Zürich

22. Juni 2018 11:50; Akt: 09.07.2018 09:27 Print

«O-Bike zieht sämtliche Velos aus dem Verkehr»

Der Leihvelo-Anbieter O-Bike soll sich aus der Stadt Zürich zurückziehen. Laut dem Tiefbaudepartement will O-Bike bis Ende Monat sämtliche 600 Velos einziehen.

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«O-Bike hat uns zugesichert, bis Ende Juni sämtliche Velos geordnet aus dem Verkehr zu ziehen», sagt Pio Sulzer, Sprecher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, zu Radio 1.

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Die Stadt gehe davon aus, dass sich O-Bike an diese Vereinbarung halte. «Die Stadt hat auf O-Bike keinerlei Druck ausgeübt. Wir mischen uns nicht in das Geschäftsmodell von O-Bike ein. Wir haben die Regeln aufgestellt, die sich bewährt haben – und alles andere hat der Markt entschieden», sagte Sulzer weiter.

Auch die NZZ berichtet in ihrer Freitagausgabe, dass es bei O-Bike in letzter Zeit Turbulenzen zu geben scheint. Der Schweizer Geschäftsführer Daniel Junge verliess das Unternehmen schon nach wenigen Monaten. Einen richtigen Nachfolger scheint es nicht zu geben. Für 20 Minuten war bei O-Bike niemand erreichbar. Auch auf Social Media publiziert das Unternehmen nichts mehr. Der letzte Facebook-Eintrag stammt vom 15. Januar.

«Das Unternehmen hat alles falsch gemacht»

Dabei hat das asiatische Unternehmen erst im vergangenen Sommer die Stadt Zürich mit ihren gelb-grauen Velos überflutet. Dass sie bereits jetzt wieder verschwinden sollen, wundert David Durner, Geschäftsleiter von Pro Velo Zürich, nicht, wie er zu 20 Minuten sagt: «O-Bike hat alles falsch gemacht.»

So war der Markteintritt laut Durner viel zu offensiv, was viele Leute verärgerte. Ebenfalls habe das Unternehmen mit den Gemeinden schlecht kommuniziert und die Qualität der Velos sei mangelhaft: «O-Bike kümmerte sich auch schlecht um die Flotte. Überall liegen die kaputten Velos herum.» Die Konkurrenz wie Lime, Publibike oder Smide hätte diese Punkte deutlich besser im Griff.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Müller am 22.06.2018 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    In den USA funktionierts

    Bin eben aus den USA zurück und habe dort in Städten wie Los Angeles und San Diego oft die Bikes von LimeBike benutzt. Mir ist auch aufgefallen, dass die Fahrräder eigentlich sehr anständig abgestellt werden ohne irgendwelche Gehwege oder Strassen zu blockieren. Da muss ich mich dann schon fragen ob das Problem der überall herumstehenden und defekten Bikes wohl ein Kulturelles Problem ist? Oder anders gesagt, sind wir mit dieser einfachen Sache wie dem normalen behandeln von gemietetem Eigentum schlicht überfordert? Etwas peinlich wenn es in den USA funktioniert!

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  • Claudio Marastoni am 22.06.2018 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müllhalde

    Endlich... es würde sich Zeit dass die Velos aus der Stadt verschwinden... Langsam entwickelte sich die Stadt Zürich zu einer Müllhalde.... Lieber mal wieder eine Grünfläche erstellen in der zubetonierten Stadt.

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  • Valnes am 22.06.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Aus der Ferne

    Es ist halt immer so: Wer in einen fremden Markt eintreten will, sollte die Eigenheiten und Gepflogenheiten des fremden Markts kennen. In China mag es gut ankommen, wenn plötzlich überall Billigvelos zum Gebrauch herumstehen. Der gemeine Schweizer will hingegen sanft an das Thema herangeführt werden und hat ohnehin kein Interesse an Billigvelos. Dass paar hundert Velos pro Jahr im See landen, nimmt der Chinese gerne in Kauf, die Schweizer hingegen nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dä Jesus am 22.06.2018 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "O-Bike zieht sämmtliche Velos aus dem Verkehr."

    Schön wärs, leider ziehen sie nur die eigenen aus dem Verkehr.

  • Mary Rüdi am 22.06.2018 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Wurde Zeit. In Winterthur hat es Lager mit Hunderten von diesen schweren, unhandlichen Velos. Etwas unbequemeres gab es nicht und die Bremsen waren lausig

  • Daniel R. am 22.06.2018 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wait What?

    Kann mir mal jemand erklären, um was es hier genau geht? Ich wohne nicht in Zürich und aus den Kommentaren hier muss man folgendes interpretieren: DIE Chinesen haben in Zürich hunderte von billigen und kaputten Velos in den Zürisee geworfen und in der Stadt deponiert. Und das enerviert nun die sorgetragenden Seeliebhaber bzw. Zürcher und empören sich natürlich jetzt darüber, dass diese Chinesen den See verunreinigen und die Schweizer mit Billigprodukten zum Vandalismus zwingen.

  • Obike Gutes Geschäftsmodell am 22.06.2018 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spass

    beim zurückfordern der hinterlegten Sicherheit

  • Swissgirl am 22.06.2018 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billig bedeutet ein Vielfaches an Müll

    Billig passt nicht zu unserer Mentalität. Ich zumindest bin gerne bereit etwas mehr Geld zu bezahlen wenn ich dafür ein Produkt von guter Qualität bekomme, sonst gebe ich das Geld mehrfach aus, was teurer wird. Mein Bike hat 1500 Franken gekostet. Es ist jetzt bald 8jährig und wird noch weitere 8 Jahre und mehr halten. Wer Billigwaren unterstützt ist mitverantwortlich für die Müllberge, denn da landet das Zeug! Es gibt auch Bikes zwischen billig und meinem, die genauso gut sind, nur für jene die wieder sagen wollen dass nicht alle viel Geld haben!