniert nicht mehr

Und was passiert nun mit den gelb-grauen Bikes in Zürich? Vor knapp zwei Wochen sagte Tiefdepartementssprecher Pio Sulzer: «O-Bike hat uns zugesichert, bis Ende Juni sämtliche Velos geordnet aus dem Verkehr zu ziehen.» Ein Blick auf die App zeigt aber, dass die Stadt weiterhin voll von O-Bike-Velos ist.

Nicht verwunderlich, denn das Einsammeln erweist sich als schwierig. Zwar war eine regionale Umzugsfirma von O-Bike beauftragt worden, die Velos einzusammeln, doch nicht nur die finanzielle Lage des Unternehmens erschwert das Einsammeln, sondern auch technische Probleme. Das Ortungssystem für die Velos funktioniert gemäss dem Tiefbaudepartement nicht mehr. Es ist unklar, wie viele der 600 Velos noch in der Stadt stehen.

Laut Mike Sgier, Sprecher des Tiefbaudepartements, steht man mit O-Bike und der Umzugsfirma in Kontakt: «Sobald unsere Mitarbeiter ein O-Bike entdecken, werden die beiden Firmen per Whatsapp informiert.» Diese holt die Velos dann ab.

Stadt muss wohl aufräumen

Es ist aber gut möglich, dass die Stadt ebenfalls noch viele Velos einsammeln muss. Wie Sgier sagt, werden Velos, die mindestens vier Wochen auf öffentlichen Grund unbewegt bleiben, eingesammelt.

Diese Frist laufe für die O-Bikes noch bis Ende Juli. Die eingesammelten Velos könnten danach an einen Schrotthändler verkauft werden. Zwar könnte O-Bike die Velos gegen eine Gebühr von 50 Franken wieder in seinen Besitz nehmen, doch ob das passieren wird, ist mehr als fraglich.

Im Facebook-Post der Singapurer Regierungsbehörde wird unter anderem erwähnt, dass O-Bike zwei Insolvenzverwalter installiert hat.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.B./O. am 09.07.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    wildes deponieren

    Man könnte auch sagen O-Bike deponiert wild seinen Abfall. Wofür Normalbürger gebüsst wird. Hier scheint es wohl darauf hinauszulaufen, dass der Steuerzahler nun für die Entsorgung aufkommen muss.

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  • Frau am 09.07.2018 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Grümpel

    Selber schuld, warum lässt man es zu das ein Anbieter kommt der überall seine Fahrräder deponieren kann. Wird Zeit das der ganze Grümpel wegkommt. Velos einsammeln und verkaufen. So sind die Kosten gedeckt und die Steuerzahler entlastet !

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  • Rainer Duffner am 09.07.2018 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    1x1 der Marktwirtschaft

    Gewinne privatisieren, Kosten und Verluste sozialisieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mgagre am 14.07.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis wäre noch zu teuer

    Problem bei den Obikes ist, dass sie schon neu unbrauchbarer Schrott sind. Da lohnt sich auch keine Reparatur.

  • PS am 13.07.2018 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mal im Linken zürich ging es gut...

    Spannend. Da hat Mannheimer Stadt voll mit linken Ökofundis die nur eines kennen, das Auto hassen und as Velo lieben. Für das Velo würden die Zürcher alles tun, nur nichts bezahlen. Das ist schon sehr bezeichnend für das denken diese Spezies Menschen. Es zeigt auch was die Linken in zürich eigentlich wollen. Ein Utopia welches irgendjemand zahlen soll, sie selber aber nicht. Das wird im Elend enden, dass ist sicher.

    • Tschoertschi am 15.07.2018 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Geht nicht als ewiger Student.

      Na wie sollen die Linken es denn bezahlen?Dazu müssten sie erst arbeiten und Geld verdienen!

    • Phil A. am 17.07.2018 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      Berlin hat funktionierende Version

      Die nextbike in Berlin habe ich selbst sehr zufrieden ausprobiert. Die Qualität ist top, was auf OBike nicht zuzutreffen scheint.

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  • Velo Tussi am 10.07.2018 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Manche Velos sind halt gleicher....

    Private Velos wurden bisher auch vom ERZ eingesammelt, sogar wenn auf Privatgrund parkiert, wenn mehrere Tage lang stehen gelassen!!! Höchste Zeit, dass die Stadt alle gleich behandelt!

  • Ivan Colaci am 09.07.2018 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Einige O-Bikes....

    ...stehen in Reutlingen bei Winterthur, davon eines direkt am Bahnhof

  • D.A am 09.07.2018 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Spenden!

    Liebe Städte in der Schweiz, spendet die Velos doch einfach in 3. Weltländer statt sie einem Schrotthändler zu geben.