Kontrollen

22. März 2011 21:01; Akt: 22.03.2011 23:20 Print

Partyvolk behindert nachts Polizeiarbeit

von Roman Hodel - Die 24-Stunden-Gesellschaft bringt die Stadtpolizei Zürich im Kreis 4 nachts an den Anschlag. Jürg Zingg, Chef Region West, schlägt Alarm.

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Die Kriminalität hat in der Stadt Zürich abgenommen – trotzdem hat die Polizei nicht weniger zu tun. (key)

Fehler gesehen?

Jürg Zingg, gemäss dem allgemeinen Trend hat die Kriminalität auch in der Stadt Zürich letztes Jahr um 10% abgenommen – sind Sie erleichtert?
Jürg Zingg: Gewiss ist das erfreulich, doch deswegen haben wir nicht weniger Arbeit. Im Gegenteil – in gewissen Bereichen wirds immer mehr.

Sexualdelikte zum Beispiel haben um 30% zugenommen. Wie erklären Sie sich das?
Dies betrifft vor allem die illegale Strassenprostitution. Wir haben im Interesse der geplagten Bevölkerung viel mehr Kontrollen durchgeführt und Frauen verzeigt. Trotzdem dürfte sich die prekäre Situation nicht so schnell entspannen.

Auffällig ist weiter, dass Gewalt und Drohung gegen Beamte um 15,5% zugenommen haben.
Das sind die Auswüchse der 24-Stunden-Stadt. Oft passiert es im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum.

Was kann man dagegen tun?
In den Kreisen 4 und 5 haben wir die Anzahl Fusspatrouillen verdoppelt. Doch das geht nur tagsüber.

Warum?
Weil wir zu wenig Personal haben. Nachts ist dieser Mix aus Party-, Drogen- und Rotlichtszene problematisch. Egal ob die Polizei einen Dealer kontrolliert oder wegen einer Messerstecherei gerufen wird – zum Teil solidarisiert sich das Partyvolk mit mutmasslichen Tätern oder behindert die Polizeiarbeit etwa bei der Spurensicherung. Deshalb müssen wir auch bei kleinen Ereignissen mittlerweile mehrere Patrouillen auf die Strasse schicken.

Am Mittwoch berät der Gemeinderat das Budget 2011 – was erhoffen Sie sich?

Dass die Stadtpolizei die zusätzlichen 15 Stellen doch noch erhält.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas am 23.03.2011 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Polizeistunde wieder einführen

    Die öffentliche Sicherheit ist die Kernaufgabe des Staates. Deshalb sollten gegen die Auswüchse der 24-Stunden-Gesellschaft auch Regeln gesetzt werden. Zum Beispiel die Wiedereinführung der Polizeistunde (mit Ausnahmen), so dass irgendwann wieder Schluss ist. Alkohol-, Drogenexzesse, Schlägereien und Messerstechereien sind ein offensichtliches Nachmitternachtsphänomen.

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  • Daniel Xaver am 22.03.2011 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Partystadt

    Naja...lieber mehr Lohn für Polizisten als immer noch mehr Stellen resp. Nachtarbeit und dann gehässige Polizisten...Lieber nett und freundlich!

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  • Nico Schnell am 23.03.2011 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es die 24-Std.-Gesellschaft?

    Die Frage, die man sich als Grundsatz stellen muss; was bringt die 24-Std.-Gesellschaft? Braucht es die so? Die vielen, vielen Partygänger, die unter der Woche von diesen Angeboten gebrauch machen, sind dann tagsüber eh im Berufsalltag nicht zu gebrauchen. Der volkswirtschaftliche Schaden würde mich interessieren. Und überhaupt: Mir kann niemand ein vernünftiger Grund nennen, weshalb heute der Ausgang erst um 23.00 Uhr beginnt und nicht schon beispielsweise um 21.00 Uhr - dafür halt nur bis 01.00 .... (?)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian am 24.03.2011 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Hundepolizei einführen

    nur so bekommt man die Sache in den Griff.

  • naja am 23.03.2011 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir wirklich alle so verbittert...

    Egal, um welches Thema es sich handelt, der Tenor ist immer der gleiche: Alles, was ich nicht selbst gerne mache einfach verbieten. Wir leben in einer modernen Stadt (mit zugegebenermassen vielen Problemen) und können doch froh sein, dass es viele verschiedene Angebote gibt, so wie es auch viele unterschiedliche Menschen gibt. Was würde sich ändern, wenn wir alles verbieten? Die Mehrheit müsste wegen einer chaotischen Minderheit leiden. So wie immer, kein Rauchen mehr, alle um 18.00h ins Bett und vieles mehr. Wären doch traurige Aussichten..

  • Zürcher am 23.03.2011 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Personalmangel

    Zuwenig Polizisten aus finanziellen Gründen, Schuld ist die Politik. Stellt endlich genügend qualifiziertes Personal ein dann bessert auch das wieder.

  • Thomas Erni am 23.03.2011 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz

    Bei unserer Kuscheljustiz kann sich jeder so benehmen und austoben, wie er will. Dies wird so weiter gehen, wie vor 20 Jahren in den USA. Offenbar muss es schlimmer werden...

  • upjj am 23.03.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    linke abzocker

    wählt noch linker und die beamten müssen noch mehr auf die autofahrer losgehen, denn geld nimmt der staat halt nur dort ein (ist ein guter budgettposten in der rechnung). fahrradlenker und fussgänger können ja machen was sie wollenund werden nicht behelligt. auch die 15 stellen der stapo zürich machen doch den braten nicht heiss. ist nur einen tropfen auf den heissen stein. meine meinung, wer einen beamten bei seiner amtsausübung behindert, beschimpft, bespukt etc. müsste drakonisch bestraft werden.